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Finalturnier als Vorbild für Pokalwettbewerb

Basketball-Bundesliga

Finalturnier der Liga dienst als Vorbild für den Pokalwettbewerb

Der diesjährige deutsche Basketballmeister wurde beim Finalturnier in München ermittelt. Nach einem ähnlichen Modus wird im Oktober und November der Pokal ausgespielt. FOTO: dpa / Tilo Wiedensohler

Bonn Die Basketball Bundesliga (BBL) startet mit einem neuen Modus in den Pokalwettbewerb. Gespielt wird mit vier Qualifikationsturnieren plus einem Top Four.

Viel Lob erntete die Basketball-Bundesliga (BBL), als sie sich in Corona-Zeiten als einzige Hallensportart daran wagte, ihre Saison – wenn auch modifiziert – komplett durchzuziehen, und am Ende einen Meister präsentierte. Ob Handball, Eishockey oder Volleyball – die Indoor-Konkurrenz hatte da schon längst die Segel gestrichen und ihre Spielzeiten abgebrochen. Das BBL-Konzept, in München mit einer Allianz der Freiwilligen ein Zehner-Finalturnier unter Quarantäne-Bedingungen durchzuführen, das am Ende Alba Berlin gewann, war letztlich ein Erfolg.

Von den Erfahrungen will die Liga auch bei ihrem Pokalwettbewerb profitieren, der nach einem modifizierten Modus stattfinden wird. „Dabei greifen wir ein Stück weit das Erfolgsmodell des Finalturniers in München auf“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Erste wesentliche Modifikation ist, dass an vier Standorten in Deutschland – zwei im Norden und zwei im Süden – mit insgesamt 16 Mannschaften Vierer-Qualifikationsturniere im Modus jeder gegen jeden ausgetragen werden.

Pokalsieger wird Anfang November ermittelt

Zweite wesentliche Modifikation: Der Wettbewerb wird komplett vor Beginn der Meisterschaftsrunde durchgezogen – mit dem Höhepunkt Top-Four-Turnier, bei dem am 1./2. November die vier Turniersieger um den Pokal streiten. Die Spiele der Qualifikationsturniere verteilen sich auf die zwei Wochenenden am 17./18. Oktober und am 24./25. Oktober. Die Bundesligasaison beginnt am 6./7./8. November. In der vergangenen Saison waren die Pokalspiele noch vom Achtelfinale bis zum Finale über die Saison und die komplette Republik verteilt, je nachdem, wer gemäß Auslosung Gastgeber war.

Nicht zum Teilnehmerfeld zählen die Hamburg Towers als Letztplatzierter der im März abgebrochenen Hauptrunde und Aufsteiger Niners Chemnitz. Die restlichen Teams werden in zwei Pools aufgeteilt. Den Pool Nord bilden Alba Berlin, EWE Baskets Oldenburg, BG Göttingen, Fraport Skyliners, Rasta Vechta, Basketball Löwen Braunschweig, JobStairs Giessen 46ers und die Telekom Baskets Bonn. Zu den Süd-Teams zählen MHP Riesen Ludwigsburg, ratiopharm Ulm, FC Bayern München Basketball, Brose Bamberg, Hakro Merlins Crailsheim, s.Oliver Würzburg, medi Bayreuth und Syntainics MBC.

Ausrichter der Quali-Turniere stehen noch nicht fest

Für die Ausrichtung der Qualifikationsturniere sowie für das Top Four können sich die Clubs bewerben. Die Ausrichter werden für das Qualifikationsturnier gesetzt, alle anderen Teilnehmer werden entsprechend der Nord/Süd-Einteilung frei zugelost. Die jeweiligen Gruppensieger nehmen am Finalturnier teil und spielen um den ersten Titel der Saison 2020/2021.

„Ich halte das für ein gutes Format, das für die kommende Saison einen exzellenten Kompromiss darstellt. Man hat mindestens drei Spiele gegen hochkarätige Gegner bis zum Saisonstart“, sagte Michael Wichterich, Sportmanager der Baskets. Noch besser wäre es, wenn man als Gastgeber auftreten könne. Wichterich: „Sportlich wäre das gut für uns, wenn wir in eigener Halle spielen dürften und einen gewissen Heimvorteil genießen könnten.“ Die Münchner werden das nach dem für sie enttäuschenden Finalturnier eher nicht behaupten. „Ich dachte mir vorher schon, dass es gerade für die Heimmannschaft schwierig wird, vier Wochen lang im Hotel zu sein und dann noch ohne Fan-Unterstützung spielen zu müssen. Doch jetzt im Pokal auf zwei Wochenenden verteilt das Qualifikationsturnier zu bestreiten, ist vollkommen unproblematisch und eher ein Vorteil für die Heimmannschaft“, sagt Wichterich.

Münchener lassen Bewerbung als Ausrichter noch offen

Doch ob sich der Club überhaupt als Ausrichter bewerben wird, ließ Präsident Wolfgang Wiedlich noch offen. „Es ist ja erst einmal nur der Modus beschlossen worden. Wir müssen jetzt die Ausschreibung abwarten, welche Vorgaben es genau geben wird. Es ist ja auch noch nicht klar, ob Zuschauer zugelassen werden“, wartet Wiedlich noch ab.

Davon abhängig wäre auch das Hygienekonzept, das man erst noch erarbeiten müsse, und das dann auch deutlich komplexer ausfallen werde. „Das muss genau zum Standort passen. Jede Halle ist ein Individuum“, sagte Wiedlich. Für das Finalturnier um die Meisterschaft hatten sich die Baskets beworben, aber gegen München den Kürzeren gezogen.

Baskets-Geschichte

Kolodziejskis Trikot und Medaille in Verteigerung

Zwei besondere Stücke aus der Geschichte ihres Vereins versteigern die Baskets. Es geht um ein original getragenes Trikot von Artur Kolodziejski aus der Saison 2007/2008 und die Silbermedaille für die Vizemeisterschaft. Es war die erste Spielzeit der Baskets im neugebauten Telekom Dome. Der damalige Publikumsliebling Kolodziejski war für seinen leidenschaftlichen Einsatz und bissige Verteidigung bekannt. Auf die beiden Stücke kann bei eBay geboten werden. Der Erlös der Auktion kommt zu 100 Prozent dem Telekom Baskets Bonn e.V. (Jugend- und Amateurbereich) zugute.