Riesen Ludwigsburg Viel Physis, wenig Zielwasser

Bonn · Die Saison der Riesen Ludwigsburg ähnelt der der Telekom Baskets Bonn: ein einziges Auf und Ab. Besonders stark sind das Guard-Trio und das Reboundverhalten.

  Enttäuscht: Die Riesen (von links) Yorman Polas Bartolo, Diminykas Pleta, Desure Buie, Jaren Lewis und Jacob Patrick nach der Niederlage in Bonn.

Enttäuscht: Die Riesen (von links) Yorman Polas Bartolo, Diminykas Pleta, Desure Buie, Jaren Lewis und Jacob Patrick nach der Niederlage in Bonn.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Die Zahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache. 80:79, 91:86, 80:75, 85:81, 87:60 – 5:0 lautet die eindeutige Siegbilanz der Telekom Baskets Bonn in dieser Saison gegen die MHP Riesen Ludwigsburg, erspielt in zwei Bundesliga-Partien, zwei Champions-League-Duellen und einem Pokalfight. Nun treffen die beiden Clubs am Dienstag in den Play-Ins erneut aufeinander, zum sechsten Mal in dieser Spielzeit.

Eine leichte Aufgabe dürfte das Match gegen die Württemberger aber nicht werden. Denn vier der fünf Spiele in der ausgedehnten Serie endeten knapp mit einem bis maximal fünf Punkten Vorsprung für die Bonner. Und dass beide Teams erst am Sonntag am letzten Bundesliga-Spieltag aufeinandergetroffen sind, macht die Herausforderung für Headcoach Roel Moors und seine Spieler nicht geringer. Auch wenn die Bonner da am Ende als deutlicher Sieger hervorgingen.

„Ludwigsburg liegt uns“, sagt Baskets-Guard Noah Kirkwood selbstbewusst. Das liegt auch daran, dass die Bonner das unheimlich physische Spiel, für das die Riesen seit Jahren bekannt sind, in allen Duellen voll angenommen haben. Denn leichte Punkte gibt es gegen die Mannschaft von Coach Josh King nicht. Von den Top-Acht-Teams der Bundesligatabelle hat nur Chemnitz mehr Fouls begangen als Ludwigsburg.

Die Saison der Riesen ist dabei durchaus mit der der Baskets vergleichbar. Eine tolle Vorstellung in der Champions League mit dem Erreichen des Viertelfinales und ein absolutes Auf und Ab in der Bundesliga. Während der Saison bezwangen die Ludwigsburger Topteams wie Ulm, Würzburg, Chemnitz und Berlin, Vechta sogar zweimal. Auf der anderen Seite setzte es aber auch unerklärliche Niederlagen gegen Rostock oder den MBC.

Dreh- und Angelpunkt des King-Teams sind die drei Spielmacher Jayvon Graves, Desure Buie und Silas Melson, die einzigen drei Spieler, die im Schnitt zweistellig punkten. Zusammen kommt das starke Guard-Trio auf 41 Punkte, elf Assists und drei Steals pro Spiel. Alle drei probieren sich dabei vor allem als Distanzschützen, pro Spiel werfen sie zusammen 16 Mal von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Allerdings nicht immer enorm zielsicher, mit einer Trefferquote von 34,2 Prozent gehören die Riesen zu den schlechtesten Teams der Liga in Sachen Dreier. Überhaupt finden nur 44,6 Prozent der Ludwigsburger Würfe ihr Ziel (Bonn 49,1 Prozent). Nur Heidelberg ist da noch schlechter. Zumeist können die Riesen das mit ihrer Physis jedoch ausgleichen. Mit durchschnittlich 38,8 Rebounds sind sie das zweitbeste Team der BBL im Kampf um den zurückspringenden Ball (Bonn 35,2).

Bisher haben die Baskets in dieser Saison gegen die Riesen alles richtig gemacht, wenn ihnen das ein sechstes Mal gelingt, spielen sie am Wochenende in den Playoffs.