89:74-Sieg gegen Dijon Telekom Baskets ziehen ins Viertelfinale ein

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn stehen erneut in der K.o.-Runde der Basketball Champions League: Durch einen 89:74-Sieg gegen JDA Dijon sicherten sich der Titelverteidiger den Einzug ins Viertelfinale.

Bonner Topscorer: Sam Griesel mit 17 Punkten.

Bonner Topscorer: Sam Griesel mit 17 Punkten.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Die Telekom Baskets stehen im Viertelfinale der Basketball-Champions League. Die Mannschaft von Cheftrainer Roel Moors präsentierte sich nach der Niederlage in Heidelberg am Sonntag deutlich verbessert und besiegte JDA Dijon vollkommen verdient mit 89:74 (20:17, 24:18, 19:17, 26:22). Nach einem Raketenstart geriet die Bonner Offensive zunächst noch einmal ins Stocken, doch die Baskets fingen sich, spielten unbeirrt und erwachsen weiter, auch wenn die Gäste noch einmal näher kamen. Nun geht es am kommenden Mittwoch in Ludwigsburg um den Gruppensieg und das Heimrecht in der nächsten Runde.

Die Niederlage beim Tabellenletzten in Heidelberg hatte nicht nur Thermik verursacht, sie hatte auch zu Veränderungen in der Startformation geführt. Für Glynn Watson begann Harald Frey im Spielaufbau, Chris Sengfelder ersetzte den zuletzt unglücklich agierenden Till Pape. Dazu ließ Moors wie gewohnt Noah Kirkwood, Sam Griesel und Thomas Kennedy beginnen.

Bonn: Telekom Baskets in der Champions League gegen Dijon
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Bilder der Partie der Telekom Baskets gegen JDA Dijon Basket

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Sengfelder rief seine Kollegen noch einmal zu einem kleinen Kreis zusammen und schwor sie auf das Unternehmen „Viertelfinalticket“ ein, ehe sie an der Bank entlang gingen und Teamkollegen und Trainer abklatschten. Von Beginn an war deutlich zu sehen, dass das Team sich vorgenommen hatte, das Heidelberg-Spiel vergessen und den Schritt in die nächste Runde zu machen.

Griesel eröffnet per Dreier-Wurf

Konsequent in der Verteidigung und spielfreudig treffsicher im Angriff wirbelten die Bonner über Dijon hinweg. Griesel eröffnete die Partie mit Freundin und Familie auf den Rängen per Dreier, erhöhte kurz darauf ebenfalls per Dreier auf 12:2 und schaufelte den Ball an der Mittellinie im Fallen zu Noah Kirkwood, der Dijon-Coach Laurent Legname mit dem 15:2 zur ersten Auszeit zwang.

Erwähnenswert das 20:5: Pape traf per Dreier und es war ein kleiner Befreiungsschlag, den ihm die 5380 Zuschauer deutlich vernehmbar gewünscht hatten. Nach dem Blitzstart geriet die Bonner Offensive aber mit den ersten Auswechslungen ins Stocken. Nach einem 12:0-Lauf der Gäste, die jetzt auch von schlechteren Baskets-Entscheidungen in der Offensive profitierten, waren die Verhältnisse zum Ende des ersten Viertels wieder beinahe ausgeglichen (20:17).

Coach Moors applaudiert

Die Baskets fanden den verlorenen Faden wieder und konnten etwas Luft zwischen sich und die Franzosen bringen. Ab und an gab es sogar Applaus von Moors, der nicht nur mit der Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft zufrieden sein konnte. Ein Problem zeichnete sich allerdings ab: Die lange Garde war schon vor der Pause bedrohlich foulbelastet. Sowohl Kennedy als auch Pape hatten je drei Vergehen auf dem Konto. Beim Stand von 44:35 wurden die Seiten getauscht.

Zwar traf zunächst Gregor Hrovat für die Gäste aus der Distanz zum 44:38, doch Kirkwood antwortete mit zwei schnellen Dreiern zur zweistelligen Führung (50:38, 22.). Auch Griesel traf von draußen (55:43, 25.), doch Kennedy kassierte sein viertes Foul. Das limitierte die Bonner in der Defensive. Jetzt war es Sengfelder, der immer besser wurde. Der Teamkapitän war überall, half überall. An der Freiwurflinie traf er zum 61:52 (28.) und als die Baskets im folgenden Dijon-Angriff die Uhr herunterverteidigten, reckte Kirkwood die Faust zur Hallendecke. Innerhalb von übriggebliebenen fünf Sekunden rannte Watson übers ganze Feld und legte den Ball mit dem Viertelbuzzer zum 63:52 in den Korb.

Auch im Schlussabschnitt spielte der Titelverteidiger souverän, bekam aber den ehemaligen Würzburger Cameron Hunt nicht in den Griff – was Moors zum Anlass nahm, eine Besprechung einzuberufen. Es waren noch fünf Minuten zu spielen und das Ticket griffbereit. Harald Frey, der zehn Assists verteilte und mit zehn Punkten ein Double-Double erspielte, dirigierte seine Mannschaft jetzt clever durch die letzten Spielminuten. Als Brian Fobbs in der 39. Minute einen von Kirkwood geklauten Ball zum 82:68 in den Korb trug, begannen die Bonner Fans zu feiern. Die Versuche der Franzosen, das Unmögliche doch noch zu schaffen, ermöglichten den Baskets noch ein paar spektakuläre Körbe. Dann war der Sieg unter Dach und Fach. Vor der Südtribüne wurde gefeiert: „Europapokalsieger, Europapokalsieger!“, sangen die Fans, die Mannschaft hüpfte dazu auf und ab und dem Trainertrio war die Erleichterung deutlich anzusehen.

Telekom Baskets: Savion Flagg 6 Punkte/5 Rebounds, Sam Griesel 17/3 Dreier, Glynn Watson 8/1, Harald Frey 10/1 (10 Assists), Brian Fobbs 5, Till Pape 7/1, Noah Kirkwood 13/3, Chris Sengfelder 12, Thomas Kennedy 11.