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Telekom Baskets Bonn gegen Hamburg Towers: Hamburg zerlegt die Baskets

Niederlage im Telekom Dome : Hamburg zerlegt die Telekom Baskets Bonn

In einer katastrophalen zweiten Halbzeit haben die Telekom Baskets Bonn ihre Pausenführung verspielt und verlieren am Ende mit 63:93 gegen Hamburg.

Einen katastrophalen Abend haben die Telekom Baskets am dritten Spieltag der Basketball-Bundesliga erlebt. Von einem Einbruch Ende der ersten Halbzeit erholte sich die Mannschaft von Trainer Igor Jovovic nicht und wurde von den ambitionierten Hamburgern regelrecht auseinandergenommen. Beim 63:93 (28:23, 11:12, 15:30, 9:28) gaben die Bonner nach einer Vier-Punkte-Pausenführung die zweite Halbzeit mit 24:58 ab. Es war ein Spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten, in dem die Gäste ihre Einstellung fanden und die Baskets sie offenbar in der Kabine gelassen hatten.

„Wir haben mit Angst gespielt. Es war peinlich. Hamburg ist eine super Mannschaft, man kann gegen Hamburg verlieren. Aber nicht so. Das geht nicht“, sagte der sichtlich bediente Bonner Teamkapitän TJ DiLeo nach dem Spiel. Sein Bruder Max war natürlich anderer Stimmung. „Mit einem solchen Sieg haben wir nicht gerechnet. Wir sind einfach auf dem Gaspedal geblieben und haben den Druck aufrecht gehalten. Dann sind sie auseinander gefallen“, sagte der jüngere der DiLeo-Brüder und war doch nicht ganz zufrieden: „Wir müssen das 40 Minuten schaffen. Es hat zu lange gedauert, bis wir ins Spiel gefunden haben.“

Der Focus lag zunächst auf dem Duell der beiden Brüder. Vor der Partie gefragt, wer denn der bessere Basketballer sei, antworteten beide zögerlich, ehe TJ es auf die Partie ankommen lassen wollte: „Vielleicht sehen wir das gleich.“ Die Brüder begannen auch gleich gegeneinander. TJ eröffnete die Partie per Dreier, sein Bruder war nach einer guten Bonner Ballstaffette zu weit weg, um den Distanzwurf zu verhindern.

Dann aber drängte sich ein anderer Bonner in den Vordergrund: Chris Babb demonstrierte, dass er sich viel vorgenommen hatte und ließ die hochgelobte Towers-Defense ein ums andere Mal schlecht aussehen. Jovovic hatte zwei Änderungen in seiner Startformation vorgenommen: Neben DiLeo, Babb und Deividas Gailius begannen Strahinja Micovic und James Thompson IV in Magenta. Die fünf Bonner Starter stellten die Hamburger vor schwierige Aufgaben. Jovovic hatte in der Länderspielpause an der Physis seiner Mannschaft arbeiten wollen, und es deutete sich früh an, dass dieses Vorhaben erfolgreich gewesen war.

Einbruch kurz vor der Halbzeit

Die Baskets erspielten sich mit selbstbewusster Körpersprache einen kleinen Vorsprung, den Josh Hagins in der 6. Minute nach einem Steal zweistellig machte (22:12). Schon zuvor, als Hagins per Dreier zum 19:12 getroffen hatte, hatte Gäste-Trainer Pedro Calles verärgert in die Hände geklatscht – Hagins frei an der Dreierlinie verheißt für den Gegner selten etwas Gutes. Nun nahm er eine Auszeit, stellte seine Mannschaft neu ein. Die Baskets hätten längst weiter weg sein können. Doch sie nutzten die Hamburger Unzulänglichkeiten nicht konsequent genug aus und erlaubten den Gästen allmählich, zu ihrer Struktur zu finden. Und so betrug der Bonner Vorsprung nach dem ersten Viertel nur fünf Punkte (28:23).

Hamburg zerlegt die Telekom Baskets Bonn

Das zweite Viertel gestaltete sich zunächst ausgeglichen, die Baskets blieben vorn. Doch die intensivierte Wehrhaftigkeit der Towers blies den Baskets jetzt eiskalt ins Gesicht und mündete in einen 7:0-Lauf zum Viertelende. Bei 39:35 für Bonn wurden die Seiten gewechselt. Jovovic konnte nicht zufrieden sein, doch es sollte noch schlimmer kommen.

Die Hamburger hatten sich die Stelle gut gemerkt, an der sie aufgehört hatten, nahmen den Faden wieder auf und ergänzten den 7:0- durch einen 8:0-Lauf, mit dem sie die Führung übernahmen (43:39, 22.). Die Baskets fanden wenig Mittel. Ein Rebound nach dem anderen landete jetzt bei den Towers, an denen sich die Baskets zunächst aufrieben, ehe sie im Schlussdurchgang Auflösungserscheinungen zeigten. Jovovic stand deutlich bedient mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und sah, wie der Rückstand immer größer wurde. Das DiLeo-Duell endete unentschieden. Aber das war nur eine Randnotiz an einem für alle, die mit den Baskets sympathisieren, besorgniserregenden Abend. Auch zur nächsten Partie kommt am Sonntag (15 Uhr, Telekom Dome) kein Aufbaugegner: die EWE Baskets Oldenburg. Da ist ohne Einstellung ebenso wenig etwas zu holen, vielleicht sogar noch weniger. Jedenfalls führten die Hamburger ihnen vor, was ihnen fehlt: der unbedingte Wille, einen wankenden Gegner auch umzustoßen.

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Telekom Baskets: Pollard 3 Punkte, Thompson 6, Micovic 11/2 Dreier, Hagins 8/1, Babb 11/1, Lischka 6, DiLeo 11/1, Binapfel, Gailius 3/1, Kratzer 4, de Oliveira, Lukosius Towers Hamburg: Shorts 16/1, Swing 12/2, DiLeo 2, Rich 3/1, Taylor K. 21/2, Kotsar 12, Hollatz 9/1, Allen 2, Ogunsipe 2, Cuthbertson 8m, Taylor B. 6 Trefferquote: Bonn 37 Prozent (20/54), Hamburg 57 Prozent (37/65). Dreierquote: Bonn 29 Prozent (6/21), Hamburg 36 Prozent (9/25). Freiwurfquote: Bonn 71 Prozent (17/24), Hamburg 59 Prozent (10/17). Rebounds: Bonn 23 (Beste: Thompson, Micovic, Hagins je 3), Hamburg 42 (Bester: Kotsar 8). Assists: Bonn 13 (Bester: Gailius 4), Hamburg 17 (Bester: Swing 4). Ballverluste: Bonn 16, Hamburg 14. Ballgewinne: Bonn 6, Hamburg 13. Fouls: Bonn 20, Hamburg 27