Nach Sieg gegen Mitteldeutschen BC Telekom Baskets erobern die Tabellenführung

Bonn · Am 2. Weihnachtsfeiertag haben die Telekom Baskets die Tabellenführung der Basketball-Bundesliga übernommen. Die Bonner bezwangen den Mitteldeutschen BC klar mit 115:90 und profitierten von der Niederlage des FC Bayern.

 Baskets-Spielmacher Parker Jackson-Cartwright glänzte gegen den MBC mit 16 Assists.

Baskets-Spielmacher Parker Jackson-Cartwright glänzte gegen den MBC mit 16 Assists.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Es waren noch fünf Minuten zu absolvieren, da machte sich Jubel auf den Rängen im Telekom Dome breit. Sekunden später schallten die „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufe durch die Halle. Die Niederlage des FC Bayern in Crailsheim hatte die Runde gemacht und da die Telekom Baskets zu diesem Zeitpunkt deutlich gegen den Mitteldeutschen BC führten, war klar: Das Team von Trainer Tuomas Iisalo würde an diesem Abend die Tabellenführung der Basketball-Bundesliga übernehmen. Am Ende stand ein 115:90 (29:19, 25:28, 36:18, 25:25)-Erfolg gegen die Weißenfelser, der achte Sieg in Serie – und eben der Sprung auf Platz eins. „Natürlich ist das nicht egal, es ist für die Fans sehr wichtig“, sagte Iisalo nach der Partie gewohnt nüchtern. „Bei uns liegt der Fokus aber mehr auf der Weiterentwicklung des Teams.“

Iisalo vertraute einmal mehr seiner bewährten Startformation mit Parker Jackson-Cartwright, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Justin Gorham und Leon Kratzer, Nachverpflichtung Javontae Hawkins war nach seinen ersten beiden Einsätzen im Bonner Trikot als Vorsichtsmaßnahme nicht im Kader. Nachdem die Gäste um Ex-Baskets-Trainer Igor Jovovic zunächst in Führung gegangen waren, brachte Gorham die Gastgeber mit einem erfolgreichen Dreier erstmals in Front (10:9, 5.), Morgan schloss den Bonner 7:0-Lauf mit einer starken Einzelleistung zum 12:9 ab.

Anders als einige Ligakonkurrenten verteidigte der MBC Jackson-Cartwight gut, der Spielmacher konnte seine Schnelligkeit beim Zug zum Korb nicht ausspielen, fand allerdings immer wieder mit guten Pässen seine Mitspieler. Nach einem Dreier von Tyson Ward zum 25:17 (9.) nahm Jovovic die erste Auszeit, doch im nächsten Bonner Angriff schraubte Morgan die Führung erstmals auf 10 Punkte. Mit 29 Punkten im ersten Viertel bewiesen die Baskets, warum sie zu den offensivstärksten Teams der Liga gehören.

Telekom Baskets Bonn gewinnen gegen Syntainics MBC
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Es hatte früh den Anschein, als könnten sich die Hausherren absetzen, doch bei Iisalo stieg im zweiten Durchgang der Frust. Morgan kassierte früh sein drittes Foul und nahm deshalb vorsorglich auf der Bank Platz. Generell kassierten die Baskets viele Fouls und ermöglichten den Weißenfelsern so einfache Punkte von der Freiwurflinie. Michael Kessens erzielte per Tip-in das 44:32 (15.), doch die Gäste fanden immer besser ins Spiel und waren nach einem Dreier von Chris Coffey plötzlich nur noch fünf Punkte entfernt (44:49, 18.) – Iisalo nahm eine Auszeit, dem Bonner Headcoach war die Unzufriedenheit deutlich anzumerken. Bei seiner Mannschaft fanden seine Worte in der Besprechung offenbar Anklang: In den restlichen Minuten der ersten Hälfte ließ sie den Vorsprung nicht noch weiter schmelzen und ging mit einem 54:47 in die Pause.

Zum Start der zweiten Halbzeit kehrte Morgan zurück aufs Feld, mit ihm kam auch wieder etwas mehr Souveränität ins Baskets-Spiel. Kratzer erzielte mit zwei verwandelten Freiwürfen die 60:49-Führung, und nach einem Dreier von Morgan betrug die Führung Bonns wieder 14 Zähler (65:41, 24.). Den Baskets gelang nun einiges, dem MBC dagegen fast nichts mehr. Innerhalb weniger Minuten zog das Iisalo-Team auf mehr als 20 Punkte davon. Nach seinem erfolgreichen Abschluss inklusive Foulpfiff schlug sich Kapitän Tadda enthusiastisch auf die Brust (82:57, 28.) – er und sein Team waren dabei, den nächsten deutlichen Erfolg einzufahren. Und auf den Rängen verbreitete sich die Nachricht, dass die Bayern in Crailsheim straucheln könnten.

Mit einem Polster von 25 Punkten gingen die Hausherren in den letzten Abschnitt, vier Minuten vor Schluss knackte Ward die 100-Punkte-Marke zum 101:79 – der Rest war Schaulaufen vor 3000 begeisterten Fans, die jetzt von der feststehenden Niederlage des FC Bayern Kenntnis hatten.

Telekom Baskets: Skyler Bowlin 23 Punkte/5 Dreier, Jonas Falkenstein 2, Justin Gorham 15/3, Tim Hasbargen 7/1, Parker Jackson-Cartwright 12/2/16 Assists, Michael Kessens 14, Leon Kratzer 15, Jeremy Morgan 10/2, Karsten Tadda 12/1, Tyson Ward 5/1.