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Telekom Baskets Bonn vor dem Spiel gegen Vechta: Deutlicher Aufschwung

Vor dem Spiel gegen Vechta : Deutlicher Aufschwung bei den Telekom Baskets

Unter Coach Will Voigt herrscht bei den Telekom Baskets Bonn ein anderer Wind und neues Selbstbewusstsein. Gegen Vechta soll der Aufwärtstrend fortgeführt werden.

Thomas Päch ist nicht zu beneiden. Es läuft holprig in Vechta. Das liegt auch daran, dass der Trainer seine Rastaner ständig umbauen muss. Der Tabellenletzte ist vom Verletzungspech gebeutelt. Auch vor der Partie bei den Telekom Baskets (Samstag, 20.30 Uhr, live bei MagentaSport) fehlen wichtige Spieler. Philipp Herkenhoff und der belgische Natinalspieler und Topscorer Jean Salumu stehen Päch bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nicht zur Verfügung, auf der Homepage macht der Club den Fans zumindest die Hoffnung auf den Einsatz von Center Dennis Clifford und Kapitän Josh Young.

„Das muss man zugeben“, sagt Baskets-Sportchef Michael Wichterich. „Vechta ist wirklich gebeutelt von Verletzungen. Wenn sie komplett sind, haben sie einen mehr als wettbewerbsfähigen Kader.“ Einen Kader, zu dem Edgar Sosa in der Zwischenzeit gestoßen ist. „Der wird sich präsentieren wollen und ist mit einem ordentlichen New Yorker Ego ausgestattet“, sagt Wichterich. „Wir bereiten uns auf die bestmögliche Truppe vor, sollten uns aber gar nicht so sehr auf andere konzentrieren, sondern auf uns.“

Und das dürfte aktuell einiges Vergnügen bereiten. Denn seit dem Trainerwechsel ist ein Ruck durch Mannschaft und Verein gegangen. Will Voigt hat nicht nur mit seinen taktischen Ansagen einiges verändert, sondern auch mit seiner Art. Kommunikation ist das Zauberwort. Genauer: „Open Kommunikation.“ Voigt redet. Mit Spielern, die wenig Spielzeit bekommen. Mit Spielern, die ausgewechselt werden. Mit seinen Anführern auf dem Feld, wenn es nötig ist. Mit seinem Trainerteam nicht nur über eigene und gegnerische Spieler, Systeme, Schwachstellen.

Voigt ist ein Kommunikator, das zeigt Wirkung. Für Freitagmittag lud der Mann aus Boise/Idaho sämtliche Mitarbeiter des Baskets-Komplexes auf dem Hardtberg zu einer „Ansprache“ in die Halle ein. „Das hat es, seit ich hier tätig bin, noch nicht gegeben“, sagt Wichterich und erzählt, dass der Coach so alle mit ins Boot holen wolle. Voigt erklärte, was er und das Team vorhaben. „Dass wir nochmal angreifen wollen“, so Wichterich. „Ihm war das gerade jetzt wichtig, wo man nicht so uneingeschränkt miteinander kommunizieren und das Vereinsleben praktizieren kann.“ Und Voigt sprach über seine Begeisterung für das Familiäre in einem professionellen Club, das auch den beiden Neuen gleich aufgefallen sei.

Einsatz von Alex Hamilton ist fraglich

Nach den vielen Nackenschlägen mag der Baskets-Fan es wahrscheinlich nur sehr zurückhaltend glauben, aber es herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung – obwohl zumindest einer der beiden Neuen schon wieder in die Kategorie „Nackenschlag“ passte. Die beiden eigentlich zur Integration der Neuzugänge angesetzten Testspiele gegen Würzburg (76:76) und Frankfurt (99:91) fanden nur mit Jalen Hudson statt, Alex Hamilton musste passen. Beim neuen Spielmacher hatte sich ein Insektenstich am Bein entzündet und musste operiert werden. Ob er spielen kann, entscheidet sich erst vor der Partie. So konnte Hamilton mehrheitlich nur zusehen, wie Voigt Defense, Offense und Selbstvertrauen auf ein anderes Level hob.

Das war bereits in den Tests zu sehen gewesen. Denn nicht nur die Zahlen auf dem Statistikbogen verändern sich gerade bei den Baskets, sondern auch Körpersprache, Mut und Entscheidungen – was einander selbstverständlich bedingt. „Wir sehen deutlich besser aus, wenn wir aggressiv in die Zone kommen. Sonst sind wir zu statisch“, sagt Wichterich. Beste Beispiele: TJ DiLeo und Xavier Pollard, die unter Voigt ganz anders auftreten. Der selbstkrische DiLeo übernimmt wieder überzeugter seine Führungsaufgaben und spielt auch selbstbewusster. Pollard beschleunigt das Spiel, zieht giftig zum Korb und übernimmt ebenfalls Führungsarbeit. Arbeit, vor der sich vor fünf Woche noch alle zu drücken schienen.

Schwere Aufgabe für die beiden Baskets-Center

Auch die beiden lange un­glücklich aussehenden Center haben inzwischen sehr überzeugende Partien absolviert. Für sie kommt am Samstagabend eine echte Prüfung auf den Hardtberg: Dennis Clifford. Wenn Leon Kratzer und James Thompson IV gegen den beweglichen Rasta-Center ähnlich rebounden wie zuletzt, wäre das schon ein Baustein für einen Sieg. „Rebounds sind grundsätzlich ein Schlüssel zum Spiel. Und zur Psyche“, sagt Wichterich. Und die ist bei den Baskets gerade sehr stabil.

„Rasta startet in Bonn ganz neu“, geben die Niedersachsen auf ihrer Homepage als Devise für die „Mission Klassenerhalt“ aus und bezeichnen Bonn als ganz anderes Team als das der Hinrunde. Stimmt. Nicht nur wegen der Neuzugänge.