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Telekom Baskets Bonn verpflichten Spielmacher Alex Hamilton

Alex Hamilton und Jalen Hudson : Telekom Baskets Bonn verpflichten zwei neue Spieler

Die Telekom Baskets Bonn haben sich noch einmal verstärkt: Aufbauspieler Alex Hamilton soll offenbar Josh Hagins ersetzen. Außerdem verstärkt Jalen Hudson die Mannschaft.

Ballverluste an der Mittellinie gehören normalerweise nicht in Highlight-Videos von Basketballern. Wenn allerdings der Spieler, der sich den Ball klauen lässt, postwendend auf Verteidigung umschaltet und den Balldieb dann am eigenen Korb spektakulär blockt, dann ist das nicht nur ein Hingucker, sondern eine Qualiät. In diesem Fall eine Qualität von Alex Hamilton, dem neuen Guard der Telekom Baskets Bonn. Die Bonner hatten sich Zeit gelassen, passende Teilchen zu ihrem nicht ganz stimmigen Puzzle zu finden und präsentierten jetzt mit Beginn der Nationalmannschaftspause auch gleich den Ersatz für den verletzten Deividas Gailius: Jalen Hudson, der zuletzt in der G-League, dem Unterbau der NBA, für Capital City Go-go aktiv gewesen ist, dem Entwicklungsteam der Washington Wizards.

Hamilton kommt vom fünffachen türkischen Meister Galatasaray Istanbul. Dafür muss ein anderer einen Platz im Kader freimachen: Josh Hagins. Der kleine Aufbauspieler war nicht wie erhofft in der Lage gewesen, das Spiel der Baskets zu lenken und seine Teamkameraden in Szene zu setzen. Er wurde freigestellt, die beiden Neuen erhielten Verträge bis zum Ende der Saison.

Zwei Nachverpflichtungen in Zeiten knapper Kassen? Da kann es nicht nur um das Saisonziel Klassenerhalt gehen. „Klar“, sagt Baskets-Sportchef Michael Wichterich, „wollen wir noch einmal angreifen und dafür wollten wir das Maximale unternehmen.“ Mit drei Spielen Rückstand auf Brose Bamberg auf dem achten und damit letzten Playoff-Platz liegen die Baskets zumindest nach Minuspunkten gleichauf.

„Wir sind unseren Fans, Sponsoren und unserem eigenen Anspruch einiges schuldig, deshalb handeln wir so, wie wir handeln“, sagt Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich. Die sportlichen Personalentscheidungen der vergangenen Wochen würden den Team-Etat der nächsten Saison nicht tangieren. Wiedlich ergänzt: „Wir haben andere Wege gefunden, eine Mischung aus Einsparungen in anderen Bereichen und der Aktivierung von Reserven.“

Jetzt kommt das Länderspielfenster gerade recht. Zwei Wochen, die beinahe wie eine kleine Saisonvorbereitung funktionieren müssen. Schließlich ist Trainer Will Voigt noch nicht allzu lange in der Verantwortung, Isaiah Philmore ist ebenfalls erst seit knapp zwei Wochen in Bonn. Dazu die beiden Neuen. Der Einzige, der neben dem verletzten Gailius aktuell fehlt, nachdem Leon Kratzer auch wegen seiner gerade erst auskurierten Schulterverletzung das Nationaltrikot nicht anzieht, ist Co-Trainer Chris O’Shea, der als Assistent mit den Österreichern unterwegs ist.

Neuzugang bringt Kreativität mit

„Alex ist in Erfahrung und Qualität schon ein Unterschied zu Josh“, sagt Wicherich. „Ich möchte dennoch betonen, dass Josh für seine erste Saison in Europa einen guten Job gemacht hat. Aber unsere Ergebnisse – auch wenn sie zuletzt besser wurden – waren nicht gut. Dennoch bin ich recht sicher, dass Josh woanders schnell Fuß fasst.“ Womöglich bei der Konkurrenz, denn seine Agentur bietet den 1,85-Meter-Guard innerhalb der BBL an.

Auch wenn Hamilton kein klassischer Pointguard ist, bringt er die Kreativität mit, die den Baskets zuletzt fehlte. Der Mann aus Florida ist kein ausgewiesener Scharfschütze. „Muss er nicht sein. Er soll unsere Schützen finden“, erklärt Wichterich. „Es war wichtig, dass wir jemanden finden, der neue Impulse setzt. Außerdem passt seine Verteidigung gut zu uns.“ Die Baskets-Defense hatte sich mit den Umstellungen Voigts zuletzt so effektiv wie lange nicht mehr präsentiert – und so die Basis für die kleine Siegesserie MBC, Hamburg, MBC gelegt.

Viel Erfahrung aus der NBA G-League

Hamilton bringt sowohl EuroCup- als auch Champions-League-Erfahrung mit. Für Galatasaray erzielte der 1,93 Meter große Point Guard zuletzt durchschnittlich 11,9 Punkte, 4,2 Assists und 3,4 Rebounds. In der Saison 2019/20 führte der 27-Jährige Maccabi Rishon ins Finale der israelischen Liga. „Wir wollen in der Transition verstärkt den Korb attackieren“, sagt Voigt. „Als athletischer Point Guard wird uns Alex dabei helfen.“ Auch das gehört zu Hamiltons Highlights: Er kann den Alley-oop-Pass spielen, aber auch verwerten.

Flügelspieler Hudson erzielte bis zum coronabedingten Abbruch der NBA G-League-Saison im Schnitt 13,3 Punkte, sicherte sich 3,6 Rebounds und traf dabei 49 Prozent seiner Zweipunkte- und 37 Prozent seiner Dreipunktewürfe. „Jalen ist ein athletischer Flügelspieler, der auch auf der Guard-Position spielen kann. Er ist ein junger Spieler, dem wir eine gewisse Eingewöhnungszeit in Deutschland zugestehen müssen“, sagt Voigt.

Die beiden Neuen sind bereits in Bonn, haben sich athletisch und beim Medizincheck gut präsentiert und steigen am Mittwoch (Hudson) und Donnerstag (Hamilton) ins Training ein.