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Bonn Baskets - Bayreuth: Baskets verschenken Sieg leichtfertig

Auswärtsspiel gegen Bayreuth : Baskets verschenken Sieg leichtfertig

Die Telekom Baskets Bonn gehen in Bayreuth zu sorglos mit ihrer Führung um. Sie verlieren beim ersten Auswärtsspiel der Saison das Schlussviertel 11:27 und die Partie 77:83.

Chris Babb atmete einmal tief durch bei der Frage nach den Schiedsrichtern. „Die Schiris machen ihre Arbeit. Daran können wir nichts ändern. Wir müssen an uns arbeiten.“ Es war die Erkenntnis nach einer bitteren Niederlage. 34 Minuten hatten die Baskets wie der sichere Sieger im ersten Auswärtsspiel der Saison bei Medi Bayreuth ausgesehen, ehe ihnen genau das ein bisschen zum Verhängnis wurde und sie nach zu vielen ausgelassenen Chancen das Schlussviertel ohne Offensive und mit 11:27 vergeigten. „Ein Spiel dauert 40 Minuten. Und so lange musst du auch spielen“, sagte Babb nach der ebenso bitteren wie unnötigen 77:83 (20:15, 26:23, 20:18, 11:27)-Niederlage.

Die frühen Foulprobleme der Big Men waren bei den Baskets unter der Woche ein Thema gewesen, das Feuerwerksverbot ganz offensichtlich nicht: Die Bonner Offensive präsentierte sich spielfreudig und explosiv. Die erste Aktion allerdings war: ein Big-Man-Foul. Es waren kaum 20 Sekunden gespielt, da widmeten die Referees Leon Kratzer der ersten Pfiff, nach knapp zwei Minuten schon den zweiten. Das war ganz sicher gegen alles Besprochene.

Dennoch ließ Cheftrainer Igor Jovovic, der wieder auf den zuletzt wegen Rückenproblemen fehlenden Strahinja Micovic zurückgreifen konnte, den jungen Center auf dem Feld: Kratzer kam dann auch bis zur Pause ohne weiteres Foul aus und blieb damit im Rahmen des Normalen.

Telekom Baskets unterliegen Bayreuth 77:83

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Zur Pause hatten die Baskets das Spiel im Griff

Die Bonner Defensive erlaubte den Hausherren zunächst noch munter mitzuspielen – insbesondere aus der Distanz –, bekam dann aber besseren Zugriff auf die Franken. Und die Offensive glänzte mit Passstaffetten, an deren Ende ein guter Wurf Richtung Korb und meist auch ein Treffer stand.

Auch am Korb lief es gut: Bis zur Pause hatten die Baskets 23 Rebounds, davon acht offensive, eingesammelt, die Bayreuther nur 14. Und: die Bonner Foulstatistik blieb dabei unauffällig, ohne Ausdruck einer zu zaghaften Verteidigung zu sein.

Die Baskets waren Herr der Lage, gewannen nach dem ersten auch das zweite Viertel. Bonn spielte zeitweise wie aus dem Lehrbuch und führte seit Micovics Dreier zum 18:15 in der achten Minute im Grunde beruhigend. Bayreuth strampelte. Bayreuth kämpfte. Gefühlt war die Lücke schon deutlich größer, als Thompson IV in der 27. Minute zehn Punkte Distanz zwischen die beiden Teams brachte (50:60), doch die Franken ließen nicht abreißen. Mit zehn Punkten Distanz ging es auch ins Schlussviertel (56:66). Die Baskets hatten es versäumt, mehr daraus zu machen. Zu viele vergebene Chancen. Zu viele zugelassene zweite Gelegenheiten für Bayreuth. Das sollte sich rächen.

Schlüsselszene in der zweiten Halbzeit drehte das Spiel

Nach der jüngeren Bayreuther Vergangenheit mit 14 Tagen Quarantäne, zuletzt drei Spielen innerhalb von drei Tagen und ihrer Suche nach der guten Saisonstartform war es für Bonn sicher ein probates Mittel, auf die Kondition zu setzen. Jovovic hatte die Spielzeit sehr gleichmäßig verteilt. Doch wer erwartet hatte, dass die Baskets nun mit dem Tritt aufs Gaspedal davon ziehen würden, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Es wurde eng.

Auf der einen Seite zeigte David Walker, was er offensiv zu bieten hat, auf der anderen Seite leisteten sich die Baskets einen Ballverlust nach dem anderen. Dann war es ein Pfiff, den die Baskets ungewöhnlich kritisch auf ihren Social-Media-Kanälen kommentierten, der Seiferth auf nur noch drei Punkte verkürzen ließ. Eine Zusammenstoß von Micovic und Seiferth machten die Schiedsrichter nach Videobetrachtung zum Unsportlichen Foul gegen Bonn. Zwei Freiwürfe Plus Ballbesitz für Bayreuth. Nochmals Walker und Olisevicius per Dreier wendeten die Partie (75:73, 37.).

Die Baskets waren von der Rolle, kämpften sich aber wieder ran. TJ DiLeo verkürzte zu Beginn der Schlussminute an der Freiwurflinie auf 77:79 und Bonn kassierte im Gegenangriff wieder einen fragwürdigen Pfiff in der Crunchtime. Wie schon im Pokal gegen Berlin. Ein Offensivfoul von Walker gegen Lischka wurde gegen den Bonner entschieden. Diesmal ohne auch nur den Videobeweis zu bemühen. Die Partie war entschieden. Verloren war sie lange vorher, als die Baskets agierten, als könne diese Partie nicht mehr verloren gehen.