Spielstätte der Telekom Baskets Bonn Der Telekom Dome wird zehn Jahre alt

BONN · Seitdem der Telekom Dome, in dem die Telekom Baskets Bonn ihre Heimspiele austragen, in Betrieb genommen wurde, hat sich die Basketball-Welt stark verändert. Ein Beitrag von Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich.

Dass eine neue Saison naht, merkt man hinter den Kulissen der Telekom Baskets stets daran, dass Nervosität um sich greift, als würde Bonn seine erste Erstliga-Saison bestreiten. LED-Banden-Bestückung, Parkplatz- und Verkehrslenkung, die Erfüllung des TV-Pflichtenheftes (gibt es wirklich), Lux-Stärken, Kamera-Standorte, dazu jede Saison neue, bußgeldbewehrte Liga-Regelungen. Die Zeiten, dass es 20 Spieler, zwei Körben, einem Ball und zwei Schiedsrichtern sowie einer gut gelaunten Fanschar bedurfte, um ein heiteres Bundesliga-Spiel zu veranstalten, sind lange vorbei. Die Liga hat ihr Produkt immer immer weiter reguliert und poliert. Nicht ohne Erfolg. Inzwischen wird jedes Heimspiel live in HD-Qualität übertragen.

Freilich schießt der Eifer manchmal über das Ziel hinaus, wenn über einheitliche Farben für Unterhosen oder Stützstrümpfe der Spieler diskutiert wird. Die einen nennen es Optimierungsbedarf, die anderen Regelungswut. Nur in einem Punkt kann kein BBL-Club Bonn das Wasser reichen: Kein Match findet so üppig beleuchtet statt wie im Telekom Dome. Mit 2317 Lux (Liga-Durchschnitt 1500 Lux) sind wir, so TV-Messungen, einsame Spitze und auf Euroleague-reif. Sie sehen: Bundesliga-Basketball in Bonn zu erhalten, hängt nicht nur von der Dreierquote ab.

In diesem Sinne haben wir abseits des Spielfeldes unseren Standort weiter stabilisiert. Zehn Jahre nach Fertigstellung der eigenen Halle hat sich unsere Lage wirtschaftlich etwas entspannt, und wir profitieren von den niedrigen Zinsen. Gleichzeitig wurden mehr als die Hälfte des 6,4-Millionen-Kredits bereits getilgt. Hier ist ein Wert entstanden, der dem Club in einer Notlage, wie sie immer einmal entstehen kann, helfen kann. Natürlich gab es bei diesem zehnjährigen "Ritt auf der Rasierklinge" auch bange Monate.

Eine gute Investition

Gleichzeitig die Verpflichtungen einer Großimmobilie zu erfüllen, die Nachwuchsarbeit zu verbessern und stets ein sportlich konkurrenzfähiges BBL-Team zu formieren: Diese Herausforderung ist unser Alleinstellungsmerkmal in der Liga. Das war auch unser bisher größtes Abenteuer. Insofern bedanke ich mich bei allen, die uns auf diesem Trip unterstützt haben: Dass ein Club seine eigene 6000er-Halle samt Ausbildungszentrum baut, war damals Neuland in Basketball-Deutschland.

Insbesondere danke ich dem Namensgeber der Halle, der Deutschen Telekom AG, aber auch der Stadt Bonn, die uns seinerzeit einen einmaligen Drei-Millionen-Zuschuss gewährte, der auch ein Vertrauensvorschuss war. Ich denke, wir haben ihn gerechtfertigt: Es gab keine Baukostenerhöhung, und der Business-Plan war kein Traumschloss. Es war rückblickend seitens der Stadt auch eine gute Investition: Mit dem Kauferlös aus dem Grundstück, unseren Baugebühren sowie den jährlichen Abgaben und Steuern dürfte sich der einstige Zuschussgeber unterm Strich bald im Plus bewegen.

Seit der Inbetriebnahme des Telekom Dome im Juni 2008 hat sich in der Basketball-Welt viel verändert. Das immer engmaschigere Regularien-Netz dient einerseits der Verbesserung des BBL-Liga-Gesamtprodukts, andererseits hat es die Selbstbestimmtheit der Clubs in Korsetts gezwängt. Ticketerlöse sind weiter ein großer Erlöspfeiler. Er gerät ins Schwanken, wenn Dritte vorschreiben, an welchem Tag zu welcher (fanunfreundlichen) Uhrzeit vor Ort ein Match beginnt.

Der Trend, dass jene 18 BBL-Standorte, die letztlich indirekt auch alle Fortschrittsprojekte von Nationalteam bis Jugendarbeit finanzieren, zunehmend zu Vorschriften-Empfängern schrumpfen, birgt Konfliktpotenzial. Das gilt insbesondere für den offenbar zeitlich unbefristeten Egomanen-Kampf zwischen FIBA und Euroleague (siehe Artikel unten). Es scheint, als bewege man sich dort in einer ideologischen Blase, in der Clubs und Fans außen vor sind. Dabei ist ohne sie alles nichts.