Überraschende Leistung Fans der Telekom Baskets sind mit der Saison zufrieden

Bonn · Nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer haben die Baskets-Fans das neue Team schnell in ihr Herz geschlossen. Vom Abschneiden der Mannschaft sind die meisten positiv überrascht. An einen Erfolg in den Playoffs wollen sie aber nicht glauben.

 Wenig Hoffnungen auf Erfolge hat Christian Proff in den Playoffs.

Wenig Hoffnungen auf Erfolge hat Christian Proff in den Playoffs.

Foto: Tobias Schild

Die Anfahrt zum Hardtberg ist für Christina Zander jedes Mal ein Akt. Knapp 100 Kilometer muss die 45-Jährige aus Aachen zurücklegen. Andererseits kennt sie die Strecke nur zu gut. Schließlich spielt ihr zwölfjähriger Sohn in der Jugend der Telekom Baskets und Mama macht zweimal pro Woche den Fahrdienst. Dass die vierköpfige Familie da auch zu Fans der Bonner Basketballer geworden ist und vier Dauerkarten besitzt, versteht sich von selbst.

Natürlich, sagt sie, sei es vergangene Saison mit Champions-League-Triumph und Vizemeisterschaft schöner gewesen. „Aber ich finde, das ist wieder ein tolles Team. Coach Roel Moors hat einen super Job gemacht“, sagt sie. Und fügt an: „Die Leistung war insgesamt beachtlich, damit hatte ich nicht gerechnet.“

Baskets-Fan Jannik Fischer hofft, dass das Team größtenteils zusammen bleibt.

Baskets-Fan Jannik Fischer hofft, dass das Team größtenteils zusammen bleibt.

Foto: Tobias Schild

Wie Zander ging es vielen Fans der Baskets in dieser Saison. Nach dem totalen Umbruch im vergangenen Sommer, als alle Spieler und fast der komplette Trainerstab ging, waren die Erwartungen der Anhänger niedrig. „Ich dachte am Anfang, die steigen ab“, sagt Christian Proff. Gerade nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Vechta und Tübingen. „Das waren die Aufsteiger und die sind ja zumeist Abstiegskandidaten“, erklärt der 56-Jährige.

Im Laufe der Saison habe sich die Mannschaft aber enorm gesteigert, meint Andreas Bußenius. „Mit dem Viertelfinale in der Champions League und auch Platz sieben in der Bundesliga hatte ich nicht gerechnet“, sagt der 38-jährige Bonner. Einzig das Auf und Ab und die diversen Niederlagen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel haben die Fans geärgert. „Da hat die Energie gefehlt, die Kampfbereitschaft. Teilweise hatte man das Gefühl, die gehen nicht an ihr Limit“, sagt Proff.

 Eigens aus Aachen reist Christina Zander zu jedem Spiel der Telekom Baskets an.

Eigens aus Aachen reist Christina Zander zu jedem Spiel der Telekom Baskets an.

Foto: Tobias Schild

Die neunjährige Solveigh blickt da lieber auf die Highlights. „Ulm war echt krass“, sagt sie über die sensationelle Aufholjagd der Baskets beim Karnevalsspiel. Geht es nach ihr, sollen alle Spieler auch in der kommenden Saison zurückkehren. „Vor allem der Benedikt Turudic, der ist echt sympathisch.“

Auch Jannik Fischer würde den Kern der Mannschaft nächste Saison gern wiedersehen. „Till Pape, Chris Sengfelder, Thomas Kennedy, Sam Griesel, Noah Kirkwood sollten auf jeden Fall bleiben. In der Mannschaft steckt eine Menge Potenzial“, sagt der 32-Jährige, der erst seit zwei Jahren in Bonn wohnt, aber gleich zum Baskets-Fan wurde.

Andreas Bußenius war von dem Abschneiden der Baskets positiv überrascht.

Andreas Bußenius war von dem Abschneiden der Baskets positiv überrascht.

Foto: Tobias Schild

Große Hoffnungen auf eine noch lang andauernde Saison 2023/24 haben die meisten Bonner Fans indes nicht. „Ich bin da sehr pessimistisch“, sagt Proff. Bußenius glaubt zumindest an einen Sieg gegen Ludwigsburg in den Play-Ins, „aber danach ist gegen Alba Berlin Schluss. Die sind zu stark.“ Und selbst Christina Zander kann sich ein Playoff-Märchen nicht vorstellen. „Es wäre toll, wenn sie in die zweite Runde einziehen würden. Aber auf die Meisterschaft hat diese Mannschaft keine Chance.“ Da muss Christian Proff grinsen: „Die hatte Ulm vergangene Saison aber auch eigentlich nicht.“

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