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Bayern München vs. Telekom Baskets: Starke Leistung nicht belohnt

Bayern München vs. Telekom Baskets : Starke Leistung nicht belohnt

Der Meister wackelte gewaltig, aber er fiel nicht um. Eine großartige spielerische und kämpferische Vorstellung der Telekom Baskets Bonn beim FC Bayern München wurde am Sonntag am Ende nicht belohnt.

Erst in der Verlängerung verlor die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer mit 107:112 (23:26, 30:31, 28:23, 15:16, 11:16), heimste für ihre Vorstellung zwar Lob von allen Seiten ein, doch die Punkte blieben an der Isar.

5527 im Audi Dome und die Fans vor dem Fernseher, die bei der Übertragung von Sport1 zuschauten, bekamen einen spektakulären Schlagabtausch zu sehen. Im Gegensatz zu den Spielen zuvor, als die Baskets oft schwach in die Partie starteten, um dann einem Rückstand hinterherzulaufen, begannen sie konzentriert und setzten um, was der Trainer ihnen mitgegeben hatte. Fischer hatte gefordert, ohne Respekt vor dem großen Namen aufzuspielen und an die Siegchance zu glauben.

Noch am späten Freitagabend hatten die Münchner in der Euroleague in Griechenland bei Pana- thinaikos Athen antreten müssen. Damit war in Bonn die Hoffnung verbunden, dass der Gegner vielleicht körperlich nicht ganz auf der Höhe sein könnte - und zudem durch die 72:87-Niederlage auch psychisch angeschlagen.

Zu Beginn hatten die Gäste auch mehr vom Spiel. Nach einem Dreier von Dirk Mädrich führten sie 12:7. Doch nach den ersten vier Minuten entwickelte das Geschehen seinen ganz eigenen Charakter. Beide Teams kamen in einen offensiven Rhythmus, den sie gegenseitig nur ganz schwer stören konnten. Bonn führte nach Freiwürfen von Benas Veikalas mit 19:15, als München mit einem 6:0-Lauf den Spieß umdrehte: 20:19 für die Bayern.

Nach einem Dreier von Heiko Schaffartzik waren es die Münchner, die sich beim 29:23 etwas abgesetzt hatten und die Führung durch den starken Dusko Savanovic (22 Punkte) auf 34:27 ausbauten. Dann war aber Bonn mit einer kleinen Aufholjagd an der Reihe - bis zum 36:39 durch einen Korbleger von Topscorer Tadas Klimavicius (22 Punkte). Auffällig, dass sich die Gäste nicht auf ihre Distanzstärke verließen, sondern immer wieder entschlossen zum Korb zogen und dort hochprozentig trafen.

Das Starensemble von Trainer Svetislav Pesic blieb zunächst zwar in Führung, konnte diese aber nie entscheidend ausbauen. Immer wieder kamen die Baskets zurück und verkürzten den Abstand. Phasenweise spielten sie sehr schön anzusehenden Basketball, der auch Bayern-Coach Pesic beeindruckte. "Ich habe großen Respekt vor der Spielweise der Bonner. Sie haben heute eine Lehrstunde in Sachen Basketball gezeigt", sagte der Serbe. Nach einem Dreier des überragenden Mickey McConnell (15 Punkte, 9 Assists) war Bonn beim 47:50 wieder auf drei Punkte herangekommen.

Bei den Hausherren war es Savanovic, der immer dann Verantwortung übernahm, wenn es wichtig war. Sein Dreier zum 66:58 ließ Bayern wieder davonziehen. Und als in der Folge Veikalas, Brooks und Klimavicius die Baskets wieder bis auf einen Punkt herangebracht hatten (69:70), antwortete Savanovic aus der Distanz zum 73:69.

Erstmals seit der Anfangsphase bekamen aber dann die Rheinländer Oberwasser. Dreier Veikalas, Dreier Angelo Caloiaro und ein Korb von McConnell - die Baskets führten in der 28. Minute mit 77:73. Es hätte jetzt Akzente in der Defensive bedurft, um sich einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Das gelang nicht. "In solchen Phasen haben wir es verpasst, uns abzusetzen", erklärte Baskets-Trainer Fischer. Die Unterlegenheit im Rebound war ein weiterer Grund dafür. Fischer: "Wir haben München zu viele zweite Chancen ermöglicht." Nach dem 83:80 durch McConnell, drehten John Bryant mit Freiwürfen und natürlich Savanovic mit einem Dreier den Spieß wieder um: 85:83 für München.

Die Bonner, die im Verlaufe der zweiten Halbzeit vor allem aus der Distanz auf Touren kamen, gaben sich aber nicht geschlagen und suchten weiter mutig ihre Chancen. Brooks traf so zum 90:88. Doch einmal mehr Savanovic antwortete postwendend auf gleiche Weise zum 91:90 für die Bayern, die beim folgenden 94:90 auf der Siegerstraße schienen. Eugene Lawrence, Caloiaro und Klimavicius erzielten aber sechs Punkte zum 96:96 - Verlängerung.

In die startete Bonn zwar mit einem Dreier von Lawrence, es war jedoch der Meister, der die Oberhand gewann. Die Baskets hatten Foulprobleme. Mädrich saß schon mit dem fünften Vergehen auf der Bank, Klimavicius musste sich gegen Bryant zurückhalten, und die Fehlwürfe häuften sich. Die Freiwürfe von Lucca Staiger und der anschließende Korb des starken Münchner Spielmachers Bo McCalebb (14 Punkte, 13 Assists) zum 109:104 eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene konnte Bonn nicht mehr kontern.

"Meine Mannschaft hat nie aufgegeben, mitgehalten und immer gekämpft", sagte Fischer. Gleich sieben seiner Profis punkteten zweistellig. Trotz der Niederlage sieht er deren Selbstvertrauen für das Spiel im Eurocup am Mittwoch in Saragossa und am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Phoenix Hagen gestärkt.