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Telekom Baskets Bonn - Jackson-Cartwright macht gegen Bamberg 40 Punkte

Bonner Spielmacher : Jackson-Cartwright macht beim Baskets-Sieg gegen Bamberg 40 Punkte

Die Telekom Baskets haben am Sonntag einen klaren Sieg gegen Bamberg erspielt. Herausragend zeigte sich dabei der Bonner Parker Jackson-Cartwright.

„MVP, MVP!“, skandierten die 750 Fans im Telekom Dome schon eine Minute vor Spielende. Und es gab keinen Grund, ihnen zu widersprechen. Parker Jackson-Cartwright trat an die Freiwurflinie und markierte seine Punkte 38 und 39 zum 92:79 gegen Brose Bamberg. Einer sollte noch hinzukommen. Damit ragte der kleine Aufbauspieler aus einer starken Mannschaftsleistung heraus und verdiente sich die Bekundungen der Fans, die ihn als wertvollsten Spieler der Liga, den MVP, sehen.

„Der Trainer und die Jungs vertrauen mir und meinem Wurf. Und ich bin froh, dass die Würfe heute gefallen sind“, sagte PJC bescheiden. Und wie sie fielen: Der Mann mit dem Spitznamen PJC hatte gerade den Saisonrekord des Göttingers Kamar Baldwin (35) Punkte gebrochen und sich in der ewigen Bestenliste der Baskets hinter Brad Traina (43 Punkte, 2002 in Oldenburg) und Hurl Beechum (41 Punkte, 1999 in Rhöndorf) auf Position drei geschoben.

Beim 95:81 (27:21, 25:18, 16:20, 27:22) gegen Bamberger, die zuletzt vor einer Spielabsage wegen aus Quarantänegründen zu weniger einsetzbarer Spieler mit aufsteigender Tendenz unterwegs waren, zeigte sich aber nicht nur der Rekordmann sondern die ganze Mannschaft von Cheftrainer Tuomas Iisalo gut erholt von drei Niederlagen in Serie.

Skyler Bowlin musste kurzfristig passen

Die beiden zuletzt in Quarantäne befindlichen Karsten Tadda und Javontae Hawkins konnte Iisalo wieder einbauen. Aber, da gibt es ja tatsächlich auch noch andere Gründe für das Fehlen von Spielern als die Pandemie: Skyler Bowlin war im Abschlusstraining am Samstag umgeknickt und musste kurzfristig passen.

So startete der finnische Coach, der bei einer Saisonhalbzeit-Umfrage der BBL gerade mit Abstand zum besten Trainer gewählt wurde, mit Jackson-Cartwright, Tadda, Jeremy Morgan, Justin Gorham und Leon Kratzer in die Rückrunde. Zwar war es der Bamberger Tomas Kyzlink, der den Score per Dreier eröffnete, doch danach verpasste PJC dem ersten Viertel das Prädikat „irre“. Er glich aus und markierte die ersten 17 Bonner Zähler der Partie, davon fünf Dreier, bis er bei 17:15 eine Pause erhielt und Tadda als erster anderer Basket Punkte beisteuerte. Drei, zum 20:15 (7.).

Wirklich viel hatten die Gäste in diesem ersten Viertel nicht entgegenzusetzen, ihnen fehlte nach der Quarantäne ganz offensichtlich der Rhythmus. Der zweite Dreier der Gäste durch Christian Sengfelder hielt Bamberg im Spiel (25:20, 10.), dennoch gingen die Baskets mit einer 27:21-Führung ins zweite Viertel.

Klare Führung bis zur Halbzeit

Nach einem abermaligen Schnellstart der Baskets durch acht Punkte von Gorham, nahm Bamberg-Coach Oren Amiel eine Auszeit und sortierte seine Mannen noch einmal neu. Mit zunächst überschaubarem Erfolg; die Baskets eilten auf 18 Punkte davon (44:26, 15.) und der Spielstand spiegelte die tatsächlichen Kräfteverhältnisse wider. Dann allerdings fielen die Bonner Dreier nur noch spärlich und Bamberg rückte zur Pause auf 39:52 heran.

Nach dem Seitenwechsel verkürzten die Gäste weiter, die Baskets liefen ein bisschen unrund und nach einem Dreier von Chad Prewitt zum 50:59 nahm Iisalo wieder eine Auszeit. Besprach sich kurz mit seinen Co-Trainern und gab seinem Team dann Lösungsansätze mit aufs Feld. Die 750 Fans spürten, dass sie gebraucht wurden und reagierten mit Lautstärke. Tadda und Jackson-Cartwright hielten die Franken auf Distanz.

Mit neun Punkten Vorsprung ging es ins Schlussviertel (68:59). Sengfelder machte es noch enger, doch jetzt traf auch der bis dahin glücklose Morgan aus der Distanz (71:62, 32.). „Bonn ist nicht umsonst ein Topteam“, hob Amiel nach der Partie zur Erklärung an. „Immer, wenn wir die Chance hatten, ranzukommen, haben die Bonner sie uns wieder weggenommen. Jackson-Cartwright hat ein unglaubliches Spiel gemacht, aber er hat es nicht alleine gewonnen. Diese Bonner sind ein gutes Team.“

„Stolz auf unsere Teamleistung“

 Bei nur noch fünf Punkten Vorsprung (79:74, 35.) nahm Iisalo eine Auszeit, nach der seine Mannschaft mit dem seit Saisonbeginn stetig gesteigerten Selbstvertrauen das Gaspedal drückten. Zwei Dreier von Morgan und Tadda sowie ein gewaltiger Dunk von Michael Kessens rissen den Franken letztmals die von Amiel angesprochene Chance auf einen Auswärtserfolg aus den Händen.

„Ich bin sehr stolz auf unsere Teamleistung“, sagte Iisalo. „Wir hatten in den letzten Wochen schwierige Zeiten mit unseren Verletzungen und Corona-Fällen. Vielen ist nicht bewusst, was das für eine Mannschaft bedeutet. Das hat unseren Trainingsrhythmus beeinflusst. Nach drei schwierigen Spielen tut der Sieg allen Beteiligten sehr gut. Parker ist früh in einen super Rhythmus gekommen. Er ist ein sehr guter Werfer aus dem Dribbling und wir, die Trainer und Mitspieler, haben ihm Selbstvertrauen gegeben und gesagt, ‚du schaffst das‘. Heute hat er gezeigt, was passiert, wenn man diese taktische Variante wählt.“