Neuer Flügelspieler Telekom Baskets verstärken Kader mit Javontae Hawkins

Bonn · Flügelspieler Javontae Hawkins verstärkt bis zum Saisonende die Telekom Baskets Bonn. Es ist ein spektakulärer Neuzugang mit Fragezeichen.

 Baskets-Nachverpflichtung Javontae Hawkins, Spitzname „Hawk“.

Baskets-Nachverpflichtung Javontae Hawkins, Spitzname „Hawk“.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Spektakulärer Neuzugang mit Fragezeichen: Die Telekom Baskets haben Flügelspieler Javontae Hawkins mit einem Vertrag bis zum Saisonende ausgestattet. Der US-Amerikaner spielte bereits in der Saison 2019/2020 in Crailsheim erfolgreich unter Baskets-Headcoach Tuomas Iisalo, bevor er die vergangene Spielzeit aufgrund einer Knieverletzung verpasste. Es ist also unklar, wie schnell die Baskets ihn integrieren und in den Wettkampfmodus bringen können.

Die letzte Meldung, die Verfolger der Basketball-Bundesliga von dem 28-Jährigen aus Michigan gesehen haben, stammt aus Ludwigsburg. Dorthin war Hawkins nach der starken Crailsheimer Spielzeit gewechselt, erlitt aber in der Saisonvorbereitung einen Kreuzbandriss – ausgerechnet im Testspiel gegen die Merlins.

Nach einer starken Saison 2019/20 bei den Crailsheimern mit durchschnittlich 16,0 Punkten, 4,5 Rebounds und 1,4 Assists hätte Hawkins eine zentrale Rolle im Team von Riesen-Headcoach John Patrick einnehmen sollen. Stattdessen: OP und Reha.

Dann war es länger still ehe vor einigen Wochen das Gerücht auftauchte, dass Bonn vor einer Verpflichtung von Hawkins stünde. Die Baskets beantworteten Fragen zurückhaltend, das Gerücht verlor so schnell an Fahrt, wie es sie aufgenommen hatte.

Nun also doch. Knapp einen Monat vor Ende der Hinrunde erweitern die Baskets ihren Kader mit einem weiteren internationalen Spieler, also einem mit nicht-deutschem Pass. Das bedeutet, einer der Internationalen wird künftig zusehen müssen. Es läuft doch gerade sportlich weit besser als erwartet beim Tabellenzweiten. Warum also Bewegung im Kader?

„Ja, es läuft. Das stimmt schon“, sagt Baskets-Sportmanager Andreas Boettcher. „Aber jeder Trainer hat das Interesse, das Trainingsniveau möglichst hoch zu halten. Verletzungen spielen in diese Thematik hinein, natürlich unter Umständen auch ein möglicher Corona-Verdachtsfall. Darauf muss man ja bei aller Vorsicht gefasst sein. Abgesehen davon ist Hawk einfach ein richtig guter Spieler.“

Einer, den Iisalo offenbar unbedingt haben wollte – trotz des vorgeschädigten Knies, was ihn wiederum für Bonn bezahlbar gemacht haben dürfte. „Da verlassen wir uns auf unsere bewährte medizinische Abteilung und natürlich die Meinung unseres Coachingstaffs“, erklärt Boettcher. „Und da gibt es eine klare Übereinstimmung in der Beurteilung. Sonst wäre er am Wochenende nicht dabei“.

Der finnische Baskets-Ceftrainer kennt Hawkins nicht erst seit der gemeinsamen Crailsheimer Zeit. Hawkins startete seine Profi-Karriere in der Saison 2017/2018 beim finnischen Erstligisten Vilpas Vikings unter Baskets-Co-Trainer Tuomas’ Bruder Joonas Iisalo, mit dem er das Finale erreichte. „Unser Kader wird durch Hawk noch flexibler und wir werden besser auf mögliche Verletzungen vorbereitet sein“, sagt Iisalo. „Durch einen weiteren Profi wird unser Training zudem noch kompetitiver.“

Für die Partie am Samstag bei den Giessen 46ers ist Hawkins bereits spielberechtigt. „Javontae hat über ein Jahr lang keinen Wettkampf bestritten. Er muss jetzt erst seinen Rhythmus finden“, gibt Boettcher zu Bedenken. „Es wäre vermessen, bereits in Gießen Crailsheimer Werte zu erwarten. Aber er hat alle Voraussetzungen, die Baskets in verschiedenen Bereichen weiter zu verbessern.“