1. Sport
  2. Telekom Baskets

Telekom Baskets Bonn: Fans sollen wieder in die Halle - Etat wird gekürzt

Basketball in Bonn : Die Fans der Telekom Baskets sollen wieder in die Halle

Mit vorsichtigem Optimismus arbeiten die Telekom Baskets Bonn an den Vorbereitungen für die kommende Saison. Kapitän DiLeo verspricht: Wir werden uns besser präsentieren.

Es gibt Licht am Ende des Tunnels. So könnte man die Situation bei den Telekom Baskets Bonn in Zeiten der Coronavirus-Krise bezeichnen. Der Basketball-Bundesligist gab am Dienstagabend auf Youtube (youtube.com/basketstv) einen Einblick, was in den vergangenen Monaten alles hinter den Kulissen passiert ist, wie er auf die Krise reagiert hat und was er aktuell tut, um sie zu bewältigen.

Sportlich etwa ließ Co-Trainer Chris O’Shea wissen, dass er fast jeden Tag vor allem mit den Perspektivspielern trainiere und dabei ein intensives Programm abspule. „Es sind Spieler dabei, die in ein bis drei Jahren in der Bundesliga Fuß fassen sollten“, sagte O’Shea. „Am Anfang war es schwer, weil wir nicht in die Halle durften. Da hat unser Athletiktrainer Georgios Chatzidamianidis einen großartigen Job gemacht. Er hat für die Spieler Pläne ausgearbeitet, damit sie sich fit halten können.“

Der 38-Jährige kann der Krise durchaus etwas Positives abgewinnen. O’Shea: „Die Spieler sind heiß darauf, endlich wieder spielen zu können, und arbeiten hart dafür.“ Kaum abwarten kann auch TJ DiLeo, dass es endlich wieder losgeht. Der Kapitän ist zwar noch in den USA, doch er wurde mit einer Videobotschaft zugeschaltet. Er habe nach einer Verletzung noch in Bonn an Kraft und Athletik gearbeitet und seit der Rückkehr in die Heimat keine Pause in dieser Hinsicht gemacht. Basketball könne man in den USA aber gerade erst wieder ein bisschen spielen, nachdem die Sportplätze wieder geöffnet worden seien. „Ich denke, ich bin körperlich in einer sehr guten Verfassung, und werde mich in den nächsten Monaten auf meine Basketballskills konzentrieren“, sagte DiLeo. „Ich habe mein letztes Spiel im Januar gemacht. Das ist eine lange Pause. Ich freue mich sehr auf die nächste Saison“, führte der 30-Jährige weiter aus.

Die vergangene Saison sei nicht gut gewesen, aber er sei überzeugt, dass sich die Baskets in der neuen Spielzeit besser präsentieren würden. Saisonstart soll am 6./7./8. November sein. Vorgeschaltet wird ab Mitte Oktober der BBL-Pokal ausgespielt. „Der Pokal wird wahrscheinlich noch im Geisterspielmodus ablaufen“, erklärte Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich – also ohne Zuschauer. Man sei in engem Kontakt mit den anderen BBL-Clubs. Für alle sei klar gewesen, „je später die Saison beginnt, desto wirtschaftlich besser ist es für die Vereine“. Dann sei die Chance am größten, dass sich die allgemeine Lage so entwickele, dass wieder Fans in der Halle genehmigt werden könnten.

Sollte es dazu kommen, ist noch offen, ob dann 1000 Fans oder 40 Prozent der Hallenkapazität zugelassen werden, was beim Telekom Dome 2400 Zuschauer ausmachen würde. An die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, der mangels sportlicher Qualifikation nur über die Zuteilung einer Wildcard möglich wäre, verschwendet man bei den Baskets derzeit keinen Gedanken. „Werden europäische Wettbewerbe überhaupt stattfinden?“, fragte Wiedlich vor dem Hintergrund der Virus-Situation, die sich in den verschiedenen europäischen Ländern völlig unterschiedlich darstelle und auf die die jeweiligen Regierungen auch völlig unterschiedlich reagierten.

Die mit den internationalen Spielen verbundenen Reisen sind derzeit jedenfalls völlig unkalkulierbar, sowohl in puncto Aufwand als auch Risiko. Wiedlich: „Überall herrschen andere Regeln.“ Auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden zusätzlichen Kosten sieht der Präsident die Baskets vorerst nicht auf europäischen Hochzeiten tanzen.

Baskets-Sportmanager Michael Wichterich versprach, dass das kommende Baskets-Team mit viel Herz und Leidenschaft auftreten werde. Qualitäten also, die die Mannschaft der vergangenen Saison nur unzureichend verkörperte. Um die entsprechenden Spielertypen zu finden, werde man über die Statistiken hinaus tiefergehende Recherchen anstellen. Zum Kandidatenkreis bei den Trainern zählt auch der US-Amerikaner Will Voigt, der die Baskets bis zum Abbruch der Hauptsaison betreute und mit dessen Arbeit man auf dem Hardtberg sehr zufrieden war.