Erster Neuzugang bekanntgegeben Telekom Baskets holen „Big Man“ mit feinem Händchen

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn verpflichten Power Forward Jonathan Bähre aus Ludwigsburg. Der Deutsch-Amerikaner bringt Energie, Kampfgeist und defensives Talent mit auf den Hardtberg.

In der vergangenen Saison sechsmal gegen, künftig für Bonn: Power Forward Jonathan Bähre (links).

In der vergangenen Saison sechsmal gegen, künftig für Bonn: Power Forward Jonathan Bähre (links).

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Groß, athletisch, defensivstark: Gleich der erste Neuzugang der Telekom Baskets darf als echter Kracher bezeichnet werden. Vom Bundesliga-Konkurrenten Riesen Ludwigsburg wechselt „Big Man“ Jonathan Bähre auf den Hardtberg. Der 27-jährige Deutsch-Amerikaner unterschreibt einen Vertrag für zwei Jahre.

Der in Wiesbaden geborene 2,08-Meter-Mann gehörte in Ludwigsburg zu den Publikumslieblingen, die Baskets hatten schon länger ein Auge auf ihn geworfen. „Wir sind schon eine Weile an ihm interessiert, das stimmt“, sagt Baskets-Sportchef Savo Milovic. „Jonathan hat schon mehrere Jahre in der BBL und im europäischen Wettbewerb bewiesen, was er drauf hat.“ Zudem hat er einen deutschen Pass, was ihn wohl nicht ganz preiswert macht.

„Ich freue mich auf die Chance, in Bonn Teil eines sehr erfolgreichen Clubs zu werden, über den ich von allen Seiten nur Gutes erzählt und mitbekommen habe“, sagt der Neuzugang. „Auch der Fan-Support ist in Bonn etwas Besonderes. Ich fühle mich geehrt, nun Teil des Vereins zu werden und freue mich, euch alle bald kennenzulernen“, ergänzt er.

Bähre kann auf beiden großen Positionen Power Forward und Center „und auch mal als Small Forward spielen“, sagt Milovic. Doch die Flexibilität ist nicht sein einziger Pluspunkt. Bähre ist ein sogenannter Rim Protector, einer, der den eigenen Korb beschützt. Dazu ist er ein guter Rebounder und hat für einen großen Spieler ein „feines Händchen“, sagt Milovic, „er kann werfen“.

Bähre ist Teil der Intensivierung einer defensiveren Ausrichtung, an der es den Baskets in der letzten Saison zu oft gemangelt hatte. „Er kommt aus einem Verein mit einer echten Defensiv-Kultur. Er bringt Energie, Kampf und Einsatz. Das passt auch zu uns“, sagt der Baskets-Sportdirektor.

Bähre startete nach dem Studium an den Universitäten von Asheville und Clemson in North Carolina startete er seine Profikarriere 2021 in Ludwigsburg. In seiner Rookie-Saison konnte sich „J.B.“ unter Cheftrainer und Defense-Spezialist John Patrick behaupten und zog 2022 mit Ludwigsburg sowohl ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft als auch ins Champions League Final Four ein. Bereits im zweiten Profi-Jahr stand er in 23 von 37 Spielen unter Coach Josh King in der Starting-Five und erreichte abermals das BBL-Halbfinale.

Die abgelaufene Saison war schließlich seine beste für die Baden-Württemberger: So erzielte Bähre in rund 19 Minuten Einsatzzeit pro Spiel im Schnitt 6,4 Punkte, 4,4 Rebounds und traf 66 Prozent aus dem Zweierbereich. Darüber hinaus verbesserte er seinen Dreipunktewurf auf eine Trefferquote von 33,3 Prozent.

Nachdem am Mittwoch die Vertragsverlängerung von Center Lars Thiemann bekanntgegeben wurde, ist der Frontcourt der Baskets, also die großen Positionen Center/Power Forward, mit den Deutschen Jonathan Bähre, Lars Thiemann, Till Pape, Chris Sengfelder und dem kanadier Thomas Kennedy hochkarätig besetzt. Das wäre ein Big Man mehr als in der vergangenen Saison, denn den beiden Neuzugängen steht nur der Abgang von Benedikt Turudic gegenüber.

Telekom Baskets 2024/25: Roel Moors (Cheftrainer), Marko Stankovic, Lionel Bosco (beide Co-Trainer), Sam Griesel, Janne Müller, Till Pape, Chris Sengfelder, Thomas Kennedy, Jonathan Bähre. Abgänge: Benedikt Turudic (Ziel unbekannt), Harald Frey (Bilbao Basket), auslaufende Verträge: Glynn Watson, Savion Flagg, Brian Fobbs, Noah Kirkwood, Florian Koch.

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