Basketball-Bundesliga Telekom Baskets feiern gegen Vechta wichtigen Sieg im Rennen um Playoff-Plätze

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn haben am Samstagabend in einem bis zum Schluss spannenden Spiel Rasta Vechta mit 80:77 bezwungen und damit wichtige Punkte im Rennen um die Playoff-Plätze auf ihrem Konto gutgeschrieben.

Harald Frey

Harald Frey

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Auch wenn es faktisch nur zwei Punkte für einen Sieg gibt, die Partie der Telekom Baskets gegen Rasta Vechta war das, was Sportler gern ein Vier-Punkte-Spiel nennen. Und die Bonner konnten den wichtigen Sieg auf ihr Konto buchen. Nach einem unterhaltsamen und bis zum Schluss spannenden Spiel war es Spielmacher Harald Frey, der die Partie mit einem Dreier zum Bonner 80:77 (17:15, 24:23, 26:22, 13:17)-Erfolg entschied. Vielleicht ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient.

Der Aufsteiger hatte den Baskets den Saisonstart gründlich verhagelt. Das Moors-Team trat die Rückreise nach dem ersten Spieltag mit einer 79:84-Niederlage und einer Portion Ernüchterung an. Es sollte sich allerdings zeigen, dass Vechta auch anderen Teams noch einige Schwierigkeiten bereiten sollte. Vor der Partie rangierte Rasta mit zwei Niederlagen weniger als Bonn dort, wo die Baskets noch hinwollen: in den direkten Playoffplätzen (5.). Die Baskets auf Rang acht wären ein Team, das die zu dieser Saison eingeführten Play-Ins spielen müsste. Im Rennen um die Playoff-Pätze mussten beide Teams zudem den direkten Vergleich im Auge behalten.

Rasta-Coach Ty Harrelson hatte den Bonner 100:85-Sieg gegen Oldenburg natürlich gesehen und wusste: „Sie haben im ersten Viertel 39 Punkte gemacht. Wir müssen also von Beginn an bereit sein, Defense zu spielen.“ Insbesondere einen hatte er da im Auge: „Im Hinspiel war Thomas Kennedy noch nicht dabei...“ Vechta hatte also vor, den seit einiger Zeit überragenden Bonner Center an die Kette zu legen. Gleiches hatten die Baskets mit Vechtas MVP-Kandidat Tommy Kuhse vor.

Das Spiel begann rasant – und mit Kennedy. Zunächst klaute der Kanadier den Ball und trug ihn in den Korb, dann dunkte er nach schönem Bodenpass von Sam Griesel zum 4:0. Vechta erholte sich schnell und versenkte zwei Dreier, den ersten Bonner Distanztreffer setzte Chris Sengfelder zum 11:10 (5.). Doch nach den temporeichen fünf Minuten ging die Trefferquote auf beiden Seiten in die Knie.

So, wie die Gäste nun Kennedy recht ordentlich im Griff hatten, agierten die Bonner mit vereinten Kräften gegen Kuhse. Zum Viertelende verwertete Glynn Watson nach einem Foul beim Dreipunktewurf die fälligen drei Freiwürfe zur Bonnner 17:15-Führung nach dem ersten Viertel. Nur einen von sechs Dreierversuchen hatten die Baskets getroffen, doch das Reboundduell war ein maßgeblicher Faktor für die Bonner Führung. Insbesondere am offensiven Brett machten die Männer in Magenta einen konzentrierten Job.

Der offensive Motor geriet dann ein wenig ins Stottern, was die Gäste nutzten, um die Führung zu übernehmen (19:20, 12.) und auszubauen (22:27, 15.), bis Moors eine Auszeit nahm und sein Missfallen deutlich kundtat. Es sollte noch mehr schlechte Nachrichten geben: Kurz darauf kassierte Spielmacher Harald Frey sein drittes Foul – eine Hypothek. Dennoch gelang es, die Führung zurückzuerobern und mit in die Halbzeit zu nehmen (41:38).

Es war kein Duell Kuhse gegen Kennedy, da passten die Positionen nicht zusammen, aber es war ein Duell der Verteidigungsmittel gegen die beiden. Kuhse war in der Lage, sich mehr und mehr aus der Bonner Umklammerung zu lösen, das Spiel der Gäste zu führen und auch immer wieder zu punkten.

Nach nur zwei Minuten in Viertel zwei musste Frey mit Foul Nummer vier runter. Doch die Baskets agierten jetzt mit mannschaftlicher Geschlossenheit und einem starken Sam Griesel gegen Rasta Kuhse. Immer noch war es auch die Überlegenheit beim Rebound, die Bonn Vorteile verschaffte. Tatsächlich versäumten sie es jetzt, die Führung auszubauen. Mit sieben Punkten Vorsprung ging es in den Schlussabschnitt. Und jetzt war es immer wieder Kennedy, der Antworten auf Kuhses MVP-würdigen Auftritt fand. Es war ein mitreißendes Spiel. Als Kennedy den Ball zum 75:71 in den Korb stopfte und einen zusätzlichen Freiwurf zugesprochen bekam, sangen die Zuschauer: „Steht auf, wenn Ihr Bonner seid!“ (36.) Es ging auf die Zielgerade der Partie.

1:31 Minuten vor Schluss mussten die Baskets den Ausgleich hinnehmen. Überflüssig zu sagen, durch wen: Kuhse (77:77). Frey nahm aus der Distanz Maß – und traf zum Bonner 80:77-Erfolg, der in der folgenden Sequenz erfolgreich verteidigt wurde.

Weiter geht es für die Bonner in den wichtigen Wochen mit Spiel eins im Champions-League-Viertelfinale am Mittwoch gegen den Peristeri BC aus Griechenland (19 Uhr, Telekom Dome).

Telekom Baskets: Savion Flagg 6 Punkte/1 Dreier, Sam Griesel 14/1, Glynn Watson 14/1, Harald Frey 7/1 (5 Assists), Brian Fobbs 4, Till Pape 3/1, Noah Kirkwood 10/2, Christian Sengfelder 6/1, Thomas Kennedy 16 (7 Rebounds).

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