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Eugene Lawrence: Kontinuität im Spielaufbau

Eugene Lawrence : Kontinuität im Spielaufbau

Es hat etwas länger gedauert, als sich die Telekom Baskets gewünscht hatten, aber sie haben es geschafft: Eugene Lawrence wird auch in der kommenden Saison in der Basketball-Bundesliga im Magenta-Dress auf Korbjagd gehen.

Der 28-Jährige hat einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben. "Es ist legitim, dass er erst einmal schauen wollte, ob es ein lukrativeres Angebot für ihn gibt. Am Ende des Tages konnten wir ihm das beste Paket bieten", zeigte sich Baskets-Sportmanager Michael Wichterich sehr zufrieden. Wichterich: "Wir können nun das fortführen, was wir in der vergangenen Saison begonnen haben."

Denn der Amerikaner sorgt für Kontinuität auf der so wichtigen Position des Spielmachers. Da waren die Bonner vor einem Jahr mit Jared Jordan in die Spielzeit gestartet. Und fast schien es so, als sei der "Magier" das Maß aller Dinge für die Bonner. Nicht zuletzt die Fans wollten Jordan nicht mehr missen. Umso erstaunlicher war, dass die Baskets ihren Denker und Lenker relativ unaufgeregt mitten in der Saison nach Bamberg ziehen ließen und dann mit Lawrence den Ersatz präsentierten.

Und siehe da, Jordan war schnell vergessen. Der bullige Nachfolger - ein 105 Kilogramm schweres Kraftpaket - fügte sich nahezu nahtlos ins Team ein, stand seinem Vorgänger in puncto Assists kaum nach, verlieh der Mannschaft in der Verteidigung ein Stück mehr Robustheit und trat auch offensiv in bemerkenswerter Weise in Erscheinung. Am Ende waren durchschnittlich 6,0 Assists, 9,9 Punkte, 40,7 Prozent Dreierquote und 75,6 Prozent Trefferquote von der Freiwurflinie in insgesamt 16 Spielen genug, um sich für weitere Aufgaben im Telekom Dome zu empfehlen. Dort blieb Lawrence im übrigen bisher ohne Niederlage.

Der gebürtige New Yorker ist bereits der sechste Spieler, den die Baskets vom alten Team mit in die neue Saison nehmen können. Während Benas Veikalas, Steve Wachalski und Florian Koch vertraglich noch gebunden waren, hatte man unlängst Anschlussverträge mit Ryan Brooks und Nationalspieler Andrej Mangold (zwei Jahre) abgeschlossen.

"Was Kontinuität angeht, sieht es bei uns in der Tat gut aus. Es spiegelt aber auch den Trend wider, der sich in Deutschland abzeichnet. Es gibt mittlerweile deutlich mehr Wechsel in der Liga, aber auch mehr Kontinuität in den Kadern. Das spricht für die Qualität der Liga im europäischen Wettbewerb und die gestiegene Wertschätzung für den deutschen Basketball", führte Wichterich aus. Dazu bei trügen auch die ökonomische und politische Stabilität in Deutschland. Das krasse Gegenteil wären Nationen wie die Ukraine oder Israel, wo keiner mehr allzu gerne spielen wolle.

In der weiteren Kaderplanung konzentrieren sich die Bonner nun auf die beiden noch zu verpflichtenden Innenspieler: Center und Power Forward. Da wird es ziemlich sicher zwei neue Gesichter geben. Weder einen Kurt Looby noch einen Jamel McLean oder einen Tony Gaffney wird man in Bonn wiedersehen. Wichterich: "Unser Augenmerk gilt anderen Spielern." Das Anforderungsprofil für die vakanten Positionen ist indes klar. "Der Power Forward soll athletisch sein, und er soll laufen können, denn wir wollen wieder schnell spielen. Er soll idealerweise ein variables Spiel haben, also auch Dreier werfen können", sagte Wichterich.

Es soll auch möglich sein, den sogenannten Vierer als Dreier auf dem Flügel ins Spiel zu schicken. Wichterich: "Das ist nicht als Regel vorgesehen, aber die Variante soll möglich sein." Einen entsprechenden Kandidaten können die Baskets vielleicht noch in dieser Woche präsentieren.

Vor diesem Hintergrund soll der neue Center ein klassischer Brettcenter sein. Wichterich: "Er muss Turm in der Schlacht sein, sowohl vom Kopf als auch vom Körper her. Es ist natürlich nicht abträglich, wenn er auch werfen kann." Der Bayreuther Brian Qvale ist laut Wichterich "ein interessanter Spieler, aber wir haben auch noch andere im Blick".

Läuft alles wie geplant, werden die Baskets einen Zehnerkader mit Spielern haben, "die", so der Bonner Manager, "absolut spielfähig sind. Selbst wenn sich jemand verletzt, sind wir immer noch gut aufgestellt." Das heißt, auch Youngster Florian Koch soll mehr Minuten bekommen und eine größere Rolle spielen. Wichterich: "Das ist der Plan, und ich denke, dass er dazu bereit ist."