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59:82 gegen Frankfurt: Desolate Baskets verlieren sechstes Spiel in Folge

59:82 gegen Frankfurt : Desolate Baskets verlieren sechstes Spiel in Folge

Die sportliche Krise der Telekom Baskets in der Basketball-Bundesliga hält an. Am Sonntagabend verlor die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer ihr sechstes Spiel in Folge. Mit dem 59:82 Frankfurt endete eine lange Serie.

Die ersten Zuschauer verließen an einem tristen Sonntagabend schon fünf Minuten vor Spielende den Telekom Dome, hasteten durch das nasskalte Herbstwetter zu ihren Autos, um schnell nach Hause auf die warme Couch zu kommen. Im Wohnzimmer der Telekom Baskets Bonn gab es nichts mehr, was sie zum Bleiben hätte bewegen können. Nach einer über weite Strecken kata᠆strophalen Leistung verloren die Bonner gegen die Fraport Skyliners Frankfurt mit 59:82 (6:18, 15:19, 16:24, 22:21). Es war wettbewerbsübergreifend die sechste Niederlage in Folge für die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer.

Das große Pfeifkonzert blieb zwar aus, doch vielleicht drückte das am Ende noch mehr auf die Stimmung. Für Zorn war kein Platz, eher für Mitleid. Überall herrschte Fassungslosigkeit darüber, wie hilflos sich die Baskets gegenüber einem zugegebenermaßen starken Gegner gezeigt hatten und fast vom Sprungball weg in ihr Verderben gelaufen waren.

"Wenn wir so auftreten, ist das nicht akzeptabel. Wir sind seit gut zweieinhalb Wochen völlig aus dem Rhythmus", erklärte Andrej Mangold selbstkritisch und begab sich auf Ursachenanalyse. "Das liegt an zu geringer Intensität in der Verteidigung. Wir kassieren viele einfache Punkte. Und in der Offensive müssen wir sehr hart für jeden Punkt kämpfen, bekommen oft schlechte Würfe", sagte der 28-Jährige.

Dazu kamen viele Ballverluste, die die Frankfurter mit dem Selbstvertrauen von neun in Folge gewonnenen Spielen über Fastbreaks in leichte Punkte ummünzten. Mangold sparte nicht mit Kritik an der Art und Weise, wie die Mannschaft sich dabei anstellte: "Bei uns pennen immer ein oder zwei Leute eine halbe Sekunde, und dann gibt es halt einfache Korbleger oder Dunkings."

[kein Linktext vorhanden]Bereits die ersten Minuten des Spiels machten klar, dass die Niederlagenserie tiefe Spuren in der Mannschaft hinterlassen und ihr jegliches Selbstvertrauen genommen hat. Dabei war es defensiv nicht schlecht, was die Bonner boten, aber wenn man sich in der Offensive von einer aggressiven gegnerischen Verteidigung gleich den Schneid abkaufen lässt, seine Angriffe nicht abschließen kann oder den Ball sogar schon früh im Aufbau verliert, wird es hinten doppelt schwer. 0:9 hieß es nach fünf Minuten, nach einem Dreier von Aaron Doornekamp gar 6:16 (10.).

Es folgte ein typisches Beispiel für die Aussagen von Mangold. Der äußerst schwache Rotnei Clarke spielte einen ungenauen Pass auf Tadas Klimavicius, der Gegner griff sich das Leder, und Quantez Robinson bediente per Alley-oop-Anspiel Mike Morrison, der es krachen ließ.

5020 Zuschauer im Telekom Dome warteten auf ein Lebenszeichen ihrer Mannschaft, doch es wurde zunächst nicht besser. Die Dreier von Michal Chylinski zum 9:18 (11.) und 18:35 (19.) waren seltene Höhepunkte. Die Verunsicherung in den Bonner Reihen war greifbar und gipfelte im Missgeschick von Center Dirk Mädrich, der sich den Ball ans Bein spielte, was die Skyliners zum erfolgreichen Fastbreak nutzten.

Nur kurz kam Hoffnung auf. Nach der Pause schienen die Hausherren endlich die Intensität, Aggressivität und Entschlossenheit zu finden, die nötig war, um das Spiel zu kippen. Klimavicius verkürzte mit einem Dreier auf 24:39, der in der Abwehr verbissen kämpfende Mangold verkürzte ebenfalls mit einem Dreier auf 28:41, um gleich im Anschluss den Ball zu klauen und zum 30:41 zu vollenden. Als Aaron White nachlegte und den Rückstand auf neun Punkte drückte, war das Publikum wachgeküsst.

Doch innerhalb von Minuten zogen die Gäste wieder davon. "Die Frankfurter haben das cool runtergespielt", meinte Mangold anerkennend. Die Baskets hingegen zerfielen in ihre Einzelteile. Die Hessen, bei denen Center Johannes Voigtmann (20 Punkte, neun Rebounds) überragte, demontierten ihren Gegner und gewannen erstmals seit 2005 wieder ein Spiel auf dem Hardtberg.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", meinte Baskets-Trainer Fischer ratlos. "Bei uns muss sich grundsätzlich etwas ändern. Wir haben viele Baustellen, von denen ich nach dem Eurocup-Spiel in Oldenburg dachte, dass wir diesbezüglich einen Schritt nach vorn gemacht hätten. Das waren heute drei Schritte zurück. Frankfurt hat über 35 Minuten mit mehr Einsatz sowie höherer Intensität gespielt."

Am Mittwoch haben die Baskets im Eurocup in Bilbao die Chance, ihren Abwärtstrend zu stoppen.

Viertelergebnisse: 6:18, 15:19, 16:24, 22:21
Rebounds: 25:38
Vorlagen: 13:21
Ballverluste: 20:18
Wurfquote2er: 39%:52%
Wurfquote3er: 32%:53%
Freiwürfe: 73%:71%

Scoring:
Telekom Baskets Bonn: Mädrich , McKinney 4 Punkte, Mangold 7/1 Dreier, Chylinski 9/2, Lawrence 7, Klimavicius 16/1, Koch 3/1, White 12, Clarke 1.
Fraport Skyliners Frankfurt
: Klein 19/5, Morrison 9, Little 7/1, Robertson 4, Voigtmann 20/1, Theodore 7, Doornekamp 10/2, Barthel 4, Richter, Merz 2, Dimsa.

Ausführlicher Bericht folgt