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Talfahrt soll gestoppt werden: Das Verlieren ist bei den Telekom Baskets verboten

Talfahrt soll gestoppt werden : Das Verlieren ist bei den Telekom Baskets verboten

Baskets stehen im Spiel beim Vorletzten Mitteldeutscher BC unter Erfolgsdruck. Präsident Wolfgang Wiedlich steht zu Trainer Predrag Krunic.

Im Pokalwettbewerb im Halbfinale, europäisch in der Champions League noch mit Chancen unterwegs – gemessen daran, könnten die Telekom Baskets Bonn dem Jahreswechsel einigermaßen entspannt entgegensehen. Dumm nur, dass es im Kerngeschäft des Vereins, der Basketball-Bundesliga, alles andere als rund läuft. Die Heimniederlage gegen Rasta Vechta hat die Bonner auf den zwölften Platz zurückgeworfen – vier Plätze unter dem Saisonziel Playoff-Runde.

Das klingt weit weg, der Abstand beträgt tatsächlich aber nur zwei Punkte. Und damit das Negativpolster nicht dicker und die Talfahrt gestoppt wird, kann die Devise für das kommende Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten Mitteldeutscher BC (Sonntag, 15 Uhr, Stadthalle Weißenfels) nur heißen: verlieren verboten.

Für Coach Krunic ist es seit seiner Rückkehr im Oktober 2016 die schwierigste Situation. Kein Grund für Präsident Wolfgang Wiedlich, über seinen Feuerwehrmann von damals, als Krunic kurz vor Saisonbeginn über Nacht für den überraschend zurückgetretenen Silvano Poropat eingesprungen war, den Stab zu brechen. „Jetzt mal langsam: Ich werde hier keine Trainerdiskussion eröffnen. Die Hinrunde ist noch nicht mal zu Ende gespielt. Jetzt schon vom Verpassen der Playoffs zu reden, halte ich für unangebracht. Und im Pokal sowie europäisch sind wir gut unterwegs“, sagte Wiedlich und fügte mit Blick auf das Spiel gegen Vechta an: „Aber ich gebe zu, die Performance gefällt mir nicht, die Intensität auch nicht.“ Deshalb gleich die Peitsche rauszuholen, würde jedoch nur noch für mehr Verunsicherung sorgen. Wiedlich: „Wir sprechen viel über die Situation, wir suchen nach den Stellschrauben und drehen an ihnen.

Der Trend sah nach der Niederlage gegen Oldenburg positiv aus. Gegen Bamberg und Teneriffa haben wir gut gespielt, aber nicht gewonnen. In Jena sind wir ins Pokal-Halbfinale vorgestoßen. Ich war überrascht, dass wir uns dann gegen Vechta so präsentiert und den Trend nicht fortgesetzt haben.“

Team spielt mit hoher Intensität in der Verteidigung

Diese Überraschung teilt Coach Krunic, der vor allem von der Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit enttäuscht war. „Da haben wir schlecht verteidigt, ohne die nötige Aggressivität. Im Angriff hatten wir keine Balance. Wir haben uns zu sehr auf unsere Dreier verlassen und sind zu früh aus unseren Systemen ausgestiegen. Da fehlte die Geduld. Und unser Innenspiel hat mir überhaupt nicht gefallen.“ Bis auf Center Martin Breunig, der hauptsächlich dafür verantwortlich war, dass seine Mannschaft nach der Pause eine Aufholjagd startete, waren die Baskets in Korbnähe nicht präsent, die Zone wirkte phasenweise wie ein Tabubereich für Bonner Spieler. Der Gegner hatte dagegen ständig Anspielstationen unter dem Korb.

Mit dem Finger nur auf den für den verletzten Charles Jackson geholten Stefan Bircevic zu zeigen, der sich gegen Vechta vorwiegend außerhalb der Zone bewegte, findet Krunic nicht in Ordnung. Bircevic sei kein Eins-zu-eins-Ersatz für Jackson und eher ein Power Forward als ein Center. Krunic: „Wir können den Ausfall Jacksons nur als Team kompensieren.“ Natürlich sei dabei Bircevic gefordert, aber auch andere Spieler, wie beispielsweise Bojan Subotic.

Präsident Wiedlich merkte an, Bircevic sei in dem Glauben geholt worden, dass Jackson wieder zurückkomme und wehrte sich gegen das Etikett Fehleinkauf. Wiedlich: „Der Ausfall Jacksons hat einen Krater gerissen. Aber als Erklärung für das Spiel gegen Vechta reicht mir das natürlich nicht aus.“ Man habe sich die Integration der neuen Spieler nicht so schwer vorgestellt. Damit meinte er nicht nur die frisch verpflichteten Bircevic und Olivier Hanlan, sondern auch Ra'Shad James, der sein Potenzial trotz seiner Stellung als Topscorer offensichtlich nicht voll ausschöpft.

Überragende Bedeutung hat für Krunic, dass sein Team von der ersten Sekunde an mit hoher Intensität in der Verteidigung spielt. „Es kann nicht sein, dass sich unser Gegner früh eine hohe Führung erarbeitet. Das haben wir im Training klar angesprochen, und ich erwarte, dass die Mannschaft das beim Mitteldeutschen BC umsetzt.“