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Igor Jovović: Telekom Baskets verkünden neuen Cheftrainer

Basketball in Bonn : Telekom Baskets verkünden neuen Cheftrainer

Die Telekom Baskets haben Igor Jovović als neuen Trainer verpflichtet. Zuvor hatten die Bonner angekündigt, die Trainerfrage schnell zu klären.

Und dann ging alles ganz schnell. Am Montagabend hatten die Telekom Baskets Bonn in ihrer Youtube-Übertragung verkündet, dass man möglichst zeitnah die Trainerfrage klären wolle. Schon am Mittwoch meldete der Basketball-Bundesligist Vollzug. Mit Igor Jovović wechselt der Co-Trainer des entthronten deutschen Meisters Bayern München auf den Hardtberg.

Der 37-Jährige kennt sich in der Bundesliga aus. Von 2016 bis 2018 arbeitete der Montenegriner beim Mitteldeutschen BC. Bis 2013 war er in seiner Heimat Trainerassistent und ab April 2013 Cheftrainer bei KK Buducnost Podgorica. In dieser Zeit wurde er mit dem Spitzenteam siebenmal Meister von Montenegro. Vor dem Engagement in München hatte er beim polnischen Erstligisten Stelmet Zielona Gora Station gemacht. Erfahrung hat der Mann also trotz seines noch jungen Alters schon zur Genüge.

Dass es einen Trainerwechsel in Bonn geben würde, war schon Mittwochnacht klar geworden. Da hatte Jovovićs Vorgänger Will Voigt via Twitter mitgeteilt, dass er nicht mehr auf den Hardtberg zurückkehre. „Unglücklicherweise konnten wir nicht zu einer Einigung über die Vertragsverlängerung für die nächste Saison kommen“, schrieb Voigt.

Der US-Amerikaner war Anfang Februar an den Rhein gekommen, nachdem die Baskets sich von Trainer Thomas Päch getrennt hatten. Die Bonner waren im Lauf der Hauptrunde in der Tabelle immer weiter nach unten gerutscht, waren kurzzeitig sogar Schlusslicht. Als Voigt sich ans Ruder begab, waren die Baskets in Abstiegsgefahr – auch aufgrund der instabilen Leistungen. Das besserte sich unter Voigt, bei Abbruch der Hauptrunde wegen der Coronavirus-Pandemie gab es Anlass zur Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Die Wortwahl Voigts suggeriert, dass er gerne in Bonn weitergearbeitet hätte. Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich bestätigte, dass es die Baskets waren, die den Schlussstrich zogen. „Nach sehr intensiven Beratungen in unserem inneren Kreis sind wir zu der Entscheidung gelangt, in eine andere Richtung zu gehen“, sagte Wiedlich.

Sportmanager Michael Wichterich bedankte sich bei Voigt. „Will kam bei uns in eine schwierige Situation und hat einen guten Job gemacht. Das hat sich in der Anzahl der Siege vielleicht nicht so niedergeschlagen, aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war schon eine andere und hat in eine gute Richtung gedeutet“, sagte Wichterich. Es sei dann ein langer Prozess bis zur Entscheidung gewesen, den Vertrag trotzdem nicht zu verlängern. „Aufgrund der Wichtigkeit dieser Personalie waren mehrere Leute im Club an der Entscheidung beteiligt“, so Wichterich. Konkreter wurde er nicht, doch scheint Voigt trotz seiner sportlichen Kompetenz nicht bei allen gut angekommen zu sein. Darüber hinaus scheinen auch seine finanziellen Forderungen außerhalb dessen gelegen zu haben, was die Baskets zahlen wollten.

Nun, da die Trainer-Personalie geklärt ist, können die Baskets konkret weiter an der Zusammenstellung des Kaders arbeiten. Die Aufgabenstellung ist komplex. Es gilt, Spieler mit Qualität und Charakter zu finden, die auch ins Budget passen. Und dann gibt es da noch verbliebene Profis wie beispielsweise Kapitän TJ DiLeo und Joshiko Saibou, deren teure Altverträge nicht mehr so recht in die aktuelle Marktlage passen wollen. Vonseiten der Baskets fällt das Wort nachverhandeln. Wichterich: „Wir werden sicherlich im Einzelfall noch mal das Gespräch suchen. In der Hoffnung auf gute Lösungen.“

Ob Yorman Polas Bartolo oder Martin Breunig noch einmal im Baskets-Trikot auflaufen werden, hängt unter anderem ebenfalls von den Finanzen ab. Sie gehörten zu den Topverdienern und müssten für eine Weiterverpflichtung Abstriche machen. Wichterich machte klar: „Solche Verträge können wir aktuell nicht mehr anbieten. Wichtig ist für mich: Wir haben ein solides deutsches Gerüst, Xavier Pollard kommt dazu, darüber hinaus werden wird jetzt mit dem neuen Trainer die weiteren Verpflichtungen tätigen.“

Ein spezieller Fall ist Saibou. Der ehemalige Berliner hatte im Zuge der Corona-Krise zuletzt mit Verschwörungstheorien Schlagzeilen gemacht. „Dass er sich und uns damit keinen Gefallen getan hat, ist offensichtlich“, sagt  Wichterich. Arbeitsrechtlich hat sich der 29-Jährige aber dadurch nichts zuschulden kommen lassen. Der Bonner Sportmanager setzt auf das persönliche Gespräch. Denn: „Über Joshiko selbst, so wie er bei uns aufgetreten ist und wie ich ihn erlebt habe, kann ich nichts Negatives sagen.