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Telekom Baskets Bonn: Erst zittern, dann feiern

Telekom Baskets Bonn : Erst zittern, dann feiern

Feiern dürfen muss man sich erst verdienen - und Glück auch. Beides haben sich die Telekom Baskets Bonn im Karnevalsspiel am Samstag gegen die BG Göttingen hart erarbeitet.

Nach dem 66:65-Sieg (17:16, 16:12, 16:18, 17:19) in der Basketball-Bundesliga gegen den starken Aufsteiger war die Erleichterung groß. Das hätte auch danebengehen können. Umso ausgelassener wurde anschließend auf der größten Bonner Karnevalsparty im Foyer des Telekom Domes gefeiert.

Vergessen waren die letzten Spielminuten, in denen es nicht gut für die Bonner aussah und sie beim letzten Angriff noch Gefahr liefen, das Spiel zu verlieren. Die Nerven der 6000 kostümierten Fans im ausverkauften Bonner Basketball-Tempel waren bis aufs Zerreißen gespannt.

Ihre Mannschaft hatte sich 40 Minuten lang gegen die massive Göttinger Zonendeckung äußerst schwergetan. Sie verrannte sich ein ums andere Mal in dem Dickicht aus Körpern, Armen und Beinen in der Zone, brachte den Ball so gut wie nicht mehr unter den Korb und musste es immer wieder von außen probieren. 36 Dreierversuche wies die Statistik am Ende aus. Da die Bonner davon nur zehn verwandelten, wurde es eine echter Krimi.

Die Entscheidung fiel in den letzten Sekunden. Angelo Caliaro, einer der Besten im Baskets-Dress an diesem Abend, hatte Pech mit einem Dreier, der nur auf den Ring titschte. 16 Sekunden vor der Schlusssirene blieb es bei der knappen 66:65-Führung. Im Gegenzug hätte der Gast die Überraschung schaffen können, doch Alex Ruoff - auf seinem Weg nach vorne gut verteidigt von den Bonnern - misslang der Pass auf Khalid El-Amin. Der Göttinger Spielmacher, mit 21 Punkten bester Schütze auf dem Parkett, brachte den Ball noch artistisch zurück ins Feld. Doch Ruoff konnte das orangfarbene Leder nach dem Anspiel von Godbold nicht festhalten und ließ es ins Aus fallen - die Entscheidung.

Während die Fans jubelten und die Spieler auf dem Feld herumhüpften, blickte ihr Coach auf der Ehrenrunde immer noch mit verkniffenen Lippen finster drein. "Man muss auch gegen eine Zonendeckung den Ball unter den Korb bringen", kritisierte er. Das gelang nur in der ersten Halbzeit das ein oder andere Mal. Dann schienen die Hausherren zu verkrampfen. "Die Göttinger haben die Zone sehr geschickt gespielt. Und wenn man dann zwei, drei Würfe nicht trifft, geht das natürlich in den Kopf rein", erklärte Andrej Mangold.

Der 28-Jährige bildete zusammen mit Caloiaro ein schlagkräftiges Duo. Durch den Ausfall von Benas Veikalas, der im Training umgeknickt war, bekam der Deutsche einige freie Würfe hinter der Dreiererlinie. Und da Mangold im Gegensatz zu seinen Teamkollegen ein gutes Händchen hatte, war er mit zwei Treffern entscheidend an der 15:6-Führung beteiligt und beantwortete im zweiten Viertel auch die Aufholjagd Göttingens aus der Distanz mit dem 22:18. Er krönte auch die beste Bonner Phase nach der Pause mit dem Dreier zum 43:30 (24. Minute).

Doch dann agierten die Gastgeber zunehmend kopflos. Sie gerieten sogar mit 52:56 in Rückstand (34.), ehe die große Stunde von Caloiaro schlug. Der Amerikaner erzielte zwölf Punkte in Folge, darunter zwei Dreier, bis zur 64:61-Führung. Der letzte Bonner Korb blieb Tadas Klimavicius vorbehalten: 66:63. Und es begann das große Zittern mit Happy End.

"Mit unserer Verteidigung und unserer Reboundleistung war ich sehr zufrieden", sah Fischer auch Positives. Das waren die Trümpfe des Bonner Spiels und die Grundlage für eine ausgelassene Karnevalsfeier, bei der sich die Spieler unter ihre Fans mischten. Erst spät kamen sie mit ihren Kostümen aus der Kabine, angeführt von der FBI-Spezialeinheit Geno Lawrence und Ryan Brooks. Der nächste wichtige Einsatz wartet auf sie und ihre Mitspieler am Samstag in Trier. Dann gilt es, Platz vier zu verteidigen, auf den die Baskets durch die Niederlage Ulms gerückt sind.

Die Statistik

Telekom Baskets Bonn: McConnell 3 Punkte/1 Dreier (14:26 Minuten Spielzeit), Mädrich 7 (14:11), Brooks 7/1 (36:34), Mangold 14/4 (30:25), Caloiaro 19/3 (29:49), Lawrence 2 (28:50), Klimavicius 11 (25:49), Koch (9:45), Wachalski 3/1 (10:11).

BG Göttingen: El-Ami 21/1, Ruoff 13/2, Boykin 10/1, Kamp 8, Godbold 6/2, Kulawick 5/1, Spohr 2, Onwuegbuzie, Bahiense de Mello, Njei.

Trefferquote: Bonn 39 Prozent (23/59), Göttingen 39 Prozent (24/62). Dreierquote: Bonn 28 Prozent (10/36), Göttingen 28 Prozent (7/25). Freiwurfquote: Bonn 83 Prozent (10/12), Göttingen 77 Prozent (10/13). Rebounds: Bonn 41/Beste: Caloiaro 9, Klimavicius 7, Brooks 6, Mädrich 5 - Göttingen 33/Beste: Kamp 7, Godbold 5. Assists: Bonn 22/Beste: Lawrence 7, Brooks 6 - Göttingen: 6/Bester: Kamp 3. Ballverluste: Bonn 17, Göttingen 12. Ballgewinne: Bonn 6, Göttingen 8. Fouls: Bonn 18, Göttingen 18.