70:83 bei Alba Berlin Baskets verlieren auch das zweite Viertelfinalspiel

Update | Berlin · Die Telekom Baskets Bonn liegen in der Playoff-Serie gegen Alba Berlin mit 0:2 hinten. Trotz großen Kampfes und einem stets offenen Spiel unterliegen die Bonner den Hauptstädtern am Ende deutlich mit 70:83.

Ärgerliche Niederlage: Baskets-Coach Roel Moors hatte sein Team toll eingestellt.

Ärgerliche Niederlage: Baskets-Coach Roel Moors hatte sein Team toll eingestellt.

Foto: dpa/Andreas Gora

Sie haben gekämpft, sie haben voll mitgehalten, doch am Ende sollte es für die Telekom Baskets Bonn erneut nicht reichen. Nach einem äußerst spannendem und lange Zeit knappen Spiel verloren die Baskets auch das zweite Duell im Viertelfinale bei Alba Berlin mit 70:83 (21:23, 19:21, 19:20, 11:19). Damit liegen sie nun mit 0:2 in der Best-of-Five-Serie zurück und müssen am Dienstag im heimischen Telekom Dome (18.30 Uhr/Dyn) unbedingt gewinnen, um nicht frühzeitig aus den Playoffs auszuscheiden.

Brian Fobbs war die Enttäuschung anzusehen. Verschwitzt und sichtlich erschöpft stellte sich der Amerikaner nach Spielende den Fragen des TV-Reporters. Und fand fast nur lobende Worte für den Auftritt seiner Teamkameraden. „Wir haben einen guten Fight geliefert, drei tolle Viertel gespielt“, meinte der Bonner Topscorer (17 Punkte). „Aber wir konnten es nicht zu Ende bringen.“ Weil in den letzten fünf Minuten das Wurfglück und die letzte Konzentration fehlten.

Nach Spiel eins waren die Bonner alles andere als zufrieden gewesen. „Wir haben den A… versohlt bekommen“, meinte Noah Kirkwood kurz vor Anwurf. Man habe zu viel Respekt gehabt, zu viel dumme Fouls gemacht und zu oft den Ball verloren. „Und wir haben bei den Dreierwürfen gezögert. Das müssen wir besser machen“, sagte der Kanadier, der neben Harald Frey, Fobbs, Savion Flagg und überraschend Till Pape statt Thomas Kennedy in der Starting Five stand.

Das Spiel begann dann mit einem technischen Problem. 24 Sekunden waren schon gespielt, da unterbrachen die Referees, weil die Schussuhr nicht richtig mitgelaufen war. Alba hatte statt zwölf nur noch drei Sekunden für den ersten Wurf – doch den nagelte Matt Thomas trotzdem zum 2:0 rein. Und der Ami legte nach, Dreier zum 5:0, Assists zum 7:2. Alba spielte cool und traf sicher. Die Bonner auf der anderen Seite hatten ihre Hände noch nicht richtig eingestellt. Zweimal Frey, Kirkwood, Flagg und Pape verballerten die ersten fünf Dreierversuche. Erst dann hatte Pape sein Zielwasser getrunken. Zwei Dreier des langen Bonners, ein Treffer von Kirkwood und Bonn hatte aus dem katastrophalen 2:12-Start ein 10:14 gemacht.

Viel besser bei den Offensiv-Rebouns

Ein großer Unterschied zu Spiel eins: Die Bonner waren unter den Körben viel präsenter. Waren sie am Freitag gegen die langen Kerls der Berliner im Rebound-Duell noch vollkommen untergegangen, so zeigten sie diesmal, warum sie zu den besten Offensivrebound-Teams der Bundesliga gehören. Allein bis zum Ende des ersten Viertels griffen sich die Baskets sieben Bälle unter dem Berliner Korb, im gesamten Spiel eins hatten sie sich nur acht Offensivrebounds geholt. Mit einem 6:0-Lauf zum Ende des ersten Abschnitts sorgten sie dafür, dass der Rückstand auf den elfmaligen deutschen Meister bei nur zwei Punkten lag (21:23).

Das zweite Viertel begann mit vielen Bonner Fouls, schon nach zwei Minuten war die Teamfoulgrenze erreicht und Berlin wieder mit acht weg. „Wir sind schon einmal zurückgekommen, macht das wieder“, gab Coach Roel Moors seinen Mannen mit auf den Weg. Die gestalteten die Partie nun wieder offen, kamen immer wieder auf einen Zähler ran, verpassten aber stets eine eigene Führung. Frey konnte nach zuvor zwei Dreiern von Fobbs von jenseits der Linie den Ausgleich erzielen (36:36). Aber Berlin blieb auch zur Halbzeitsirene vorne (44:40).

„Wir sind sehr aggressiv und kontrollieren die Rebounds“, zeigte sich Co-Trainer Marko Stankovic in der Pause zufrieden. Durch die Hereinnahme von Khalifa Koumadje bei Berlin bekamen die Baskets nun jedoch Probleme. Der 2,21 Meter große Riese aus dem Tschad schien den Bonnern unter dem Korb Respekt einzuflößen. Mehrfach zogen sie zum Brett, zögerten dann jedoch gegen die Mauer Koumadje und verfehlten. Auf der anderen Seite stopfte der Center einen Ball nach dem anderen durch den Korb. Am Ende hatte Koumadje zehn Punkte und elf Rebounds auf dem Konto. Trotzdem blieb es eng.

Bis vier Minuten vor dem Ende, als Glynn Watson per Dreier auf 68:70 stellte. Doch danach wollte der Ball einfach nicht mehr in den Korb. Egal ob aus der Distanz oder unter dem Korb, Bonn verballerte in den Schlussminuten alles. Alba hingegen blieb eiskalt und zog locker bis auf 83:68 davon. „Wir haben toll gekämpft. Das müssen wir in Spiel drei mitnehmen“, meinte Fobbs. Um dann noch einen Gruß an die vielen mitgereisten Fans zu senden: „Die Unterstützung der Fans ist unglaublich. Für sie werden wir am Dienstag alles geben.“

Bonn: Fobbs 17 Punkte/3 Dreier, Frey 12/2, Watson 10/2, Kirkwood 7/1, Pape 6/2, Kennedy 6, Griesel 5, Sengfelder 5/1, Flagg 2, Turudic.

Berlin: Thiemann 15, Thomas 13/3, Brown 12/2, Koumadje 10 (11 Rebounds), Wetzell 7, Mattisseck 7/1, Hermannsson 7/1, Olinde 7/1, Nikic 4, Delow 1, Schneider

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