Baskets lassen Vertrag von Udanoh auslaufen „Ike hat viel fürs Team getan, das ist uns allen bewusst“

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn lassen den Zeitvertrag von Ike Udanoh auslaufen. Am Sonntag bei den Basketball Löwen Braunschweig steht dann Thomas Kennedy im Kader.

 Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch nach drei Monaten trennen sich die Wege der Baskets und von Ike Udanoh.

Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch nach drei Monaten trennen sich die Wege der Baskets und von Ike Udanoh.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

In der Champions League hatten die Telekom Baskets unter der Woche spielfrei. Und doch war einiges los vor der Partie bei den Basketball Löwen Braunschweig (Sonntag, 15.30 Uhr). Zunächst spülten die Nachholspiele einiger Konkurrenten und die Berechnungsmethoden der Bundesliga-Tabelle die Mannschaft von Cheftrainer Roel Moors auf den dritten Tabellenplatz. Dort rangieren die Baskets jetzt hinter Ulm und Chemnitz als bestes von fünf Teams mit einer Bilanz von sechs Siegen aus neun Spielen. „Mit der Tabelle beschäftigen wir uns nicht“, quittierte Moors knapp.

Mit dem anderen Thema der Woche hingegen beschäftigt er sich schon eine ganze Weile, jetzt wurde es akut. Der Vertrag von Ike Udanoh lief mit dem 30. November aus. Der Routinier war Ende August nachverpflichtet worden, weil sich Center Thomas Kennedy in der Saisonvorbereitung eine Knieverletzung zugezogen hatte. Inzwischen ist Kennedy wieder fit, hat einige Kurzeinsätze absolviert und soll jetzt wieder voll einsteigen.

Und dennoch, so erklärt Savo Milovic, sei die Entscheidung eine schwierige gewesen. „Die Verpflichtung von Ike Udanoh war dem längeren Ausfall Thomas Kennedys geschuldet. Obwohl damals die Prognose war, dass Thomas nach etwa zwei Monaten wieder fit sein könnte, haben wir Ike für drei Monate verpflichtet, um Thomas‘ Rückkehr aufs Feld nicht zu überstürzen. Das war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung“, sagt der Sportdirektor. „Thomas hat durch seine Verletzung fast die gesamte Saisonvorbereitung verpasst und konnte in den vergangenen Wochen ohne Druck im Mannschaftstraining das Verpasste nachholen, wenngleich ihm noch Wettkampfpraxis fehlt. Wir sind der Meinung, dass Thomas nun beginnen kann, seine ihm ursprünglich zugedachte Rolle sukzessiv auszufüllen.“

Der 34-jährige Udanoh agierte in der Defensive sehr solide, blieb aber offensiv meist glücklos. Doch das waren nicht die alleinigen Faktoren der Entscheidung. Udanoh sei mit seiner Erfahrung ein Stabilisator für die junge Baskets-Mannschaft gewesen – auf dem Feld und auch daneben, erklärt Milovic weiter.

Das zeigen auch die Reaktionen seiner Teamkameraden auf Instagram. „Es war mir eine Ehre, Bruder“, schreibt da Harald Frey. Savion Flagg bedankt sich für die Ratschläge und Erfahrung, von der er profitieren durfte. „Ike hat viel fürs Team getan, das ist uns allen bewusst“, sagt Moors. „Ich hätte gern beide behalten, aber es ist auch eine finanzielle Frage.“ Etwas auf der hohen Kante zu haben für Eventualitäten, die die Saison noch mit sich bringen könnte, ist sicherlich auch ein Aspekt der Entscheidung.

Udanoh verabschiedet sich – ebenfalls auf Instagram – ohne Groll, bedankt sich bei Team, Club und Fans: „Es war mir eine Freude“ und verabschiedet sich auf Deutsch: „Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal.“ Udanoh, so ist zu vernehmen, genoss hohes Ansehen im Team. Nun müssen andere aufrücken. Schaffen sie, glaubt Milovic: „Wir sind davon überzeugt, dass wir im Kader noch mehr Spieler mit Führungsqualität haben, und erwarten daher, nachdem die schwierige Eingewöhnungszeit nun vorbei ist, dass wir dies auf mehrere Schultern verteilen können.“

Los geht‘s also am Sonntag in Braunschweig. Da kam Moors die spielfreie Europa-Woche gerade recht. „Das hat uns gutgetan“, sagt der Belgier. „Wir brauchen Trainingszeit, um an den Details zu arbeiten.“ Und um Kennedy an das Niveau der Mannschaft heranzuführen. „Aber die entscheidenden Schritte kommen mit Vertrauen und Spielzeit. Wenn wir Thomas das nicht zutrauen würden, hätten wir ihn nicht für zwei Jahre verpflichtet.“

Und auch die Spielzeit für Kennedy war ein Aspekt bei der Udanoh-Entscheidung, denn entsprechend der Ausländerregel in der BBL muss immer einer aussetzen. Und das war zuletzt Kennedy gewesen, jetzt soll er in seine Aufgabe hineinwachsen. Gegen Braunschweiger, die nach einem überraschenden Sieg gegen den FC Bayern in den letzten drei Partien gegen Berlin, Tübingen und Bamberg eher schwächelten.

Nicht konstant. Eine Diagnose, die den Baskets nicht unbekannt ist. Moors warnt sein Team: „Wir dürfen uns von ihrem Spielstil mit viel Energie und Intensität nicht überraschen lassen.“

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