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Telekom Baskets Bonn - Zweiter Sieg in Pokal-Vorrunde gegen Braunschweig

Spiel gegen Braunschweig : Zweiter Sieg für Telekom Baskets Bonn in Pokal-Vorrunde

Die Telekom Baskets Bonn haben in der Vorrunde des BBL-Pokals ihren zweiten Sieg gefeiert. Das schwerste Spiel haben die Bonner aber noch vor sich.

Der lange Leon Kratzer legte dem kleinen Josh Hagins den Arm um die Schulter, gemeinsam marschierte das ungleiche Duo nach einem erfolgreichen Arbeitstag hinter den restlichen Telekom Baskets her in Richtung Kabine. Nach dem 91:79 (29:21, 20:18, 25:23, 17:17)-Start-Ziel-Sieg hat der Bonner Basketball-Bundesligist seine Chancen auf das Top4 mit zwei Siegen in der Gruppenphase deutlich erhöht. "Wir arbeiten hart und waren bereit für dieses Spiel. Uns war klar, dass sie bis zum Schluss gefährlich bleiben", sagte Topscorer Deividas Gailius nach der Partie in die Fernsehkamera. "Aber mit Alba Berlin kommt das schwerste Spiel noch", gab der Reporter zu bedenken. "Wissen wir", sagte der Litauer, lächelte freundlich und schlurftee auf Badelatschen zurück in die Kabine. Baskets-Cheftrainer Igor Jovovic schickte TJ DiLeo, Xavier Pollard, Chris Babb, Benjamin Lischka und Leon Kratzer zu Beginn der Partie aufs Feld. Die Bonner Defensive war von Beginn an da, die Offensive suchte anfangs ihre Optionen.

Anders als bei den Bonnern, wo James Thmompson IV mit seiner Aduktorenblessur nicht rechtzeitig fit geworden war, konnte der Braunschweiger Karim Jallow mit frisch operiertem Nasenbeinbruch und Gesichtsmaske spielen. Ein Vorteil für die Gäste auf den großen Positionen. Das sollte sich bald zeigen. Schon bei Kratzers erstem Foul in der vierten Minute jubelte die gesamte Braunschweiger Bank, es schien zum Plan der Mannschaft von Cheftrainer Pete Strobl zu gehören, den im ersten Gruppenspiel gegen Oldenburg so überragenden Bonner Center schnell aus dem Spiel zu nehmen. Dreier von Hagins und Babb konnte der ehemalige Baskets-Jugendspieler Kostja Mushidi aus der Distanz kontern, doch dann begannen die Bonner Basketball zu spielen. Zwei schnelle, schön kombinierte Angriffe und Strobl musste die erste Auszeit nehmen.

Als Kratzer aber zum Ende des ersten Viertels sein zweites Foul kassierte, musste Jovovic Youngster Gabriel de Oliveira bringen. Und auch damit ging Hagins umsichtig um, versuchte den jungen Center gleich in Szene zu setzen. Dessen Wurf geriet allerdings zu kurz und so ging es beim Stand von 29:21 in die erste Viertelpause. De Oliveira musste sich akklimatisieren, die Löwen kamen näher. Jovovic nahm die fällige Auszeit und es war klar, wie wichtig Kratzer für die Bonner ist. Auch die Auszeit brachte zunächst keine Abhilfe. Leichte Ballverluste, schwierige Phase. Angeführt von Hagins bauten die Baskets ihren zwischen zeitlich zu einem 33:33 (14.) zusammengeschrumpften Vorsprung wieder aus.

Gedankenschnell holte Hagins den Defensivrebound gegen Freund und Feind, Groß und Klein. Er zog die Fäden und punktete und erinnerte immer wieder an seinen Vorgänger und Namensvetter Josh Mayo. Die Baskets erholten sich von der kleinen Krise und führten zur Pause mit zehn Punkten (49:39). Damit waren die Bonner Krisen noch nicht ausgestanden. Die Minuten 23 und 24 werden sich die Männer in Magenta bei der Videoanalyse wohl ansehen müssen: Drei Mal erlaubten sie den Gästen Drei-Punkt-Spiele; ihre Fouls verhinderten den Braunschweiger Korberfolg nicht sondern führten noch zu zusätzlichen Bonusfreiwürfen - und die Löwen kamen wieder auf 47:51 heran. Auch davon ließen sich die Baskets nicht aus dem Konzept bringen. Eine Schlüsselszene dann zum Ende des dritten Viertels. De Oliveira bekam den Ball in Korbnähe und musste sich in dieser Situation alleine behaupten. Der 22-Jährige ackerte sich zum 70:58-Korberfolg und sein Teamkapitän DiLeo brüllte wie ein Löwe, währen die Bonner Bank de Oliveira feierte und Strobl abermals zur Auszeit bat (29.). Vor dem Schlussviertel war der Vorsprung auf zwölf Punkte angewachsen, aber es lag in der Luft, dass die Mannschaft, die NBA-Star und Alleingesellschafter Dennis Schröder wieder von der Tribüne aus beobachtete, jederzeit noch ein weiteres Mal zurückkommen könnte.

Doch was die Baskets dann spielten, war souverän bis abgezockt. Insbesondere die beiden Routiniers Chris Babb und Deividas Gailius waren es, die es zu verantworten hatten, dass der Gästetrainer nach Ballstaffetten, die mit erfolgreichen Dreiern belohnt wurden und in Summe zum 85:73 führten (36.), die Schultern sinken ließ. Von diesen Wirkungstreffern erholte Braunschweig sich nicht mehr.

Telekom Baskets Bonn: Xavier Pollard 5 Punkte/1 Dreier, Strahinja Micovic 4, Josh Hagins 20/4, Chris Babb 14/3, Benjamin Lischka 7, TJ DiLeo 4, Kilian Binapfl, Deividas Gailius 25/4, Leon Kratzer 6, Gabriel de Oliveira 6.

Braunschweig:Wank 3, Zeeb, Van Slooten, Allen 22, Meisner 8, Robinson 8, Mushidi 7, Peterka 10, Schilling 12, Jallow 9.

Trefferquote: Bonn 54% (33/61), Braunschweig 38% (24/64); Dreierquote: Bonn 50% (12/24), Braunschweig 29% (6/21); Freiwurfqouote: Bonn 72% (13/18), Braunschweig 71% (25/35); Rebounds: Bonn 36 (Bester: Hagins 9) , Braunschweig 36; Assists: Bonn 20 (Bester: Hagins 6), Braunschweig 18; Ballgewinne: Bonn 7, Braunschweig 9; Ballverluste: Bonn 13, Braunschweig 12; Fouls: Bonn 26 (Lischka und Kratzer 5), Braunschweig 19; Zuschauer: keine.