Telekom Baskets Bonn Baskets-Monster gegen das Schlusslicht

Bonn · Die Telekom Baskets erwarten als Zweiter den Tabellenletzten Medi Bayreuth. Unter der Woche wurden die Energie-Reserven nach den kräftezehrenden Partien gegen Oldenburg und Straßburg wieder aufgefüllt.

Viel Kraft hat in den Partien gegen Oldenburg und Straßburg Baskets-Spielmacher TJ Shorts gelassen. Gut möglich, dass er gegen Bayreuth weniger Spielzeit bekommt.

Viel Kraft hat in den Partien gegen Oldenburg und Straßburg Baskets-Spielmacher TJ Shorts gelassen. Gut möglich, dass er gegen Bayreuth weniger Spielzeit bekommt.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports/IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Derix

Tuomas Iisalo spricht gern und bezogen auf viele Situationen in der täglichen Arbeit mit seinen Spielern sowie den Aspekten des Spiels im Allgemeinen von Balance. Die will auch am Samstag gefunden werden. Denn die Partie, die den Baskets ins Haus steht, darf in der aktuellen Situation nicht unterschätz werden.

Denn vor dem immens wichtigen – weil entscheidenden – Spiel um den Einzug ins Final4 der Champions League am kommenden Dienstag, tritt am Samstag (18 Uhr) der Tabellenletzte Medi Bayreuth in Bonn an. Wie vor Wochenfrist würde Iisalo das Bundesliga-Spiel niemals als Generalprobe für die dritte Partie der Viertelfinalserie gegen Straßburg bezeichnen.

Stets betont er, dass Platz eins in der Tabelle der Bundesliga – und damit das Playoff-Heimrecht in allen Runden – ein wichtiges Ziel bleibt. Gerade ist Alba Berlin wieder an den Baskets vorbei gezogen, beide Teams haben bisher nur zwei Partien der Hauptrunde verloren. Gesetzt den Fall, dass die anderen Teams Bonn und Berlin kein Spiel mehr streitig machen können, dann fände die entscheidende Partie am 25. April im Telekom Dome statt. Nach der Bonner 76:81-Hinspielniederlage in Berlin hätte der Verlierer der Partie in Bonn dann eine Niederlage mehr auf dem Konto als der Gewinner und würde  die Saison auf Platz zwei abschließen – wie gesagt; sofern beide alle anderen Spiele bis zum Ende der regulären Saison gewinnen.

Aber zuerst will der Tabellenletzte mit aller Ernsthaftigkeit „bearbeitet“ werden. Ein Team, von dem Iisalo mit großem Respekt spricht, weil da ein Traditionsclub um den Klassenerhalt kämpft. „Sie fighten für einen Standort und alle Mitarbeiter“, sagt der Bonner Trainer. Zuletzt hatten die nach dem Trainerwechsel von Lars Masell zu Mladen Drijencic verbesserten Franken allerdings eine bittere Pleite gegen Braunschweig hinnehmen müssen.

Die 89:101-Niederlage gegen einen der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt hat den Hoffnungen der Wagner-Städter einen herben Dämpfer verpasst und die Hoffnungen deutlich sinken lassen.

 War gegen Straßburg einer der stärksten Baskets-Akteure: Mike Kessens.

War gegen Straßburg einer der stärksten Baskets-Akteure: Mike Kessens.

Foto: Sebastian Derix

Vergangene Woche hatten die Baskets mit Oldenburg ein anderes Kaliber vor der Brust. Der knappe Sieg gegen einen starken Gegner hatte den Bonner nach einer schwächeren Phase Rückenwind für das Spiel in Frankreich verliehen. Wäre ein deutlicher Sieg gegen Bayreuth noch hilfreicher für das Selbstbewusstsein oder die Ausgangsposition? Die erwartbare Iisalo-Antwort: „Darüber mache ich mir keine Gedanken.“ Die Balance zwischen BBL und Champions League muss stimmen.

Das Trainingsprogramm war nach dem 76:66-Erfolg bei SIG Straßburg am Dienstag ein wenig verändert worden. Nach der späten Rückkehr in den frühen Morgenstunden gab der Coach seinem Team frei und setzte für Donnerstag und Freitag nur je eine Trainingseinheit an. Nach den kräftezehrenden Spielen gegen Oldenburg und Straßburg solten seine Spieler Energie tanken. Auch Monster müssen das ab und an.

Als Mentalitätsmonster aus lauter Mentalitätsmonstern hatte der finnische Cheftrainer sein Team nach der beeindruckenden Partie in Straßburg bezeichnet. Auf Nachfrage erläuterte er: „Egal, was passiert, wir geben nie auf. Finde einen Weg zu gewinnen! Unser Wurf fällt nicht? Finde einen Weg zu gewinnen! Die Schiri-Entscheidungen sind schwierig? Finde einen Weg zu gewinnen! Dein Gegenspieler trifft Dreier aus zehn Metern? Finde einen Weg zu gewinnen!“ Ein Mantra, das seine Mannschaft die komplette Saison beherzigt. Und das auch für die Ausfälle gilt. Egal, wer ausfällt, ein anderer springt in die Bresche.

Nur bei einem, das gibt Iisalo zu, ist das schwierig: „Finn Delany können wir nicht ersetzen, er hat eine Rolle, die nur er ausfüllt. Für alle anderen haben wir einen Backup, der im Prinzip eins zu eins nachrücken kann.“ Das erklärt auch, warum die Baskets ihre Schwierigkeiten hatten, seit der Neuseeländer mit einer Knöchelverletzung ausfällt. Aber inzwischen haben die Baskets sich auch darauf eingestellt.

Wieder erstarktes Mentalitätsmonster trifft auf Schlusslicht. Die Rollen sind klar verteilt.

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