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Telekom Baskets gelingt Überraschungssieg zum Saisonauftakt bei Alba

Saisonstart in der Basketball-Bundesliga : Baskets gewinnen überraschend zum Auftakt in Berlin

Spielmacher Parker Jackson-Cartwright führt die Baskets zum Bundesliga-Start zum Überraschungssieg beim deutschen Meister.

Am Ende wollten sogar Berlin-Fans Selfies mit Parker Jackson-Cartwright. Der Bonner Spielmacher war der gefragte Mann nach dem Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison. Zum Interview. Bei den Zuschauern. Mit seinem rasanten Spiel hatte er die Telekom Baskets zum Überraschungssieg beim Deutschen Meister geführt. 88:86 (12:25, 29:23, 28:24, 19:14), Prädikat: spektakulär. Bis zum Schluss.

„Es war ein wildes Finish“, sagte Jackson-Cartwright nach der Partie, „der Sieg ist uns fast aus den Händen geglitten, aber dann sind wir diszipliniert geblieben“, analysierte er so nüchtern, dass es gar nicht zu seinem Auftritt passte.

Auch sein Trainer Tuomas Iisalo war noch ganz im Spiel als er vor die Kamera trat, immer noch angespannt nach einer Schlussphase zum Nägelkauen. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte er. „Wir haben zu Beginn viele Fehler gemacht, aber wir haben gekämpft und auch in einer schwierigen Schlussphase eine Lösung gefunden.“ Dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht.

Eröffnung der Saison mit Show und DJ-Musik

Licht aus, Eröffnungsshow. „Welcome to wow“, schickt die Liga der Saison das von einem DJ untermalte Motto-Video auf dem großen Würfel unter der Decke der Berliner Mercedes-Benz-Arena voraus. Ein über die Ränge irrlichternder Spot fängt Zuschauer ein. Da sind noch große Lücken, aber immerhin Zuschauer. Viele in Gelb, einige in Magenta. „Für die Spieler bedeutet das wahnsinnig viel“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi vor der Partie.

Dann warf Schiedsrichter Robert Lottermoser den ersten Ball in die Saison. Der erste Rebound der Spielzeit ging an Jackson-Cartwright, die ersten Punkte an den Berliner Kapitän Luke Sikma und das erste Foul an den Baskets-Center Leon Kratzer.

Die Hausherren waren ganz offensichtlich ein bisschen weniger nervös als rasant schnelle Bonner, deren Abschlüsse noch ohne Fortune waren. Der Ball lief, fiel aber nur widerwillig in den Berliner Korb. Anders gegenüber: Zwei erfolgreiche Dreier von Tim Schneider, einer von Luke Sikma, einer von Marcus Eriksson, dazwischen ein bisschen Kleinzeug und die Berliner hatten  schon nach vier Minuten einen Vorsprung herausgespielt (15:4), dem die Bonner eine Weile hinterherlaufen mussten.

Nach sieben Minuten rief Iisalo sein Team in einer Auszeit zur spielerischen Ordnung. Mit vorübergehendem Erfolg. Ein bisschen kopflos beendeten die Baskets das erste Viertel mit 13 Punkten Rückstand (12:25), aber mit aufsteigender Tendenz. Sie fanden mehr und mehr über Defense und Tempo ins Spiel und drückten, angeführt vom für die Berliner zeitweise wie der Lichtspot der Eröffnungsshow irrlichternden Jackson-Cartwright, der Partie jetzt ihrerseits ihren Tempo-Stempel auf. 29 Punkte in der Offensive waren ebenso stattlich wie ansehnlich, gegen Viertelende wuchs der Rückstand aber wieder an.

Bei 48:41 für den amtierenden Meister wurden die Seiten gewechselt und Baskets-Kapitän Karsten Tadda gab vor der TV-Kamera zu Protokoll: „Der Rückstand war unnötig hoch. „Ich denke, das war die Nervosität. Wir haben in der Vorbereitung geackert und sind gerannt wie die Verrückten, ich hoffe, das macht sich gleich bezahlt.“

Selbstbewusste Baskets gingen nach der Halbzeit erstmals in Führung

Machte es. Die Baskets kamen auf dem Scoreboard immer näher und spielten den selbstbewussten Basketball, der Iisalo vorschwebt. Einzige Hoffnung der Berliner im Kampf gegen Jackson-Cartwright war die Tatsache, dass der Bonner Wirbelwind unmittelbar nachdem er die erste Bonner Führung für die Baskets erobert hatte (66:65, 29.), sein viertes Foul kassierte.

Die Berliner konnten sich noch einmal befreien, doch die Baskets hatten ihr Ziel klar vor Augen und profitierten, wie Tadda gehofft hatte, jetzt tatsächlich von der straffen Vorbereitung. Für ein erstes Saisonspiel griffen die Rädchen schon recht gut ineinander.

Doch dann raste eine Achterbahn der Gefühle mit den Baskets und ihren Fans durch die Schlussminute. Die Partie schien schon gewonnen, als ausgerechnet Jackson-Cartwright den Bonner Roller-Coaster  per Doppeldribbling-Ballverlust bergab stürzte. Doch die Bonner Defense war auf der Höhe, eroberte den Ball zurück und hielt die Hausherren auch nach einem verwandelten Freiwurf des Spielers der Partie erfolgreich von ihrem Korb fern.

Jackson-Cartwright wurde dann noch gefragt, ob er eine abkürzende Hilfe für seinen Namen parat hätte, weil man den ja nun wohl öfter sagen müsse. „PJC“, antwortete er und hatte sich schon am ersten Spieltag nachhaltig in der neuen Spielzeit verewigt.

Telekom Baskets Bonn: Tyson Ward 15 Punkte, 1 Dreier, Justin Gorham 8/2, Karsten Tadda 6/2, Saulius Kulvietis 11/2, Skyler Bowlin 11/3, Jeremy Morgan 10/2, Leon Kratzer 2, Tim Hasbargen, Parker Jackson-Cartwright 25/2.