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Telekom Baskets Bonn empfangen Tabellennachbarn Würzburg

Basketball-Bundesliga : Telekom Baskets Bonn empfangen Tabellennachbarn Würzburg

Nach der knappen Niederlage in Ulm wollen die Telekom Baskets Bonn die über weite Strecken gute Leistung im Heimspiel gegen Würzburg bestätigen. Bei den Franken gab es in dieser Woche noch eine personelle Veränderung.

Die Auswärtsfahrten ins Fränkische zählen für die Telekom Baskets Bonn in der noch jungen Saison der Basketball-Bundesliga nicht gerade zu den Highlights. In beiden bisherigen Gastspielen – einmal in Bayreuth (77:83), einmal in Bamberg (66:80) – gab das Team von Trainer Igor Jovovic eine komfortable Führung wegen eines deutlichen Leistungsabfalls aus der Hand und musste die Heimreise deshalb mit null Punkten und schlechter Laune antreten. Insofern ist es keine schlechte Nachricht, dass die Bonner das dritte fränkische Team der Liga, s.Oliver Würzburg, am Samstagabend (20.30 Uhr/MagentaSport) in eigener Halle empfangen. Eine quälend lange Heimfahrt wird es also dieses Mal zumindest für die Baskets nicht geben.

Für Michael Wichterich spielen solche Gedanken in Vorbereitung auf die Partie aber ohnehin keine Rolle. „Die geografische Herkunft des Gegners ist mir egal. Die Saison hat bislang gezeigt, dass es am meisten Sinn macht, wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen“, betont Bonns Sportmanager, sagt aber auch: „Wir haben zweimal in Franken verloren, da würde ich zumindest gerne das Heimspiel gewinnen.“ Gründe für Optimismus liefert vor allem die Leistung bei der hauchdünnen 72:73-Niederlage am vergangenen Samstag in Ulm. Die Intensität stimmte auf Baskets-Seite über volle 40 Minuten und auch der übliche Durchhänger, der sich bislang stets ins Bonner Spiel eingeschlichen hat, fiel kleiner aus als noch in manch anderem Spiel. „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir als Team wirklich gut zusammengehalten – das war nicht immer in dieser Saison so“, meint Wichterich.

Würzburg trennt sich von Point Guard Tayler Persons

Die nächtliche Fahrt zurück ins Rheinland war folglich nicht von übergroßer Enttäuschung geprägt. „Natürlich ist es nicht das erhebendste Gefühl, mit einer Niederlage im Bus nach Hause zu sitzen. Es fühlt sich schlecht an, aber anders schlecht als nach einer Niederlage, bei der man nicht alles gegeben hat und mit 20 Punkten Differenz verliert“, erzählt Wichterich, der nun gegen Würzburg auf eine Weiterentwicklung hofft: „Ich sehe, dass sich die Mannschaft festigt. Wir haben in den vergangenen Wochen einige Schritte nach vorn gemacht, das muss sich jetzt aber auch mal im Ergebnis ausdrücken.“

So oder so ähnlich könnte übrigens auch ein Zwischenfazit von Würzburgs Trainer Denis Wucherer ausfallen, der mit seinem Team am vergangenen Spieltag mit 80:86 gegen die zweitplatzierten Crailsheimer verlor. Genau wie Bonn stehen auch die Gäste bei einer Bilanz von drei Siegen und sieben Niederlagen und sind damit direkter Tabellennachbar der Baskets. „Würzburg hat nach einem schwierigen Start ein paar Anpassungen vorgenommen und spielt jetzt deutlich besser“, sagt Wichterich. Eine der Anpassungen war Mitte Dezember die Leihe des Münchners Alex King, der zwischen 2008 und 2011 auf dem Hardtberg spielte und Würzburg bis zum Ende der Saison verstärkt. Zudem nahmen die Franken auch in dieser Woche nochmal eine Veränderung an ihrem Kader vor: Point Guard Tayler Persons verließ den Club nach nur neun absolvierten Partien in „beiderseitigem Einvernehmen“, wie es in einer Mitteilung des Vereins hieß.

Bonner Bank nimmt wichtige Rolle ein

Dagegen wird neben King und dem zweiten Ex-Bonner Florian Koch am Samstag Center Justin Sears auf dem Parkett im Telekom Dome dabei sein. „Er ist ein sehr guter Spieler, vom Typ ähnlich wie James Thompson IV. Das wird ein interessantes Matchup“, sagt Wichterich, der besonders Leon Kratzer im Blick hat: „Würzburg hat unter dem Korb keinen Brecher, deshalb sollten wir die körperlichen Vorteile, die Leon mitbringt, auch nutzen.“ Generell erhofft sich Bonns Sportmanager nach dem durchwachsenen Auftritt des Duos in Ulm nun eine Steigerung: „Beide müssen deutlich aggressiver in ihren Offensivaktionen sein. An der Zielstrebigkeit können beide noch schrauben.“

An angemessener Aggressivität hat es der Baskets-Bank zuletzt nicht gemangelt. In Ulm feuerten die Ersatzspieler ihre Teamkollegen besonders in der Defense immer wieder lautstark an – und erwirkten damit eine Reaktion, auch beim Gegner. „Ich finde, man sieht einen sehr guten Effekt auf dem Feld – vor allem in der Halbzeit, in der die Mannschaft vor der eigenen Bank verteidigt. Das hat gerade im dritten Viertel gut geklappt“, meint Wichterich. „Ich hoffe, dass das nicht nur eine Momentaufnahme war.“