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Telekom Baskets: Schlechter Tag für den Basketball

Telekom Baskets : Schlechter Tag für den Basketball

Am dritten Spieltag des Play-off-Viertelfinales in der Basketball-Bundesliga haben diejenigen im Mittelpunkt gestanden, die dort eigentlich weniger gerne gesehen werden: die Schiedsrichter.

Boris Schmidt, Benjamin Barth und Nesa Kovacevic zogen in Oldenburg den Unmut der Bonner auf sich, weil sie die sehr konsequente Verteidigung der Gastgeber weniger rigide ahndeten als die der Bonner.

Als die Baskets im dritten Viertel auf drei Punkte herangekommen waren, hatten die Baskets-Guards Jared Jordan, Benas Veikalas und David McCray zügig vier Fouls auf dem Konto und damit kaum mehr defensiven Handlungsspielraum. Ob die Bonner sonst eine Siegchance gehabt hätten?

Kaffeesatzleserei. Am Ende standen deutliche 30 Punkte Differenz zu Oldenburger Gunsten auf der Anzeigetafel (97:67). Schlimmer erging es Phoenix Hagen. Das Schiedsrichter-Trio Moritz Reiter, Toni Rodriguez Soriano und Konstantin Simonow nahm Einfluss auf die Partie in Bamberg.

Mit der Schlusssirene des ersten Viertels - es stand 27:27 - entwickelte sich nach einem handgreiflichen Scharmützel zwischen dem Bamberger Karsten Tadda und Hagens Marc Dorris eine größere Angelegenheit, bei der auch diejenigen "mitwirkten", die zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Feld standen.

Das Betreten des Feldes ist nur den zehn Spielern gestattet, die gerade am Spiel teilnehmen. Für die anderen zieht es ein disqualifizierendes Foul nach sich. Reiter und Kollegen bestraften nur Hagener. Dorris musste wegen der Tätlichkeit die Halle verlassen, Bernd Kruel und Max Kramer, weil sie das Spielfeld unerlaubt betreten hatten. Bamberg blieb straffrei und gewann das Spiel in kompletter Besetzung und mit zehn Punkten Vorsprung (104:94).

Es dauerte nicht lange, da begannen die Diskussionen in den sozialen Medien und ein Film zeigte eindeutig, dass die Unparteiischen Hagen stark benachteiligt hatten. "Es ist klar zu erkennen, dass falsch entschieden wurde", sagte BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser gestern. "Das hat Jens Staudenmeyer (Leiter Sport der BBL, Anm.d.Red.) den dreien auch gesagt", so Kaiser, "es hätten auch Bamberger bestraft werden müssen."

An der Wertung des Spiels ist nichts mehr zu ändern, die Liga kann nicht aufgrund von Fernsehbildern Bamberger nachträglich bestrafen. "Es waren Tatsachenentscheidungen", erklärt der BBL-Pressesprecher. Im Übrigen hat Hagen auch nicht Protest gegen die Wertung eingelegt.

Jetzt ist Spielleiter Dirk Horstmann am Zug. "Er wird sich ein genaues Bild verschaffen und die Sperren dann entweder aufheben oder bestätigen", sagt Kaiser. Es kann also sein, dass Dorris sein Mütchen noch ein bisschen kühlen muss, die anderen beiden aber im nächsten Spiel wieder eingreifen können. Ob das Schiedsrichter-Trio in diesen Play-offs noch einmal eingreifen wird, konnte Kaiser gestern noch nicht sagen.