Premieren-Saison 1995/1996 Die Center-Riege stellt sich zur Wahl der Legenden

BONN · Die Telekom Baskets Bonn und ihre Hauptsponsor Deutsche Telekom haben mit der Wahl der Legenden aus 20 Jahren Vereinsgeschichte begonnen. Die Aktion läuft unter dem Motto "Vielen Dunk - 20 Jahre unser Team!" Der General-Anzeiger stellt in loser Folge die drei Kandidaten für jede Spielzeit vor.

 Arvid Kramer.

Arvid Kramer.

Foto: Baskets

Auf der Homepage der Baskets können die Fans ihre Legende anklicken und auch gleich sehen, wer gerade die meisten Stimmen hat. Der Sieger jeder Saison wird auf einem 12,50 Meter mal vier Meter großen Transparent an einem Gebäude in Bonn platziert. Höhepunkt der Aktion wird am 3. Mai im Rahmen eines Familientages ein Match der Legenden im Telekom Dome sein.

Zwei der drei Legenden-Kandidaten der Premieren-Saison haben bei der Abstimmung eigentlich keine Chance. Haug Scharnowski und Karsten Schul müssen gegen Arvid Kramer antreten. Sie verbindet die Position auf dem Spielfeld: alle drei spielten auf den großen Positionen, wobei Schul, wie er sich erinnert, auch schon mal auf dem Flügel zum Einsatz kam. "Meine Aufgabe war rebounden und verteidigen. Mein Ziel war es immer, im Spiel so auf sechs Punkte und sechs Rebounds zu kommen. Dann war ich zufrieden", sagt er. Für seine Minuten musste er hart arbeiten. Schul: "Wir haben geschuftet wie die Ochsen."

Das Regiment von Trainer Bruno Socé, der Basketball als harte Arbeit ansah, forderte seinen Tribut. Der heute 47-Jährige Schul schlug später selbst die Trainer-Laufbahn ein, war lange Jahre Assistent in Bonn, arbeitet jetzt an der Sporthochschule in Köln und steht den Baskets immer noch mit Rat und Tat zur Seite.

"Plötzlich stand er da und trainierte mit", erinnert sich Schul noch an Haug Scharnowski. Er war unter den Körben zusammen mit Arvid Kramer Starter im Team. Athletisch, willensstark und ein echter Teamspieler - ganz so wie Socé seine Spieler sehen wollte. Scharnowski, heute 45 Jahre alt, spielte nur eine Saison für die Baskets. Arvid Kramer dagegen war schon zu seiner aktiven Zeit eine Legende. An sich ein liebenswerter Zeitgenosse, der den Schalk im Nacken hat, war er auf dem Spielfeld ein anderer Mensch.

Gegen ihn zu spielen war kein Zuckerschlecken. Ein Center mit Ecken und Kanten und allen legalen und nicht legalen Tricks ausgestattet, die man im Basketball kennt. Der Amerikaner war 1994 von Leverkusen zum Godesberger TV gekommen, einem Vorläuferverein der Telekom Baskets. Kramers Hakenwurf war gefürchtet, er konnte aber auch von außen werfen. "Arvid hat fast alles auf dem Spielfeld gemacht", sagt Schul.

Dann und wann ging sein Temperament mit ihm durch. Sein Gesicht konnte sich dann zur Fratze verzerren und für die Schiedsrichter zum Schreckgespenst werden. Arvid Kramer war zunächst als Spieler für den Verein aktiv, nach dem Ende seiner Karriere bis 2004 als Sportmanager.

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