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Telekom Baskets Bonn - Fraport Skyliners: Immer mit der Ruhe

Telekom Baskets Bonn - Fraport Skyliners : Immer mit der Ruhe

Die Telekom Baskets biegen Partie gegen die Fraport Skyliners in der Schlussphase noch um und gewinnen 76:70.

Als Gordon Herbert sich in der 33. Spielminute an der Seitenlinie ein neues Kaugummi in den Mund schob, um es zu quälen, mag der kanadische Trainer bereits geahnt haben, dass es für seine Frankfurter wieder nicht zum Sieg auf dem Hardtberg reichen würde - wie schon so oft.

Ryan Brooks hatte einen Dreier zum Bonner 59:63-Anschluss im Korb seines Ex-Clubs untergebracht und nicht nur die Lautstärke im Telekom Dome verdeutlichte: Die Baskets hatten ihren Rhythmus gefunden. Es hatte auch lange genug gedauert. In einem von mustergültiger Defense getragenen Comeback beraubten sie die Skyliners - immerhin mit dem Selbstvertrauen aus sieben Siegen in Serie angereist - ihrer Optionen und rauschten an den Gästen, die seit der sechsten Minute immer geführt hatten, vorbei zum 76:70 (18:25, 16:21, 19:15, 23:9)-Sieg. Die Bonner Serie hält: Die Baskets sind im sechsten Spiel hintereinander ungeschlagen.

"Eines vorweg: Frankfurt hat ein starkes Spiel gemacht", lobte der Bonner Pointguard Geno Lawrence die Gäste. "Wir hatten zum Schluss gute Stopps, haben wichtige Würfe getroffen - und die Halle hat uns mit der nötigen Energie versorgt." Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg gewesen. Nach einem offenen Schlagabtausch im ersten Viertel, in dem die Frankfurter eine Dreierquote von 88 Prozent (7/8) verzeichneten, bauten die Gäste ihre Führung aus.

Bonn fand noch nicht die rechte Mischung zwischen den Hilfen unter dem Korb und der Verteidigung an der Drei-Punkte-Linie. Vorn wollten die Dreier immer noch nicht fallen und an der Freiwurflinie war die Quote lausig. Mit einem 34:46-Rückstand ging es in die Pause - in der Bonner Kabine gab es Gesprächsbedarf. Denn bis dahin war das einzig Erfreuliche auf dem Statistikbogen die paritätisch verteilte Spielzeit.

[kein Linktext vorhanden]Die ersten Punkte nach dem Seitenwechsel gingen auf das Konto des ewigen Frankfurters Quantez Robertson. Per Dreier traf er zur höchsten Führung (49:34). Die Baskets ihrerseits steigerten nun die Intensität, was zu Ballgewinnen führte. Mit einem Veikalas-Dreier zum 37:49 ging es bergauf, ein Steal von Andrej Mangold brachte die Tribüne zusätzlich in Wallung. Jetzt warfen sich die Baskets nach jedem Ball, die Fans erklärten sich solidarisch und ließen ihre Sitzschalen ungenutzt. Baskets-Trainer Mathias Fischer zog eine Option, die Frankfurt aus dem Konzept brachte: Er spielte "klein", also ohne etatmäßigen Center, dafür mit den beiden Power Forwards Steve Wachalski und Angelo Caloiaro. Nach dem dritten Viertel, in dem auch Ryan Brooks - in seinem 150. BBL-Spiel - und der lange unauffällige Caloiaro aus der Distanz trafen, stand es 53:61. Das sah schon deutlich besser aus, aber noch nicht gut.

Mickey McConnell eröffnete den letzten Durchgang wegweisend mit einem Steal, gab Fersengeld und legte den Ball zum 55:61 in den Korb (31.). Jetzt schien Herbert zu spüren, dass das Momentum die Seite wechseln würde und holte das Kaugummi aus der Tasche seines Sakkos. Sein Team wehrte sich nach Kräften, aber die Baskets hatten - wie so oft in dieser Saison - an sich geglaubt und mit Geduld doch noch ihr Spiel gefunden.

Als Topscorer Veikalas mit einem schwierigen Dreier die erste Bonner Führung seit einer Ewigkeit erzielte (70:68, 38.), lief es für Bonn, als hätte es nie Probleme gegeben. Der Kapitän ballte die Faust. Frankfurt war nun ohne Momentum und in der schlechteren Position - das Herbert-Team hatte noch vier Fouls zu geben, ehe man Bonn an die Freiwurflinie schicken und damit die Uhr hätte anhalten können. So verrannen die Sekunden und die Baskets gaben sich keine Blöße mehr. "Wir haben zwei unterschiedliche Hälften gesehen", sagte Fischer. "Wir wussten, dass wir nur über eine bessere Defense gewinnen können. Wenn unsere Verteidigung steht, funktioniert auch die Offense. In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Teamleistung abgeliefert, den Ball besser bewegt, Rebounds geholt und unseren Rhythmus gefunden."

Für den Tabellenvierten geht es am Samstag (20.30 Uhr) zum Spitzenreiter nach Bamberg. "Da erwartet niemand was von uns - außer wir selbst", sagte Mangold und lächelte nicht. Er meint das genau so. Die Baskets glauben an sich.