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Baskets verlieren Saison-Auftakt in Crailsheim: Schwache Defensive kostet den Sieg

Baskets verlieren Saison-Auftakt in Crailsheim : Schwache Defensive kostet den Sieg

Fehlstart für die Telekom Baskets Bonn in die Saison der Basketball-Bundesliga. Bei den Crailsheim Merlins verloren die Bonner am Samstag mit 89:91 (22:27, 20:17, 17:19, 30:28).

Eine Niederlage, die weh tut. Schließlich war der sportliche Absteiger der vergangenen Saison erst mit einer Wildcard zurück ins Oberhaus gekommen und gehört auch diesmal wieder zu den Teams, die um den Klassenerhalt werden kämpfen müssen.

Dennoch war die Mannschaft von Trainer Ingo Enskat gegen den Gast vom Rhein von Beginn an hellwach und trumpfte selbstbewusst auf. Mit blitzschnellem Angriffsspiel, viel Mut zum Risiko und beherztem Zupacken in den Zweikämpfen machten die Merlins von Beginn an viel Druck und deckten Schwächen in der Bonner Defensive schonunglos auf.

Im Spiel eins gegen eins sahen die Profis von Baskets-Coach Mathias Fischer über weite Strecken alt aus. Oft wurden sie von ihrem Gegner schon mit dem ersten Schritt geschlagen. "Wenn das einem Spieler passiert, kann man das noch kompensieren, wenn aber zwei oder drei Spieler ihrem Gegner hinterherlaufen müssen, kommt die ganz Rotation durcheinander", sagte Fischer: "Wenn man auswärts 89 Punkte erzielt, sollte das eigentlich reichen, ein Spiel zu gewinnen."

Schnell mit 6:15 hinten

Gleich das erste Viertel machte klar, dass den Bonnern vor rund 2600 Zuschauern in der Crailsheimer Hakro-Arena eine schwer zu lösende Aufgabe bevorstand. Das war auch den rund 100 mitgereisten Bonner Fans spätestens nach sechs Minuten klar, als ihre Mannschaft mit 6:15 hinten lag. Bis dahin waren vom Brett abprallende oder umkämpfte Bälle in aller Regel bei den reaktionsschnellen Crailsheimern gelandet.

"Da haben wir zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben und waren nicht aufmerksam genug", sagte Fischer. 27 Gegenpunkte nach zehn Spielminuten waren am Ende die Quittung für eine desolate Verteidigung.

Immerhin zeigten die Baskets dann, dass sie es auch besser können, ließen im zweiten Viertel nur 17 Punkte zu und zeigten in der Offensive vielversprechende Ansätze. Vor allem das Spiel über Center Tadas Klimvavicius, der mit 21 Punkten zum Topscorer seines Teams avancierte, funktionierte im Gegensatz zur Vorbereitung sehr gut. Und hätten die Bonner ihre freien Würfe aus der Distanz besser genutzt und nicht so viele Freiwürfe vergeben, wäre zur Halbzeit mehr drin gewesen als der Anschluss zum 42:44.

"Crailsheim hat sehr viele schwierige Würfe verwandelt"

Demgegenüber brachte ihr Gegner immer mal wieder unglaubliche Würfe im Korb unter. Beispielsweise der starke Konrad Wysocki, der nach dem 27:22-Zwischenstand von den Bonnern stark verteidigt wurde und trotzdem den Dreier mit Ablauf der 24 Sekunden Angriffszeit versenkte. "Crailsheim hat sehr viele schwierige Würfe verwandelt. Das muss man anerkennen", erklärte Fischer.

Doch mit nur zwei Punkten Rückstand waren die Gäste zur Pause wieder im Spiel, ließen den Gegner nach Wiederbeginn aber wieder davonziehen. Wysocki markierte mit einem Dreier das 52:42. Es spricht für die Moral der Bonner, dass sie sich in solchen Phasen wieder zurückkämpften. Rotnei Clarke, der offensiv mit zwölf Punkten und fünf Assists überzeugen konnte, brachte sein Team mit einem Dreier zum 53:58 auf fünf Punkte heran.

Auch nach dem 67:74-Rückstand schlugen die Baskets zurück und hätten das Spiel gewinnen können. Jimmy McKinney. Andrej Mangold mit Freiwürfen, Aaron White mit einem Dunking und Eugene Lawrence wieder mit Freiwürfen sorgten für einen Bonner 8:0-Lauf und die erste Führung des gesamten Spiels: 75:74. Das 75:77 beantwortet erneut Lawrence mit einem Dreier zum 78:77.

Mit dem folgenden Korbleger von Jordan Callahan, der von den Baskets nie zu stoppen war und mit 24 Punkten zum Topscorer des Abends avancierte, leiteten die Merlins in den letzten zwei Minuten die Entscheidung zu ihren Gunsten ein. Die Bonner zwangen Crailsheim immer wieder an die Freiwurflinie, um den Rückstand von drei oder vier Punkten zu verkürzen, doch ihr Gegner ließ sich dadurch nicht mehr beeindrucken. Florian Koch traf weniger als zwei Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Dreier noch zum 89:90 - zu spät.

Noch Luft nach oben

"Crailsheim hat mit viel Feuer gespielt", sagte Mangold. Man habe den Baskets deutlich angemerkt, dass sie in der Vorbereitung lange Zeit nicht komplett trainieren konnten. Mangold: "In solchen Spielen entscheidet am Ende auch das Glück, und das war heute leider nicht auf unserer Seite." Das Team habe auf jeden Fall noch Luft nach oben, meinte der Co-Kapitän. Die Spieler müssten die Niederlage jetzt aufarbeiten, aber dann schnell aus ihren Köpfen bekommen, "denn am Mittwoch geht es schon wieder weiter".

Dann empfangen die Baskets zur Heimpremiere um 20 Uhr im Telekom Dome den Mitteldeutschen BC, der ebenfalls mit einer Niederlage in die Saison gestartet ist. Das Team von Trainer Silvano Poropat verlor gegen Hagen mit 72:79.

Telekom Baskets Bonn:
Silas (0), Mädrich (4), Mangold (4), Philmore (8), McKinney (8/2 Dreier), Lawrence (10/1, 5 Assists), Klimavicius (21, 6 Rebounds), Koch (9/1), White (13, 6 Rebounds), Clarke (12/1, 5 Assists)

Crailsheim Merlins:

Johnson (8), Callahan (24/2), Carpenter (dnp), Friederici (dnp), Calvin (12), Wysocki (17/3), Monse (dnp), Stainbrook (14), Robinson (13), Schwartz (0), Jost (0), Flomo (3)