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Telekom Baskets Bonn: Bittere Niederlage für die Baskets gegen Oldenburg

Telekom Baskets Bonn : Bittere Niederlage für die Baskets gegen Oldenburg

Die Telekom Baskets Bonn unterlagen am Sonntag Oldenburg mit 92:97. Nach der Hamburg-Pleite bestanden sie aber den fälligen Charaktertest.

Nach der deutlichen Niederlage gegen die Towers Hamburg, in die sich die Telekom Baskets Bonn einigermaßen wehrlos ergeben hatten, war die Partie gegen die EWE Baskets Oldenburg auch von der Baskets-Chefetage zum Charaktertest deklariert worden. Ihre Mannschaft bestand den Test und musste sich dennoch geschlagen geben. Bis zur 38. Minute führte das Team von Cheftrainer Igor Jovovic, doch dann setzte sich die Qualität eines der Top-Teams der Basketball-Bundesliga durch. Keith Hornsby dominierte die Crunchtime und führte die Gäste zum 97:92 (16:20, 30:27, 19:25, 32:20)-Sieg. Damit bleiben die Bonner erfolglos am Tabellenende.

„Ich glaube, wir haben eine gute Partie mit Kampf und Leidenschaft abgeliefert“, sagte Baskets-Center Leon Kratzer. „Das war schon ganz positiv. Ein paar doofe Fehler haben dann das Spiel entschieden. Wir sind als Team zusammengeblieben, aber das muss jedes Spiel so sein.“ Einen verbalen Schulterklopfer gab’s vom Matchwinner: „Die Bonner stehen zu Unrecht da unten“, sagte Hornsby nach der Partie bei MagentaSport. „Sie sind eine gute Mannschaft. Es ist schwer, hier zu spielen.“

Gästecoach Mladen Drijencic hatte die Partie zur „mentalen Angelegenheit“ erklärt und verdeutlicht: „Wir reden über 70 Punkte Differenz, hier minus 30 gegen Hamburg, da plus 40 gegen Chemnitz.“ Damit meinte er die beiden letzten Spiele der Kontrahenten. Der erfahrene Coach weiß, wie Mannschaften auf solche Situationen reagieren können, machte sich auf wehrhafte Bonner gefasst und gab zu, seinem Team dringend empfohlen zu haben, angesichts der Voraussetzungen nicht abzuheben.

Der Beginn war stark und treffsicher

Und er hatte Recht: Die Baskets begannen stark und treffsicher. Ein Drei-Punkte-Wurf nach dem anderen fiel durchs Netz, und die Bonner Quote brachte die zuletzt so schmerzlich vermisste Sicherheit. Das nach der Hamburg-Partie demolierte Selbstbewusstsein hatte doch keinen allzu großen Schaden genommen. Bonn war aufmerksamer im Rebound und Oldenburg nicht so treffsicher wie zuletzt.

Eine kleine Szene zum Abschluss des ersten Viertels gab weiteren Anlass zur Hoffnung. Oldenburg stoppte den vermeintlich letzten Angriff drei Sekunden vor Schluss per Foul, die Bonner hatte nur noch wenig Zeit für eine gute Idee. Jovovic brachte Chris Babb von der Bank, Drijencic reagierte mit der Hereinnahme seines Kettenhundes Karsten Tadda. Doch der Bonner Einwurf ging zu Micovic und aus dessen Hand mit Ablauf der Uhr im Wert von drei Punkten durchs Netz. Zuletzt waren die Baskets bei solchen Plays eher in der Rolle derjenigen, die die Punkte kassieren, gewesen.

Und auch die Reaktion der Bank hatte Aussagekraft: Alle sprangen auf, alle feierten diese drei Punkte. Ein vollkommen anderes Bild als die niedergeschlagenen Einzelteile einer Mannschaft am Donnerstag.

Im zweiten Viertel die Gäste-Führung übernommen

Gleich zu Beginn des zweiten Viertels eroberte Hornsby per Dreier die erste Gäste-Führung (21:20), doch die Baskets blieben stabil und hatten die sonst so gefährlichen Rickey Paulding und Rasid Mahalbasic unter Kontrolle. Die Dreierquote der Baskets blieb hoch, und auf der Oldenburger Bank wurde die Laune langsam schlechter. Doch EWE hat viele gefährliche Waffen. Insofern blieb die Partie eng. Bonn ging mit einem Punkt Vorsprung in die Kabine (47:46). Es war ein offensives Spektakel, das die Baskets mit 75-prozentiger Dreierquote befeuert hatten.

In der Halbzeit machte Michael Wichterich deutlich, was Teil des Charaktertests war: „Wir wollten Einsatz sehen, und wenn es schwierig wird, die Struktur behalten.“ Das dritte Viertel musste beweisen, ob das Hamburg-Spiel  ein Ausrutscher war. Und das tat es: Die Baskets spielten da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Angeführt von den treffsicheren Deividas Gailius, Topscorer mit 25 Punkten, und Strahinja Micovic behielten sie die Oberhand – wenn auch nur knapp. Zum Viertelende wühlte sich Leon Kratzer gegen drei Oldenburger unter dem Korb durch. Den für ein Foul ergatterten zusätzlichen Freiwurf verfehlte er, doch die Defensive bügelte den Fehler im Gegenzug aus, und mit sieben Punkten Vorsprung ging es in den Schlussabschnitt.

Telekom Baskets Bonn unterliegen Oldenburg

Kein beruhigender Vorsprung

Es war klar, dass das gegen ein Team wie Oldenburg keineswegs ein beruhigender Vorsprung war. Und er war schnell aufgebraucht. Jetzt fielen die Bonner Würfe nicht mehr nach Belieben. Die Gäste glichen dank einer starken Phase des bis dahin weniger auffälligen Statistik-Monsters Mahalbasic aus (74:74, 33.). Es blieb eng. Zwei Minuten vor Schluss zog Keith Hornsby die Führung per Dreier wieder auf die Gästeseite (89:88).

Die Baskets spielten weiter als Team, doch jetzt verließ sie das Glück. Die kleinen Dinge gelangen jetzt den Gästen, die neutralen Bälle landeten bei den Niedersachsen. Und in Hornsby hatte Oldenburg nicht umsonst wegen seiner Fähigkeiten aus der Distanz investiert.

Enttäuschte Bonner begaben sich zügig in die Kabine, Kratzer musste noch am Mikrofon Rede und Antwort stehen. Immerhin: Die Aufgabe war leichter, als TJ DiLeos Interview nach dem letzten Spiel. Charaktertest bestanden.

Das Video wird zur Verfügung gestellt von MagentaSport.