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Kein Saison-Auftakt für die Telekom Baskets: Gegner Bayreuth muss in Quarantäne

Gegner Bayreuth in Quarantäne : Saison-Auftaktspiel der Telekom Baskets ist abgesagt

Schon zum Saisonauftakt wirbelt die Corona-Pandemie den Spielplan der Basketball-Bundesliga durcheinander. Am Donnerstag wurde das Auftaktspiel der Telekom Baskets Bonn gegen medi Bayreuth abgesagt.

Was alle befürchtet haben, ist eingetreten: Die Corona-Pandemie beeinträchtigt schon zum Saisonstart den Spielbetrieb in der Basketball-Bundesliga (BBL) in massiver Weise. Das für Samstag geplante Spiel der Telekom Baskets Bonn zum Auftakt bei medi Bayreuth wurde am Donnerstagabend abgesagt.

Der gesamten Mannschaft von Bayreuths Trainer Raoul Korner war am 24. Oktober wegen zweier Corona-Fälle vom örtlichen Gesundheitsamt eine Quarantäne verordnet worden, die noch nicht aufgehoben wurde. Bayreuths Geschäftsführer Johannes Feuerpfeil bat am Dienstag bei der Spielleitung der BBL um die Verlegung der Partie. Wann sie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Ebenfalls am Donnerstag war die Begegnung der Giessen 46ers gegen den Mitteldeutschen BC abgesagt worden. Die Hessen hatten mitgeteilt, dass ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Auch in diesem Fall entschied das örtliche Gesundheitsamt, dass die komplette Mannschaft für 14 Tage in Quarantäne muss. Es werden also weitere Spielabsagen folgen.

„Es zeichnet sich ab, dass es eine komplizierte Saison werden wird“, sagte Michael Wichterich, Sportmanager der Baskets. „Immerhin spielen wir nicht international und haben nicht so den Druck wie die Mannschaften, die in Europa unterwegs sind. Für die wird das schon komplizierter, wenn sie betroffen sind. Wir haben genügend Lücken im Terminplan in den nächsten Wochen.“

Unverständnis wegen Ungleichbehandlung

Dennoch zeigte er wenig Verständnis dafür, dass die Behörden Basketball anders behandeln als den Profifußball. Dort wurden bisher nur die betroffenen Spieler isoliert. „Ich kann unter Garantie sagen, dass unser Hygienekonzept nicht schlechter ist“, versicherte Wichterich und meinte damit nicht nur seinen Verein, sondern die gesamte Liga.

Der Saisonauftakt der Bonner ist damit auf Sonntag nächster Woche (15 Uhr, Telekom Dome) mit dem Heimspiel gegen die Riesen Ludwigsburg verschoben. Vorher allerdings geht es für das Team von Trainer Igor Jovovic am Dienstag (19 Uhr, Telekom Dome) um den Einzug ins Top-Four-Turnier des BBL-Pokals. Gegner wird Alba Berlin sein, das wegen einer Quarantäne bisher noch kein einziges Pokalspiel bestritten hat. Die Baskets haben ihrerseits bereits die Pokalspiele gegen die EWE Baskets Oldenburg und die Löwen Braunchweig gewonnen und könnten gegen die Albatrosse den entscheidenden dritten Erfolg holen. Gegen Berlin soll auch James Thompson IV nach Verletzung wieder einsatzfähig sein.

Ex-Baskets Trainer Koch sarkastisch: "Habe den Jackpot geknackt"

 Äußerst unglücklich mit der Situation ist Gießens Sportdirektor Michael Koch. Der Job des ehemaligen Trainers der Baskets, der acht Jahre am Rhein arbeitete, steht unter keinem guten Stern. „Ich habe den Jackpot geknackt“, meinte er mit Galgenhumor. „Am 1. März habe ich in Gießen angefangen, dann haben wir das Hessenderby gegen Frankfurt verloren – und dann kam Corona. Das war’s dann erst einmal mit Sportdirektor. Alles, was sportlich relevant war, ist relativ schnell beendet worden.“

Er hatte vor wenigen Tagen schon vorausgesagt, dass jeder Bundesligist im Saisonverlauf direkt oder indirekt von der Pandemie betroffen sein werde, ohne zu ahnen, dass es seinen Club gleich als einen der ersten erwischen würde. Aufgrund der Länge der Quarantäne wird auch die Begegnung der Gießener am 15. November in Hamburg ausfallen. „Wir werden Lösungen entwickeln, wie wir die Jungs zu Hause den Umständen entsprechend fit halten können, um dann hoffentlich spätestens am dritten Spieltag gegen Ulm auf dem Parkett stehen zu dürfen“, sagte Koch der „Welt“.

Wie sein Baskets-Kollege Wichterich berichtete, ist bisher unklar, wie viel Zeit Mannschaften, die aus der Quarantäne kommen, zugestanden wird, um sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. „Das müssen wir noch regeln“, sagte der Bonner Sportmanager.