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Sieg in der Basketball-Bundesliga gegen Würzburg: Die Heimbilanz der Telekom Baskets Bonn bleibt makellos

Sieg in der Basketball-Bundesliga gegen Würzburg : Die Heimbilanz der Telekom Baskets Bonn bleibt makellos

Die Telekom Baskets Bonn müssen gegen Würzburg in der Schlussphase zittern, gewinnen aber mit 87:79 – und klettern sogar für eine Nacht auf Tabellenplatz eins der Basketball-Bundesliga.

Aus den Boxen donnerte Neil Diamonds „Sweet Caroline“ durch den Telekom Dome, als sich die Baskets-Spieler von den Fans feiern ließen. Und wie immer, wenn dieser Klassiker durch eine Halle oder ein Stadion schallt, animiert er viele der Anwesenden zu einem lautstarken „Oh-oh-ooooh“ in der kurzen Pause, nachdem Diamond den Refrain mit „Sweet Caroline...“ begonnen hat. Zu denen, die an dieser Stelle mitsangen, zählten am Samstagabend auch die Bonner Spieler Tyson Ward und Skyler Bowlin. Die Stimmung auf dem Hardtberg war nach dem 87:79 (24:20, 23:15, 25:25, 15:19)-Erfolg gegen s.Oliver Würzburg erwartungsgemäß gelöst.

Nur wenige Minuten zuvor hatte unter den Baskets-Fans noch das große Zittern geherrscht, der vierte Heimsieg im vierten Saisonspiel war in akuter Gefahr. Nach einer komfortablen 13-Punkte-Führung Mitte des letzten Viertels infolge eines erfolgreichen Dreiers von Kapitän Karsten Tadda kämpften sich die Gäste mit einem 10:0-Lauf wieder heran und lagen plötzlich nur noch drei mickrige Punkte hinter den Bonnern zurück (81:78, 39.). Es war Nervenstärke gefragt – und das Team von Cheftrainer Tuomas Iisalo zeigte sie wie schon so oft in dieser noch jungen Saison der Basketball-Bundesliga.

Die Hausherren antworteten mit einem Tip-in von Leon Kratzer sowie einem verwandelten Freiwurf von Tadda und profitierten 34 Sekunden vor Spielende auch noch von einem Ballverlust des Würzburger Spielmachers Cameron Hunt. Im nächsten Angriff fand Jeremy Morgan den an der Dreierlinie freistehenden Saulius Kulvietis. Der Litauer nahm Maß und versenkte den Ball im Korb der Franken – die Entscheidung zum 87:79-Endstand verbunden mit der weiterhin makellosen Heimbilanz. Die Baskets kletterten damit für eine Nacht an die Tabellenspitze, die sie aber am Sonntag wieder hergeben mussten. Den nächsten Angriff auf Platz eins kann das Team nun zwei Wochen vorbereiten: Da am nächsten Wochenende ohne Bonner Beteiligung das Pokal-Achtelfinale ausgetragen wird, sind Kulvietis & Co. in der Liga erst am 19. November auswärts bei Brose Bamberg wieder im Einsatz.

„Wir müssen auch aus Siegen lernen, nicht nur aus Niederlagen“

„Wir haben heute sehr viel gut gemacht“, sagte Baskets-Coach ­Iisalo nach der Partie und ergänzte: „Es war ein wichtiger Sieg und wir müssen auch aus Siegen lernen, nicht nur aus Niederlagen.“ Er bezog sich dabei auf „mentale Fehler“, die sein Team im Laufe der Partie gemacht habe. „Daran arbeiten wir aktuell am meisten. Jeder Ballbesitz ist von Bedeutung, und unsere Aufgabe als Trainer ist es, unsere Spieler immer weiter anzutreiben.“

Im dritten Viertel – nachdem sich seine Mannschaft gerade eine Führung von 18 Punkten erarbeitet hatte – waren diese Fehler aus Sicht Iisalos vermehrt aufgetreten. Zuerst foulte der zuletzt nicht eingesetzte Tim Hasbargen Gegenspieler William Buford beim Dreierversuch und ermöglichte den Würzburgern damit neben den drei Punkten einen Bonusfreiwurf. Iisalo ließ den Guard seine Unzufriedenheit in Mimik und Worten spüren, und der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten. Buford vergab zwar den Freiwurf, doch der Rebound landete in den Händen der Würzburger und kurz darauf im Bonner Korb (63:50, 26.).

Tyson Ward zeigte eine überzeugende Leistung gegen sein ehemaliges Team

Iisalo gab dem Kampfgericht das Signal für ein Timeout und stürmte wutentbrannt seinen Spielern auf dem Feld entgegen. Die Gesprächstemperatur in der folgenden Auszeit dürfte frostig gewesen sein. „Wir hatten in der ersten Halbzeit die Chance, die Führung weiter auszubauen, aber Würzburg hatte immer eine Antwort parat. So war es auch im dritten Viertel. Und wenn man diese Chancen nicht nutzt, dann lässt man dem Gegner die Tür zum Comeback offen“, sagte Iisalo nach dem Spiel. Es war der Bonner Nervenstärke zu verdanken, dass den Würzburgern in der Schlussphase dann doch die Tür vor der Nase zugeknallt wurde.

Hinzu kam als Pluspunkt das variable Scoring der Baskets, aus dem ein Akteur herausstach: Tyson Ward. Der 24-Jährige war zwar nicht Topscorer der Hausherren, zeigte nach einigen unauffälligen Auftritten nun gegen sein letztjähriges Team aber eine überzeugende Leistung. „Er hat mit viel Energie gespielt und hatte heute hoffentlich sein Breakout-Spiel“, sagte Iisalo und sah bei ihm durch die Begegnung mit den ehemaligen Kollegen eine Extramotivation. Die hielt offenbar auch noch über das Spielende hinaus, als Ward beglückt bei „Sweet Caroline“ mit einstimmte.