Playoff-Start Telekom Baskets gehen bei Alba Berlin unter

Update | Berlin · Der Start in die Playoffs ist für die Telekom Baskets Bonn gehörig in die Hose gegangen. Im ersten Duell mit Alba Berlin unterlagen die Bonner letztlich verdient mit 68:94.

 Nur selten konnte sich Thomas Kennedy (l.) gegen Alba durchsetzen.

Nur selten konnte sich Thomas Kennedy (l.) gegen Alba durchsetzen.

Foto: dpa/Andreas Gora

Der erste Versuch ist gescheitert. Am Ende sogar äußerst deutlich. Die Telekom Baskets Bonn haben das erste Spiel in der Playoff-Viertelfinalserie gegen Alba Berlin mit 68:94 (14:17, 17:24, 20:27, 17:26) verloren und liegen entsprechend in der Best-of-Three-Serie mit 0:1 hinten. In der Uber Arena in Berlin war der elffache deutsche Meister aus der Hauptstadt vor allem in der zweiten Halbzeit letztlich deutlich überlegen.

„Wir haben hier vor einer Woche gespielt, aber heute war das etwas ganz anderes“, meinte Till Pape nach der Partie. „Viele von uns haben noch nie BBL-Playoffs gespielt.“ Ein Fakt, den auch Berlins Guard Matt Thomas als wichtigen Faktor ansah: „Wir haben die Erfahrung in Playoffs, das hat uns geholfen.“

„Die Mutter aller Spiele“ begann für die Bonner Fans mit einer tollen Nachricht. Erstmals seit dem 23. Dezember stand Center Benedikt Turudic nach seiner Rücken-Operation wieder auf dem Spielberichtsbogen. Zu einem Einsatz kam er aber nicht. Stattdessen starteten Harald Frey, Brian Fobbs, Noah Kirkwood, Savion Flagg und Thomas Kennedy in die Partie.

Die zeigten gleich, was Coach Roel Moors ihnen mit auf den Weg gegeben hatte: Voller Fokus auf die Verteidigung. Bis auf einen Dreier von Thomas ließen die Bonner in den ersten dreieinhalb Minuten hinten nichts zu, zwangen Alba zu Ballverlusten und immer wieder zu schweren Würfen. Allerdings wollte auch vorne nicht viel gelingen. Frey mit einem Dreier, sonst ging in den ersten sechseinhalb Minuten nichts. Gezwungene Aktionen, hart verteidigte Würfe, abgeblockte Züge zum Korb – die Bonner Offense fand überhaupt nicht statt. Auch, weil sich die Spieler nicht richtig zu trauen schienen. „Nehmt die Würfe“, schrie Moors seine Mannen denn auch in er ersten Auszeit an. Da führte Alba mit 10:3.

Ein 10:0-Run bringt Alba davon

Moors brachte Glynn Watson für den unglücklich agierenden Frey, der auch schon zwei Fouls auf dem Konto hatte. Und nun wurde es besser. Weil das Duo Watson und Pape funktionierte. Beide machten je zwei Körbe, ein Dreier von Fobbs und die Bonner waren dran. Alba führte nur aufgrund seiner sieben verwandelten Freiwürfe mit 17:14 nach den ersten zehn Minuten.

Die Baskets hatten ihrem Coach in der Spielvorbereitung offenbar gut zugehört. Mit voller Physis und großer Konzentration gingen sie in der Defense zu Werke. Da hielt Pape körperlich voll gegen den viel größeren und schweren Kresimir Nikic dagegen, Alba wurde häufig zum Buzzerwurf nach 24 Sekunden gezwungen, oder zum Ballverlust. Und nun trafen die Bonner selbst ordentlich. Dreier von Flagg, Bonn war erstmals in Führung (20:19). Es ging hin und her, es blieb eng. Bis zum 31:31 zwei Minuten vor der Pause. Als Alba einen Gang höher schaltete und mit einem 10:0-Lauf den 41:31-Pausenstand stellte. „Das war genau das, was wir nicht wollten. Da haben wir den Fokus verloren und das Momentum in der zweiten Halbzeit nicht mehr gefunden“, erklärte Pape nach der Partie.

In der Pause hatte Watson noch optimistisch geklungen: „Wir müssen Kleinigkeiten ändern, ihre Läufe stoppen und selbst treffen.“ Gelingen sollte das aber nicht. Denn nun ließ es Berlin Dreier regnen. Thomas, Sterling Brown, Johannes Thiemann, Alba war 50:35 weg. Da nutzte auch der kleine Lauf von Kirkwood nichts, der sieben Punkte in drei Angriffen erzielte. Spätestens als Thomas einen Dreier mit Foul von Fobbs plus den fälligen Freiwurf zum 64:47 traf, schien die Lage aussichtslos.

Alba war nun in allen Belangen überlegen. Allen voran den Rebounds. Die Hausherren griffen sich insgesamt 46 zurückspringende Bälle, davon 14 in der Offensive. Den Bonnern fielen nur 18 Bälle in die Hände. Verständlich, dass Moors diese Schwäche in derber Sportsprache ansprach: „Holt euch die f… Rebounds“. Und auch die Quote von außen sprach klar für die Albatrosse, die fast 50 Prozent ihrer Dreier trafen (14 von 29), Bonn nur 29 Prozent. Und noch ein unglaublicher Alba-Vorteil: Berlin bekam 22 Freiwürfe, verwandelte 20. Bonn nur fünf (zwei Treffer).

Fünf Minuten vor dem Ende stellte Thiemann auf 79:58, brachte Alba erstmals auf mehr als 20 Punkte in Front. Am Ende waren es 26. Für Bonn blieb die Erkenntnis, dass Alba an diesem Tag letztlich einfach eine Nummer zu groß war. Und die Hoffnung, es am Sonntag (17 Uhr, Dyn) im zweiten Spiel in Berlin besser zu machen.

Bonn: Kirkwood 14 Punkte/ein Dreier, Watson 12/2, Pape 11/1, Kennedy 9, Fobbs 8/2, Frey 7/1, Sengfelder 4, Flagg 3/1, Griesel, Koch, Thiemann

Berlin: Thomas 18/5, Thiemann 12/1, Brown 10/2, Hermannsson 10, Mattisseck 8/2, Wetzell 7/1, Delow 7/1, Rapieque 6/1, Schneider 5/1, Nikic 4, Olinde 4, Koumadje 3

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
Aus Harvard auf den Hardtberg
Baskets-Spieler Noah Kirkwood Aus Harvard auf den Hardtberg