Karnevalsspiel Telekom Baskets gelingt das Wunder und der Sieg gegen Ulm

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn haben das Karnevalsspiel gegen Ulm gewonnen. Nach schon mehr als 20 Punkten Rückstand drehten sie das Spiel noch und gewannen 98:97 in der Verlängerung.

Mit vereinten Kärften gehen die Baskets unter dem Korb zur Sache.

Mit vereinten Kärften gehen die Baskets unter dem Korb zur Sache.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Wunder gibt es immer wieder. An diesem Abend war es ein großes, ein ganz großes! Die Telekom Baskets Bonn haben ein schon verloren geglaubtes Spiel nach mehr als 20 Punkten Rückstand noch gedreht – und das Karnevalsspiel gegen Ratiopharm Ulm mit 98:97 (11:27, 26:27, 24:21, 30:16, 7:6) nach Verlängerung gewonnen.

Es war ein Spiel, das alle Fans in der Halle und auch die Spieler so schnell nicht vergessen werden. Mit allen Zutaten, die ein guter Hollywoodfilm so haben muss. Spannung, Drama, Trauer, Frust und am Ende einem unglaublichen Sieger und unendlichem Glück.

Das Karnevalsspiel der Telekom Baskets Bonn gegen Ulm
69 Bilder

Das Karnevalsspiel der Telekom Baskets Bonn gegen Ulm

69 Bilder
Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Der Auftakt gehörte natürlich, wie sollte es beim Karnevalsspiel auch anders sein, den wichtigsten Karnevalisten der Stadt. Prinz Cornelius I. und Bonna Carina I. gaben sich die Ehre und begrüßten das närrische Volk im ausverkauften Telekom Dome. 6000 Fans, die meisten verkleidet, jubelten den Tollitäten zu. Dass dieses Spiel etwas ganz Besonderes ist, hatte sich sogar bis nach Norwegen durchgesprochen. Zwei Journalisten aus dem hohen Norden waren nach Bonn gekommen, um für den Verband über ihren Landsmann Harald Frey einen Bericht zu filmen – und jecke Stimmung kennenzulernen.

Die war denn auch von Beginn an überragend. So schallte etwa der Block Süd, als der Duisdorfer Musikverein mit dem Prinzenpaar das Trömmelche spielend auszog, lautstark „Kölle Alaaf“. Es sollte der Auftakt sein eines karnevalistischen Partysturmes.

Den hatten sich auch die Baskets auf dem Feld vorgenommen. Wie in den vergangenen Wochen gingen Glynn Watson, Noah Kirkwood, Sam Griesel, Chris Sengfelder und Thomas Kennedy an den Start. Doch von Anfang an bestand ein großer Unterschied zwischen Plan und Realität. Ulm erwischte den besseren Start, führte schnell 5:0. Als Griesel mit zwei Korblegern verkürzte, legte Ulm gleich nach. L.J. Figueroa erhöhte mit seinem zweiten Dreier auf 12:6.

Vor allem unter dem Korb herrschte eine deutliche Diskrepanz. Auf ganze vier Rebounds brachten es die Bonner im ersten Viertel, Ulm griff sich 15 Bälle. Und die Ulmer trafen auch zielsicherer. Die Bonner hingegen in der zweiten Hälfte des ersten Spielabschnittes gar nicht mehr. 4:50 Minuten lang machten die Baskets keinen Punkt, Ulm schoss sich von 15:10 bis auf 27:10 weg, erst dann beendete Frey die Bonner Flaute mit einem Freiwurf.

So feierten die Fans beim Karnevalsspiel der Telekom Baskets Bonn
18 Bilder

So feierten die Fans beim Karnevalsspiel der Telekom Baskets Bonn

18 Bilder

In der Halle war es stiller geworden. Riesiger Jubel brandete erst wieder auf, als der kleine Tom beim Pausenspiel zwei von drei Würfen traf und so 150 Euro mitnehmen durfte. Wenig später durften die Fans endlich auch mal über einen Dreier ihrer Mannschaft jubeln, Brian Fobbs begann das zweite Viertel mit einem Distanztreffer zum 14:27.

Die Baskets waren jetzt besser im Spiel, konnten den Gästen Paroli bieten, sich mehrfach auf zehn Punkte Rückstand heranspielen. Aber Ulm fand offensiv immer wieder Lösungen, um die Bonner Defense auszuspielen. Ob Juan Nunez mit Zug zum Korb, Trevion Williams mit für einen Center unglaublichen Pässen oder Figueroa mit seinen Dreiern – Ulm hielt Bonn stets auf Abstand. Die Baskets hingegen mussten sich ihre Punkte hart an der Freiwurflinie erarbeiten. Zehn Freiwürfe verwandelten sie, sechs davon Fobbs. So ging das zweite Viertel nur mit einem Punkt an Ulm (26:27) und das Spiel mit 37:54 in die Pause.

So richtig viel besser wurde es zunächst nach dem Wechsel nicht. Im Gegenteil, Georginho de Paula stellte per Dreier auf die erste 20-Punkte-Führung der Gäste. Doch die Baskets hatten jetzt ihren Biss gefunden und auch ein wenig ihr Wurfglück. Langsam, aber stetig kamen sie heran, mit dem Buzzer des Viertels stellte Savion Flagg per Dunking auf 61:75. Es waren nur noch 14 Punkte – und das Selbstvertrauen und der Glaube strömte zurück in die Bonner Spieler. Spätestens als Kennedy mit zwei Freiwürfen auf 66:78 stellte, war auch die Halle da – und machte einen Höllenlärm. Brian Fobbs per Dreier unter die Zehner-Marke (71:80), Kirkwood per Dreier auf vier (77:81) und plötzlich Kennedy zur ersten Bonner Führung des Spiels (82:81). Die Halle stand Kopf, doch es waren noch 4.45 Minuten zu spielen.

Es ging hin und her. Bis Thomas Klepeisz per Dreier zum 88:91 traf. Noch acht Sekunden – und der Dreier-Ausgleich durch Kirkwood. Verlängerung. Ein absolutes Nervenspiel. Doch Bonn hatte einen Kennedy. Sechs Punkte markierte der Center. Wieder unentschieden, als Frey an die Freiwurflinie geschickt wird. Einen macht der Norweger zum 98:97 – im Gegenzug verwirft Ulm. Und aus den Lautsprechern kreischt „Sweet Caroline“.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort