Nach 90:69-Sieg gegen Ludwigsburg Telekom Baskets legen den Fokus nun auf Alba Berlin

Bonn · Nach dem souveränen 90:69-Erfolg über die MHP Riesen Ludwigsburg richtet sich der Fokus der Telekom Baskets nun auf Alba Berlin. Trainer und Sportmanager wissen, was im Playoff-Viertelfinale in der Hauptstadt nun gefragt ist.

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So siegten die Telekom Baskets Bonn über Ludwigsburg

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Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Das Fazit von Savo Milovic fiel eindeutig aus: „Wir sind verdient Tabellensiebter geworden und haben im ersten Play-In-Spiel klar den Einzug in die Playoffs erreicht“, sagte der Sportmanager der Telekom Baskets Bonn nach dem souveränen 90:69-Erfolg gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. „Wenn uns das jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir Siebter werden, in die Playoffs kommen und ins Viertelfinale der Champions League einziehen, dann hätten wir das sofort unterschrieben. Unter dem Strich ist das also eine gelungene Hauptrunde gewesen“, erklärte Milovic und erinnerte noch einmal kurz daran, dass „wir im Sommer eine große Wundertüte waren mit zwölf neuen Spielern und einem neuen Trainer“, so der Sportmanager. „Und wir wussten nicht, wo die Reise hin geht.“

Zumindest die nächste Tour haben die Bonner Bundesliga-Basketballer nun sehr klar vor Augen. Sie führt nach Berlin, wo am Freitagabend um 18.30 Uhr das erste Playoff-Viertelfinale beginnt. Nach einer zweiten Partie bei den Albatrossen am Sonntag um 17 Uhr, wechselt die Serie dann nach Bonn. Am Dienstag, 21. Mai, um 18.30 Uhr empfangen die Baskets das Team aus der Hauptstadt dann im Telekom Dome. Die Bonner Fans kramten daher in der Schlussphase der Partie gegen Ludwigsburg schon einen nie alt werdenden Slogan aus: „Schlagt Berlin, schlagt Berlin!“ Es ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass diese beiden Teams sich wieder in den Playoffs begegnen.

Dass die Saison für die Mannen vom Hardtberg in Berlin weitergehen würde, daran hatten sie im neu eingeführten Play-In-Spiel gegen den Tabellenachten aus Ludwigsburg nie einen Zweifel gelassen. Der Start-Ziel-Sieg gegen streckenweise überforderte Ludwigsburger war der sechste Erfolg im sechsten Spiel in dieser Saison gegen die Riesen; ein 90:69 (32:13, 19:12, 17:28, 22:16)-Sieg, den die Baskets mit einer überragenden ersten Halbzeit eingeleitet hatten. Von Beginn an mit hoher Intensität und enormem Tempo, fegten die Bonner regelrecht über die Gäste hinweg.

„Ich freue mich über die Leistung des Teams und gratuliere meinen Spielern zum Sieg. Sie haben die Partie sehr gut angefangen. Wir haben einige schwere Würfe getroffen. Aber ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit defensiv sehr gut waren und viele schwierige Ludwigsburger Würfe erzwungen haben“, sagte Baskets-Cheftrainer Roel Moors nach der Partie. Auch im dritten Viertel habe sein Team sehr gut begonnen, „doch Ludwigsburg hat dann einige schwere Würfe. Danach haben wir zu viele Fehler in der Defense gemacht. Im Schlussviertel hat sich unsere Verteidigung wieder verbessert. Am Ende haben wir zweimal hintereinander eine gute Leistung gegen ein sehr gutes, sehr physisch spielendes Team gezeigt.”

Die Begegnung hatte mit einer beeindruckenden Tribünen-Choreografie mit mannshohen Spielkarten und Jetons mit den Konterfeis von Trainern und Spielern und in den Baskets-Farben begonnen. „All in“ wollten die Bonner gehen – so das aus dem Poker entlehnte Playoffs-Motto.

Die Baskets auf dem Feld standen dem Herzblut der Choreo in nichts nach. Vom Start weg fegten sie über Ludwigsburg hinweg. „Wir wollen nicht das Risiko eingehen, am Donnerstag gegen ein Team antreten zu müssen, das heute gewonnen hat und mit Rhythmus kommt“, hatte Moors vor der Partie gesagt und sein Team hatte zu einhundert Prozent verinnerlicht, dass es Ludwigsburg nach dem hohen Sieg am Sonntag gleich würde den Wind aus den Segeln nehmen müssen.

Die Baskets trafen aus allen Lagen, nach sieben Minuten stand es 17:4, drei Dreier hatten bereits den Korb gefunden, auf der Gegenseite stand erst ein Feldkorb durch Jonathan Bähre in der Statistik. Gästetrainer Josh King nahm die erste Auszeit. Sie nützte nicht viel, weil die Baskets so deutlich auf dem Fahrersitz dieser Partie saßen, dass King abermals ausrastete, als Sam Griesel mit dem Buzzer per Dreier zum 32:13 das erste Viertel beendete.

Zum Start in Durchgang zwei gelang Bähre zwar ein erfolgreicher Distanzwurf, aber die Baskets hielten ihre Trefferquoten relativ stabil, verteidigten weiter gut und mit wenig Fouls. Beim Stand von 39:18 trat Jayvon Graves an die Freiwurflinie – und vergab beide. Die Verunsicherung steckte in jedem der schwarzen Trikots. Ein Airball beim Dreier, ein Unsportliches Foul gegen Thomas Kennedy, weil andere Mittel gegen den starken Bonner Center nicht halfen; es dauerte nicht lange bis zur nächsten Auszeit der Gäste.

Bonn gab sich keine Blöße. Die Fans feierten den starken Kennedy mit Sprechchören. Den Baskets gelang weiter fast alles, sogar die misslungenen Aktionen. Als die Seiten gewechselt wurden, stand es 51:25 und es gab wenig Anlass, an ein Comeback der Gäste zu glauben. Auch der Bonner 6:0-Start in die zweite Hälfte deute nicht an, was danach folgen sollte: Die Ludwigsburger waren trotz des gewaltigen Rückstands (25:57) weit davon entfernt aufzugeben. Nach einem erfolgreich durch Kennedy abgeschlossenen Fastbreak nahm King die nächste Auszeit. Frey ballte die Fäuste, Kennedy brüllte Richtung Hallendecke und die Bonner Bank flippte begeistert aus.

Doch dann schafften es die Gäste, etwas Sand ins Bonner Getriebe zu streuen und nach und nach nicht deutlich, aber zu verkürzen. Das dritte Viertel ging mit 28:17 an das King-Team, doch der Vorsprung der Baskets war immer noch komfortabel. Und sie konnten immer nachlegen, wenn Ludwigsburg drohte in einen annähernd bedrohlichen Bereich nahe zu kommen.

Es wurde ein letztlich ungefährdeter Start-Ziel-Sieg. Als Lars Thiemann an der Freiwurflinie zum 89:63 traf, feierte die Halle bereits auf echt Rheinisch: „Baskets Alaaf!“ Nun legt der Fokus auf Berlin. „Wir hatten zwei schwere Spiele, auch physisch. Deswegen müssen wir regenerieren und so schnell wie möglich wieder fit werden“, sagte Moors. Und Sportmanager Milovic gab die Richtung vor: Wir müssen mutig auftreten in Berlin. So wie gegen Ludwigsburg, von Beginn an unser Spiel durchziehen: Tempo hochhalten, physisch spielen und dann sehen, wie weit wir damit kommen.“

Telekom Baskets: Tyrese Blunt 1 Punkt, Savion Flagg 9/1 Dreier (8 Rebounds), Sam Griesel 8/2, Glynn Watson 7/1, Harald Frey 6/2 (6 Assists), Brian Fobbs 20/4, Florian Koch 2, Till Pape 5/1, Lars Thiemann 4, Noah Kirkwood 8, Christian Sengfelder 2 (8 Rebounds), Thomas Kennedy 18.

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