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Telekom Baskets Bonn: Niederlage in Ludwigsburg

Niederlage in Ludwigsburg : Telekom Baskets nach der Pause chancenlos

Die Telekom Baskets Bonn haben in Ludwigsburg zunächst gut mitgehalten, mussten den Spitzenreiter dann aber ziehen lassen und verloren mit 73:89. Ein dezimierter Kader und insgesamt 23 Ballverluste waren letztlich zu viel.

Alte Sportlerweisheit: Man ist so gut, wie es der Gegner zulässt. Die Telekom Baskets haben bei den Riesen Ludwigsburg nach einer guten ersten Halbzeit eine 73:89-(24:22, 14:24, 16:25, 19:18)-Niederlage eingesteckt. Ein dezimierter Kader und insgesamt 23 Ballverluste – auch der starken Ludwigsburger Defensive geschuldet – waren letztlich zu viel, um mit dem Top-Team der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga mitzuhalten.

Noch dazu hängt der Haussegen auf dem Hardtberg schief. Die Baskets traten beim Spitzenreiter ohne Xavier Pollard an, den Voigt am Freitag schon im ersten Viertel der Partie gegen Frankfurt in die Kabine geschickt hatte. „Ich will das jetzt nicht überdimensionieren“, sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich vor der Partie in Ludwigsburg, „aber ja: Es gab eine deutliche Meinungsverschiedenheit.“ So deutlich, dass Pollard nach einem ersten Gespräch auch nicht mit nach Ludwigsburg fahren durfte. Es soll nach der Rückkehr nach Bonn ein zweites geben und Wichterich schließt zumindest nicht aus, dass Pollard in den letzten beiden Saisonspielen gegen Braunschweig (Mittwoch, 20.30 Uhr) und Ulm (Sonntag 15 Uhr) wieder mitwirkt.

So ging Will Voigt, der auch auf den erkrankten Jalen Hudson verzichten musste, mit Alex Hamilton, TJ DiLeo, Chris Babb, Strahinja Micovic und Leon Kratzer in die Partie gegen Ludwigsburg mit den Ex-Bonnern Yorman Polas Bartolo und Jamel McLean, bei denen Jonas Wohlfarth-Bottermann passen musste. Ausgerechnet Bartolo eröffnete die Partie per Dreier, doch Babb glich aus gehöriger Distanz mit einem Babb-Dreier aus – je schwieriger, desto einfacher.

In der Folge konnte Hamilton schwierige Abschlüsse am Korb zu Punkten machen, sodass die Baskets mit teilweise sehr ansehnlichen Offensivaktionen, wie einem Zug von Coast to Coast von DiLeo und einer Ballstaffette, die Isaiah Philmore an der Dreierlinie freispielte, mit 18:13 führten (6.). Riesen-Coach John Patrick nahm seine erste Auszeit. Seine Mannschaft kam näher ran, glich durch Tramell Darden zum 20:20 erstmals aus (8.), ging aber mit zwei Punkten Rückstand in die erste Viertelpause (22:24). Ludwigsburg warf mehr, Bonn traf mehr.

Im zweiten Spielabschnitt konnten die Baskets ihr Spiel zunächst fortsetzen und sich auch mehr Rebounds angeln, doch die Riesen-Defensive bekam mehr und mehr Zugriff auf die Partie und so wurde mancher Bonner Angriff dann auch etwas zu hektisch vorgetragen. Nach einem Steal gegen Kilian Binapfl stoppte der Ludwigsburger Dreierspezilist den Schnellangriff an „seiner“ Linie und bestellte so den Führungswechsel (34:31, 15.).

Bonn blieb dran. Zunächst. In den letzten beiden Minuten der ersten Halbzeit bauten die Hausherren ihre Führung auf acht Punkte aus (46:38), zudem kassierte Baskets-Spielmacher Hamilton sein drittes Foul. Halbzeitübergreifend wurde es dann mit einem Dreier von Jalen Smith ein Riesen-10:0-Lauf, ehe Kratzer die Baskets zum 40:49 wieder auf die Anzeigetafel brachte.

Für die Bonner blieb es schwierig, denn die Hausherren waren jetzt in dem Fahrwasser einer Mannschaft, die den letzten noch fehlenden Sieg zur sicheren Spitzenposition vor den Playoffs einfahren und ihre weiße Heimweste behalten will. Angesichts des Restprogramms gegen Berlin und München dürften sie sich die Baskets da als einfachsten Gegner für den noch fehlenden Sieg ausgeguckt haben und gingen entsprechend konsequent zu Werke. Dennoch blieben die Baskets im Spiel, aber eben auf einigermaßen kontinuierlicher Zehn-Punkte-Distanz. Als Ludwigsburg wieder zum Ende des Viertels noch einmal  kräftig anzog, konnte die Bonner Offensive ebenso wenig dagegenhalten wie die Verteidigung und so ging es dann mit einem beträchtlichen 54:71-Rückstand in den Schlussabschnitt.

Andrew Warren machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Riesen nicht daran dachten, einen Gang zurückzuschalten. Im Gegenteil: Per Dreier setzte er den Blinker links und die Riesen rauschten an den Baskets vorbei auf den sicheren ersten Platz der Abschlusstabelle. Schon lange vor Spielende waren die Ludwigsburger Gesichter dann schon dem Anlass und komfortablen Vorsprung entsprechend aufgeräumt bis fröhlich. 

Die Baskets machten sich mit einer deftigen Klatsche auf die Heimreise, kümmern sich am Montag um den Haussegen und am Mittwoch kommt dann Braunschweig.

Telekom Baskets: Hamilton 7 Punkte, Thompson IV 6, Micovic 14, Babb 10, DiLeo 6, Binapfl 10, Kratzer 2, de Oliveira 4, Philmore 9, Lukosius 5.