86:93 gegen Alba Berlin Telekom Baskets sind aus den Playoffs ausgeschieden

Bonn · Die Saison der Telekom Baskets Bonn ist zu Ende. Nach einem großen Kampf und einem Spiel auf Augenhöhe verlieren die Bonner mit 86:93 im dritten Playoff-Spiel gegen Alba Berlin.

 Die Telekom Baskets haben gegen Alba Berlin erneut verloren und sind in den Playoffs ausgeschieden.

Die Telekom Baskets haben gegen Alba Berlin erneut verloren und sind in den Playoffs ausgeschieden.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Die Fans feierten ihre Helden schon elf Sekunden vor dem Ende. Es war klar, dass dieses Spiel nicht mehr zu gewinnen war. Aber die Spieler hatten 40 Minuten alles gegeben, Blut, Schweiß und Tränen gelassen. Und das honorierten die 6.000 im weiten Eck des mal wieder ausverkauften Telekom Domes. „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ ließen sie lautstark ertönen, allesamt mit hochgehaltenem Schal.

Telekom Baskets verlieren gegen Alba Berlin in den Playoffs
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Telekom Baskets Bonn verlieren drittes Playoff-Spiel gegen Alba Berlin

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Wie schon am Montag hatten die Telekom Baskets Bonn mit Alba Berlin voll mitgehalten. Doch am Ende sollte es wieder nicht sein. Die 86:93 (20:20, 21:20, 27:28, 18:25)-Niederlage war die dritte in der Playoff-Serie gegen den elfmaligen deutschen Meister. Die Saison der Baskets ist damit zu Ende, Alba zieht ins Halbfinale ein.

Schon die Choreographie vor dem Spiel sorgte für Gänsehaut. Die Baskets hatten an alle Fans Armbändchen verteilt, die nun im Dunkeln in Magentafarben blinkten. Dazu hielten die Anhänger wie schon beim Play-in-Spiel gegen Ludwigsburg riesige Spielkarten und Jetons hoch. Getreu des Playoff-Mottos. „All-in“.

Dieses, so hatte es Coach Roel Moors seinen Spielern vor dem Spiel eingehämmert, sollte auch die Mannschaft nach den zwei Auftaktniederlagen beherzigen. Den Auftakt machten Harald Frey, Brian Fobbs, Noah Kirkwood, Savion Flagg und Till Pape. Und die sorgten gleich für den ersten Schockmoment – als Fobbs einen Pass rund zwei Meter über Frey hinweg ins Aus spielte. Doch dann waren die Bonner da. Zwei Steals hintereinander gegen Weltmeister-Center Johannes Thiemann, auf der anderen Seite traf Frey, stopfte Flagg. So sollte es zunächst weitergehen. Giftige, aggressive Baskets zogen bis auf 8:2 davon.

Baskets Bonn hielten lange mit

Alba-Coach Israel Gonzalez hatte schon früh genug gesehen. Seine Unterbrechung sollte sein Team denn auch zurückbringen. Schnell war Alba mit 11:10 vorne. Aber die Baskets hielten weiter dagegen. Ein Fünf-Punkte-Sprint von Glynn Watson, ein Dreier von Kirkwood, dann eine artistische Einlage von Thomas Kennedy, der unter dem Korb durchtauchte und den Ball hinter dem Kopf in die Reuse warf. 20:20 stand es nach den ersten zehn Minuten. Zuvor hatten die Baskets alle acht Viertel in der Serie verloren, jetzt das erste Teil-Remis.

Die Halle war voll da und schrie die Spieler weiter zur höchsten Konzentration. Die war auch nötig. Vor allem für Frey. Den Norweger attackierten die Berliner nun mit allem, was sie hatten. Jonas Mattisseck und Malte Delow spielten Ganz-Feld-Presse gegen Bonns Spielmacher, doppelten ihn immer wieder. Doch Frey behielt die Nerven, fand Lösungen – und zweimal spektakulär Kennedy, der auf 26:23 stellte. Auf Berliner Seite war vor allem Thiemann ein ständiger Unruheherd, den die Baskets aber eigentlich gut verteidigten. Doch Thiemann durfte immer wieder an die Linie und traf sechs von sechs Freiwürfen allein im ersten Durchgang. Nicht alle Pfiffe wurden von den Fans genauso gesehen.

Chris Sengfelder drehte auf

In den letzten Minuten drehte dann Bonns Kapitän auf. Chris Sengfelder fightete unter dem Berliner Korb und machte sechs Punkte zum 39:40. Alles sah dennoch nach einem Halbzeitrückstand bei Ballbesitz Berlin aus. Doch Sam Griesel klaute den Ball, Pass zu Kirkwood und der Kanadier stellte auf 41:40. Das erste gewonnene Viertel in der Serie.

Bestimmt wurde das Bonner Spiel von Frey, den Coach Moors fast das komplette zweite Viertel spielen ließ und von Noah Kirkwood. Der Kanadier drehte voll auf. Acht Punkte und zwei Assists standen auf seinem Konto zur Pause. Danach wurde er noch besser. Immer wieder zog Kirkwood zum Korb, legte ab und ein Kollege netzte ein (58:54). Aber Alba hatte seine Freiwürfe, acht im dritten Viertel. Und einen unglaublichen Louis Olinde, der drei Dreier reinnagelte. Mit 68:68 ging es in den letzten Spielabschnitt.

Doch in dem sollte es nicht mehr optimal laufen. Einen 3:8-Start konnte Kennedy mit Power und Treffsicherheit noch einmal aufholen, der Kanadier war letztlich mit 22 Punkten Topscorer des Spiels. Bei 76:78 waren die Bonner noch einmal dran, bekamen zwei Freiwürfe, die Sengfelder jedoch verwarf. Danach zeigte sich die schon bekannte Abgezocktheit der Berliner, die das Spiel eiskalt nach Hause fuhren.

Bonn: Kennedy 22 Punkte (6 Rebounds), Kirkwood 11/3 Dreier (7 Assists), Frey 11 (5 Assists), Flagg 10, Watson 9/1, Fobbs 9/2, Pape 8/1, Sengfelder 6, Turudic, Griesel

Berlin: Thiemann 18, Olide 18/4, Thomas 17/4, Brown 16/2, Wetzell 7, Hermannsson 6, Nikic 5, Delow 2, Schneider 2, Koumadje 2, Mattisseck, Bean

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