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Baskets besiegen Trier: Irgendwie gewonnen

Baskets besiegen Trier : Irgendwie gewonnen

Nach vier sieglosen Jahren in Trier gelingt den Telekom Baskets Bonn endlich wieder ein Erfolg. Die Basketballer vom Rhein siegten mit 80:74.

Mathias Fischer sah mitgenommen aus - wie schon so oft. Sein Team hatte es spannend gemacht - wie schon so oft. Aber die Telekom Baskets vertrauten in ihre Stärken und fuhren ein lange enges Spiel in Trier mit einem kräftigen Tritt aufs Gaspedal doch noch nach Hause - wie schon so oft in dieser Saison. In den letzten fünf Minuten gestatteten sie den Trierern keinen Punkt mehr, siegten mit 80:74 (15:19, 23:20, 22:23, 20:12) und stürzten den Bundesliga-Dino in den Abstiegskampf. Es war im 50. Duell Rhein/Mosel der erste Bonner Auswärtssieg seit 2009 und eine gelungene Generalprobe für die Pokalqualifikation gegen die BG Göttingen am Dienstag (20 Uhr, Telekom Dome).

"Henrik Rödl hatte sein Team gut auf uns eingestellt", sagte Mathias Fischer nach der Partie. "Sie haben uns viel weggenommen, aber wir haben im vierten Viertel ins Spiel gefunden und noch irgendwie - ich betone: irgendwie - gewonnen." Und Rödl lobte: "Wir haben gut gespielt, gegen ein Team, das sich offensiv mit jedem in der Liga messen kann." Aber bis zum Bonner Sieg war es ein weiter Weg gewesen.

Als hätte er es geahnt, sagte Andrej Mangold vor der Partie: "Wir täten gut daran, gleich für klare Verhältnisse zu sorgen und die Partie nicht eng werden zu lassen." Ein Plan, der nicht aufging. Zum einen präsentierte sich Trier wie ein Team, das wusste, was die Stunde geschlagen hat. Nach dem 67:82 gegen Crailsheim und dem 44:84 in Bamberg hielten ihre Fans zur Veranschaulichung Plakate mit Uhren hoch, die fünf vor zwölf anzeigten. Und zum anderen erwischten die Baskets eben nicht den besten Start.

Trier war bissig in der Verteidigung und treffsicher aus der Distanz. Als Adin Vrabac in der fünften Minute per Dreier traf und im Gegenzug nach einem Sprint Geno Lawrence blockte, war die Trierer Arena da und bereit, ihre grünen Riesen zu unterstützen. Gegen Bonner, die in den letzten vier Jahren immer als Favoriten an die Mosel gekommen und als Verlierer nach Hause gefahren waren. Frei nach dem Motto: "Gegen Bonn geht immer was."

Aber die Baskets ließen sich nicht abschütteln. Dirk Mädrich hielt dagegen, und Ende des ersten Viertels konterte der starke Mickey McConnell mit sechs Punkten in Folge - mit einem 15:19-Rückstand gingen die Bonner in die erste Pause.

Das Team von Henrik Rödl hatte auch im zweiten Viertel nichts von seinem Enthusiasmus eingebüßt und zog durch ein Drei-Punkte-Spiel von Marko Lukovic und einen Dreier von Laurynas Samenas auf 25:15 davon (12.) - ein Rückstand, den Mangold nicht bereit war zu akzeptieren. Er verkürzte per Dreier auf 18:25, und auch nach dem nächsten Distanzwurf von Lukovic, der Trier 33:22 (14.) in Führung brachte, war es Mangold, der die Differenz wieder unter die zehn Punkte brachte. Dass er auf Bonner Seite am längsten auf dem Feld stand, war kein Zufall. Wie schon gegen Göttingen bot Mangold eine ganz starke Partie. Kurz vor der Pause glich Mädrich aus der Distanz zum 33:33 aus, dann zwang Geno Lawrence Jermaine Anderson mit bissiger Defense an der Mittellinie zum Rückspiel und sorgte wiederum per Dreier für die erste Bonner Führung (19.). Dass die Hausherren dennoch mit einem Vorsprung in die Pause gingen, hatten sie den Baskets zu verdanken, die bei noch zehn Sekunden auf der Uhr für Anderson zum Korbleger Spalier standen.

Mit dem Absinken der Trierer Trefferquote kamen die Baskets gleichzeitig immer besser in die Partie. 17 Mal sollte die Führung noch wechseln, dann machten die Baskets ernst. Sie engten die Trierer in der Offensive ein und ließen vorn den Ball laufen. Das erfolgreiche Teamplay schloss ein ums andere Mal Angelo Caloiaro ab - schön, spektakulär und erfolgreich. Als er in der 36. Minute ein schönes Anspiel von Geno Lawrence zur 76:74-Führung nutzte, quittierte der Spielmacher dies mit einem kräftigen Klaps auf den lockigen Hinterkopf. Die folgende Auszeit nützte den Trierern auch nichts mehr, die Baskets hielten ihren Korb dicht.