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Niederlage im Pokal gegen Berlin: Telekom Baskets Bonn verpassen vorzeitigen Halbfinaleinzug

Niederlage im Pokal gegen Berlin : Telekom Baskets Bonn verpassen vorzeitigen Halbfinaleinzug

Die Telekom Baskets benötigen Schützenhilfe. Gegen Alba Berlin hat die Mannschaft von Cheftrainer Igor Jovovic den direkten Einzug ins Top4-Finalturnier im Pokal-Wettbewerb verpasst. Gegen den Serienmeister aus der Hauptstadt gab es am Abend eine Niederlage.

Ihr abschließendes Gruppenspiel verloren die Baskets nach Siegen gegen Oldenburg und Braunschweig gegen Alba mit 82:90 (27:21, 13:18, 18:24, 24:27) und müssen nun auf einen Braunschweiger Sieg und einen daraus folgenden Dreiervergleich hoffen.

Nach zähem Spielverlauf erarbeiteten sich die Baskets kurz vor Schluss die Chance auf den Sieg, mussten aber den clevereren Gästen den Vortritt lassen.

Die Schlüsselszenen in Minute 38.: Beide Bonner Center mussten mit dem fünften Foul vom Feld – beides Offensivfouls und damit verpuffte Angriffschancen. Angesprochen auf das Ausscheiden in der Crunchtime vermied Leon Kratzer, das Wort Schiedsrichter in den Mund zu nehmen: „Am Ende ist es ärgerlich, dass solche Pfiffe kommen. Wir hatten es in der Hand und dann entscheiden solche Kleinigkeiten das Spiel. Dann hat Berlin auch verdient gewonnen.“ Angesichts von 17 Bonner Ballverlusten gegen ein Top-Team, lohnte es sich dann auch auf die eigenen Unzulänglichkeiten zu achten.

Es waren nicht wenige, und trotzdem hatten die Baskets sich lange gegen Berlin und einen aus Bonner Sicht unbequemen Spielverlauf behauptet. Mit Willen und Energie.

Die Berliner starteten für einen Titelverteidiger in Pokal-Wettbwerb und Meisterschaft standesgemäß in die Partie. Schon nach vier Minuten war es höchste Zeit für eine Bonner Auszeit – fand Jovovic. Seine Mannschaft spielte überhaupt noch nicht mit, weder hinten noch vorn, und die Gäste führten schnell mit zehn Punkten (12:2, 4.). Die Bonner Zwei-Minuten-Besprechung erzielte die gewünschte Wirkung, Strahinja Micovic blies mit fünf Punkten in Folge zur Aufholjagd, und sein Team machte mit starken Wurfquoten und konsequenterer Defense einen 14:2-Lauf daraus. Den wiederum unterbrach der spanische Grandseigneur des Basketball-Coachings an der Berliner Seitenlinie, Aito Garcia Reneses, per Time-out.

Was Aito sah, konnte ihm nicht gefallen, denn eine Aufholjagd dürfte seiner Mannschaft mit zunehmender Spielzeit schwerer fallen als den Baskets, die zuletzt am 1. November gegen Braunschweig gespielt hatten und auch abgesehen von einem falsch-positiven Test vom Corona-Virus verschont geblieben waren. Berlin hingegen war ordentlich gebeutelt und musste immer noch auf Spielmacher Peyton Siva verzichten, den das Virus am heftigsten erwischt hatte.

Baskets nach dem ersten Viertel in Führung

Am Montag hatte der Double-Titelverteidiger das Training wieder aufgenommen, und eine Anekdote macht den Fitnessstand deutlich. Aito selbst hatte erzählt, dass er nach einer Stunde gefragt habe: Weitertrainieren oder aufhören? Und als er keine Antwort bekommen habe, entschied er, besser aufzuhören.

Diese Ansprache behielt ihre Wirkung länger als die der Bonner. Nachdem die Baskets das erste Viertel mit 27:21 gewonnen hatten, arbeiteten die Gäste sich heran, kamen besser in ihr Spiel und limitierten mit mehr defensiver Intensität die Bonner Möglichkeiten. Die Wurfquoten sanken, und Viertel zwei ging mit 18:13 an Alba.

Die dünne 40:39-Halbzeitführung hielt dann nach der Pause auch nur noch einen Angriff. Bonn wirkte vom Gegenwind beeindruckt. Die Ballverluste häuften sich, die Treffer aus der Distanz nicht. Trotz der Durststrecke blieben die Baskets im Spiel, ließen den Rückstand nicht zweistellig werden. Als Hagins in der 26. Minute per Dreier zum 49:55 traf, beendete der Spielmacher eine Distanz-Flaute von 18 Minuten. Jovovic ballte an der Seitenlinie beide Fäuste.

Das Ticket fürs Top4 war auf direktem Wege durchaus noch zu buchen. Und Deividas Gailius hatte offensichtlich vor, sich nicht auf Schützenhilfe aus Braunschweig zu verlassen. Der Routinier aus Litauen übernahm jetzt für die Baskets und führte sie wieder näher ran. Das war alles nicht besonders schön, aber engagiert und jetzt auch wieder mit der Körpersprache einer Mannschaft, die mit zwei Siegen in die Saison gestartet ist.

In der 35. Minute glich Gailius eiskalt von der Dreierlinie aus, in der Defensive arbeiteten die Bonner gut und zogen so das Momentum auf ihre Seite – um es gleich wieder herzuschenken. Innerhalb einer Minute verabschiedeten sich beide Baskets-Center mit dem jeweils fünften Foul – beide offensiv – aus der Partie (38.). Ohne Thompson IV und Kratzer mussten die Männer in Schwarz und Magenta nun in kleiner Aufstellung Lösungen suchen. Und von einem Kräfteverschleiß auf Berliner Seite war immer noch nicht allzuviel zu sehen.

Dennoch verkürzte Gailius abermals von draußen auf 77:78 (39.) und 80:84 (40.). Nach zwei sicheren Freiwürfen von Maodo Lo zum Berliner 86:80 blieben den Baskets noch 30 Sekunden, und Jovovic nahm seine letzte Auszeit. Den folgenden Angriff setzte Micovic auf den Ring, das war’s.

Am Sonntag (15 Uhr) geht es für die Telekom Baskets, nachdem die Partie in Bayreuth am vergangenen Samstag verschoben worden war, mit dem ersten Meisterschaftsspiel gegen Ludwigsburg weiter.