77:89-Niederlage gegen Peristeri Telekom Baskets verpassen Einzug ins Top4 der Champions League

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn sind im Viertelfinale aus der Basketball Champions League ausgeschieden. Der Titelverteidiger verlor im entscheidenden dritten Viertelfinalspiel gegen Peristeri BC mit 77:89.

Kein Grund zum Feiern bei den Baskets.

Kein Grund zum Feiern bei den Baskets.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Die Fans sangen schon vor Ende der Partie ihre Hymne „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“. Chris Sengfelder standen die Tränen in den Augen. Gemeinsam mit seinen Kollegen machte er ein kleine Runde über das Parkett, um den fast 5000 Fans auf allen Tribünen zum Dank zu applaudieren. Die Europareise der Telekom Baskets ist zu Ende. Nach einer 77:89 (17:27, 26:24, 19:16, 15:22)-Niederlage im entscheidenden Viertelfinalspiel gegen Peristeri BC verpasst der Titelverteidiger das Top4 der Champions League Ende April in Belgrad. Es war eine intensive Partie, in der die Griechen dank größerer Erfahrung und mehr Wurfglück das bessere Ende für sich hatten.

„Es schmerzt“, sagte Brian Fobbs. „Peristeri war heute besser, aber wir haben alles gegeben und können stolz auf uns uns unsere Fans sein. Es war eine gute Saison in der Champions League, jetzt wollen wir in der Bundesliga so viele Spiel wie möglich gewinnen und Platz sechs sichern.“

Baskets-Cheftrainer Roel Moors konnte wieder mit Glynn Watson planen, der seine Magen-Darm-Grippe auskuriert hatte. Aufs Feld schickte er seine etatmäßige Startformation mit Harald Frey, Sam Griesel, Noah Kirkwood, Chris Sengfelder und Thomas Kennedy. Von Beginn an ging es wie gefordert und erwartet physisch zur Sache, für die Baskets besser als für die Gäste. Kirkwood machte aus einem Steal die ersten Bonner Punkte, Frey traf per Dreier zum 5:2 und legte zwei Freiwürfe nach.

So war das Spiel der Telekom Baskets gegen Peristeri BC
52 Bilder

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Der nächste Dreier von Sengfelder zum 10:6 sollte dann allerdings für einige Zeit der Letzte bleiben. Und weil die Baskets mit dem folgenden Ballgewinn zu sorglos umgingen und die Gäste sich jetzt auch in der Partie befanden, wechselte die Führung die Seiten. Moors brachte schnell frische Kräfte für das kräfteraubende Spiel insbesondere gegen die Top-Guards Joe Ragland und Elijah Mitrou-Long.

Die Baskets drohten den Anschluss zu verpassen

Doch nach dem starken Beginn ließen die Baskets an beiden Enden des Feldes nach. 27 kassierte Punkte nach dem ersten Viertel sprachen nicht für die Bonner Defensive, den Unterschied machte die Zweierquote: zehn Punkte. Während Peristeri 9 von 11 Versuchen im Korb unterbrachte, waren es auf der Gegenseite nur 4 von 11.

Beim Stand von 19:31 nahm Moors eine Auszeit (12.). Denn sein Team drohte jetzt, den Anschluss zu verpassen. Doch Frey führte eine starke Bonner Phase an, die Griechen konnten jetzt zumindest nicht weiter enteilen. Die Dreier blieben weiter ein Problem. Auch direkt am Korb sprangen erste, zweite und dritte Versuche auf den Ring und wieder heraus. Dennoch ließen die Baskets nicht weiter abreißen, warfen sich nach jedem Ball, klebten an ihren Gegnern und versuchten, das Wurfglück zu erzwingen.

Irgendwann fiel dann tatsächlich ein Glückskorb: Sam Griesel murmelte den Ball zum 37:44 ins Ziel, Sengfelder drehte die Lautstärke in der Halle mit dem 40:44 auf. Doch bis zur Halbzeit waren es wieder acht Punkte Rückstand (43:51). Die Griechen trafen jetzt nicht mehr ganz so gut, schafften es aber immer noch, das Zusammenspiel der Baskets zu limitieren.

Frey wollte die Mannschaft nach Belgrad führen

Nach dem Seitenwechsel gelang es der Mannschaft, von Trainer Moors nach dem Eichhörnchen-Prinzip zu verkürzen. Mühsam, aber stetig. Brian Fobbs traf aus der Distanz zum 61:63, doch die Führung wollte partout nicht die Seite wechseln. Es blieb knapp. Frey war jetzt überall. Der Spielmacher wollte seine Mannschaft nach Belgrad führen und verkürzte noch einmal auf 68:71 (33.). Alle wollten nach Belgrad, das war offensichtlich. Zeigte sich aber mitunter auch mit einem zittrigen Händchen.

Auf der Gegenseite traf Peristeri jetzt die ganz schwierigen Dinger. Solche, die einen Gegner demoralisieren können. Den Kampfgeist der Baskets tangierte das nicht, doch sie konnten die Partie nicht mehr drehen.

„…es gibt eine Million Gründe, um auf Dich stolz zu sein“, sangen die Fans mit hochgereckten Schals auf der Südtribüne für ihr wie nach einem Sieg aufgereihtes Team. Ein beeindruckender Trost, der wohl erst später wirklich wirken wird. Auf den Gesichtern war zu sehen, wie weh diese Niederlage getan hatte.

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