Basketball-Bundesliga Telekom Baskets Bonn verlieren gegen Crailsheim mit 89:98

Crailsheim · Die Telekom Baskets haben sich mit einer kraftlosen und uninspirierten Vorstellung beim Tabellenvorletzten im Playoff-Kampf in Schwierigkeiten gebracht. Am Samstagabend verlor das Team gegen Crailsheim mit 89:98.

Einzig Glynn Watson konnte überzeugen (Archivbild).

Einzig Glynn Watson konnte überzeugen (Archivbild).

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Wer gedacht hatte, die Telekom Baskets befänden sich kurz vor den Playoffs mit entsprechendem Fokus auf einem guten Weg, musste enttäuscht feststellen: Das Spiel in Crailsheim war ein Rückfall, wie er immer mal wieder in dieser Saison geschehen ist. Wille schlägt Talent. Die Baskets verpassten den Start und waren beim Tabellenvorletzten nicht in der Lage, ins Spiel zurückzufinden. Nach dem 89:98 (20:25, 19:24, 20:23, 26:30) fallen die Baskets aus den direkten Playoff-Rängen zurück auf Platz sieben.

„Wir lassen 25 Punkte im ersten Viertel zu und schenken unserem Gegner Selbstvertrauen“, bemängelte Cheftrainer Roel Moors, nahm sich selbst aber bei der Kritik nicht aus. „Es ist das vierte Mal, dass wir so verlieren. Einmal – okay – kann passieren, aber nicht viermal. Am Ende bin ich verantwortlich und habe da wohl keinen guten Job gemacht.“

Einzig Glynn Watson (mit einem Double-Double aus 25 Punkten und elf Assists) war in der Lage, der Crailsheimer Intensität etwas entgegenzusetzen. Wenn aber nur ein Spieler auf normalem Niveau agiert, wird es auch für einen Favoriten schwer, ein Spiel zu gewinnen. Es war eine uninspirierte, kopflose und schwerfällige Vorstellung, die die Baskets mit einem schlechten Start einleiteten. Drei Ballverluste in den ersten beiden Minuten. Wo auch immer der Bonner Fokus war – in Crailsheim war er nicht.

Niederlage der Baskets in Crailsheim: Sengfelder fiel aus

Ein Teil der Bonner Energie ging schon vor der Partie verloren. Der erkrankte Teamkapitän Chris Sengfelder reiste bereits vor Anwurf zurück nach Bonn, sodass Moors seine Startformation ändern musste. „Selbstverständlich brauchen wir alle Spieler“, sagte Moors. „Aber ein fehlender Spieler kann keine Ausrede für einen solchen Auftritt sein.“

Harald Frey, Noah Kirkwood, Sam Griesel, Till Pape und Thomas Kennedy kamen nur zäh in die Partie, was die Merlins zu einer schnellen 10:5-Führung nutzten. Es ist kein unbekanntes Phänomen, dass die Baskets einem schwierigen Start hinterherlaufen. Die stimmungsvolle Rundhalle war so schnell in Stimmung. Das war so sicher nicht gewollt gewesen – Moors nahm seine erste Auszeit beim Stand von 11:16 aus Bonner Sicht und forderte mehr Energie und bessere Defense.

Nach einem Dreier von Brian Fobbs konnte der nachverpflichtete Center Lars Thiemann zum 16:16 ausgleichen, doch Crailsheim ging durch einen abschließenden Dreier von James Murray-Boyles mit fünf Punkten Vorsprung ins zweite Viertel (25:20). Besserung stellte sich nur mühsam und zeitweise ein. Schon bald bat Moors zur nächsten Besprechung. Doch der Rückstand wuchs an.

Baskets finden kaum ein Gegenmittel

Da war niemand, der so richtig das Heft in die Hand nahm. Crailsheim versuchte, das Bonner Teamplay zu stören – und die Baskets fanden kaum ein Gegenmittel. Die Merlins waren im Spiel und hatten offensichtlich mehr Spaß an der Partie als die Bonner, die sich in allen Belangen schwertaten. Der Pausenstand von 49:39 entsprach durchaus den Kräfteverhältnissen.

Die Baskets spielten nicht schön und auch nicht besonders effektiv. Als sie drohten, besser ins Spiel zu kommen, nahm Merlins-Trainer Jussi Laakso eine Auszeit – und brachte sein Team wieder in die Spur. Wieder war es Murray-Boyles, der die Baskets von der Dreierlinie zwei weitere Male mit unverschämter Selbstverständlichkeit ins Mark traf (66:55, 29.). Er legte zum Viertelende einen weiteren nach, Maurice Stuckey erhöhte aus der Distanz den Frust der Bonner Fans und auf 72:59 vor dem letzten Spielabschnitt.

Da war wenig, was Hoffnung auf eine Wende machte. Unbegreiflich angesichts dessen, was auf dem Spiel stand. Die Baskets wollen direkt in die Playoffs und die Play-Ins vermeiden und können sich angesichts der engen Tabellensituation kaum noch einen Ausrutscher leisten.

Nach dem 17-Punkte-Rückstand zu Beginn des Schlussviertels (33.) war es Watson, der versuchte, seine Mannschaft doch noch einmal ins Spiel zu bringen. Die Crailsheimer begannen tatsächlich zu wackeln. Hätten die Baskets zuvor nicht ganz so weit abreißen lassen, wäre tatsächlich noch ein Erfolg möglich gewesen. So aber war die Kluft zu groß. In der Schlussminute traf Kirkwood per Dreier zum 89:93, doch näher kam die Mannschaft von Cheftrainer Moors den Merlins nicht mehr.

Telekom Baskets: Glynn Watson 25 Punkte/3 Dreier (11 Assists), Savion Flagg 13/1, Sam Griesel 2, Harald Frey 3/1, Brian Fobbs 12/1, Till Pape 6/1, Noah Kirkwood 13/3, Lars Thiemann 2, Thomas Kennedy 13 (9 Rebounds).

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