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Telekom Baskets Bonn verlieren gegen Ludwigsburg

Basketball-Bundesliga : Baskets kassieren in Ludwigsburg erste BBL-Niederlage

Schwache Dreierquote, viele Ballverluste und Kräfteverschleiß: Die Telekom Baskets haben am Samstagabend ihre erste BBL-Niederlage kassiert. Nach dem 80:84 im Spitzenspiel in Ludwigsburg erobert der FC Bayern die Tabellenführung, da auch Alba Berlin erstmals in dieser Saison verlor

Die Telekom Baskets haben ihre erste Niederlage in der Basketball-Bundesliga kassiert. Nachdem sie lange geführt hatten, mussten die Bonner Ludwigsburg im Spitzenspiel noch vorbeiziehen lassen und unterlagen mit 80:84 (26:20, 23:24, 20:23, 11:17). Eine ungewöhnlich schlechte Dreierquote und 17 Ballverluste, davon neun im dritten Viertel, konnten durch starkes Rebounding – das Duell ging mit 43:29 an die Baskets – und Einsatz nicht ausgeglichen werden.

Zum Schluss schien den Baskets nach einer sehr physischen Partie ein wenig die Puste auszugehen, zudem saßen beide Center in der Crunchtime mit fünf Fouls bereits auf der Bank. Cheftrainer Tuomas Iisalo war sichtlich bedient und beantwortete die Reporterfragen am Mikrofon sehr knapp. „Was war der Grund für die Niederlage?“, sollte er erklären. „Das Ergebnis.“ Rumms.

Am Tag darauf dürfte sich seine Stimmung spätestens gegen Abend aufgehellt haben, denn das fehlende Glück wurde aus Göttingen nachgeliefert. Die Veilchen schlugen ganz unerwartet Alba Berlin mit 96:95. Damit klettert der FC Bayern an die Spitze, hat aber auch bereits zwei Spiele mehr absolviert als Bonn und Berlin.

Die Erwartungen, dass es ein Spektakel werden könnte, waren hoch. Es trafen die beste (Ludwigsburg) und die zweitbeste (Bonn) Offensive der Liga aufeinander, der Tabellenführer war beim Vierten zu Gast: Spitzenspiel. Ludwigsburg hatte in der Champions League spielfrei gehabt und sich eine Woche lang vorbereiten können, die Baskets hatten nach zwei deutlichen Liga-Erfolgen gegen Heidelberg und in Hamburg ihr ohnehin ordentliches Selbstbewusstsein mit einem Sieg gegen AEK Athen zusätzlich poliert – aber auch Kraft gelassen.

Iisalo begann mit derselben Startformation wie gegen die Griechen: TJ Shorts, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Finn Delany und Mike Kessens begannen, Tyson ward musste mit seiner Oberschenkelblessur weiter passen. Morgen verschaffte den Baskets per Dreier einen Start nach Maß. Es dauerte keine drei Minuten, da führten die engagiert agierenden Bonner mit 9:2.

Die Partie und ihr Spielstand gestalteten sich dann allerdings wie eine Ziehharmonika: Die Baskets führten mit sechs bis acht Punkten, Ludwigsburg kam auf zwei bis drei Punkte heran. Wieder und wieder. Der überschaubare Vorsprung erforderte stets die volle Aufmerksamkeit der Baskets. Und die Männer in Auswärts-schwarz lieferten.

Ganz gegen die gewohnten Statistiken fielen aber die Dreier schlecht, nach dem Morgan-Dreier zum 3:0 herrschte aus der Distanz Flaute bis zur 14. Minute als Tadda zum 36:27 aus Gästesicht traf. Mit einer 49:44-Führung gingen die Baskets in die Halbzeitpause, nach der recht schnell klar wurde, was die Ludwigsburger sich für die zweite Hälfte vorgenommen hatten: Mehr Druck zu machen, den Baskets die Energie auszusaugen und die spielfreie Woche zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Das zeigte schnell Wirkung: TJ Shorts tat sich jetzt schwerer im Ballvortrag, es schlichen sich insgesamt mehr Fehler ins Bonner Spiel. In der 27. Minute konnten die Hausherren durch Isaiah Whitehead erstmals ausgleichen (59:59), kurz darauf eroberte Jhonathan Dunn die 62:61-Führung – ebenfalls nach einem Bonner Ballverlust. Im dritten Viertel waren es neun, die Dreierquote blieb im Keller. Dafür sah es zu Beginn des Schlussabschnitts eigentlich noch ganz gut aus. Die Baskets führten mit 69:67.

Als Whitehead die Führung wieder auf die Seite der Schwaben zog (74:73, 33.), nahm Iisalo eine Auszeit. Leon Kratzer musste mit dem fünften Foul vom Feld, der zweite etatmäßige Center Kessens hatte ebenfalls bereits vier Vergehen auf seinem Konto. Und es dauerte nur einen Angriff, ehe auch er auf die Bank musste. Fünf Minuten musste nun Delany die beiden Langen vertreten. Das nutzten die Hausherren jetzt beim Rebound und das, was sie sich vorgenommen hatten, funktionierte aus ihrer Sicht mit zunehmender Spielzeit immer besser.

Die Bonner Abschlüsse misslangen jetzt von ein wenig Pech begleitet. Erstmals in dieser Saison ging in dem Bestreben, doch noch die Wende zu erzwingen, die Bonner Souveränität verloren – und damit auch die Partie.

Telekom Baskets: TJ Shorts 21 Punkte/1 Dreier, Jeremy Morgan 21/2, Mike Kessens 9, Leon Kratzer 8, Karsten Tadda 6/2, Collin Malcolm 5, Deane Williams 4, Finn Delany 4, Sebastian Herrera 2.