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Telekom Baskets gewinnen gegen Hamburg mit 100:98

Hawkins triff Hamburg ins Herz : Telekom Baskets gewinnen Krimi zum Playoffauftakt nach Verlängerung mit 100:98

In Bonn haben die Telekom Baskets gegen die Hamburg Towers in einem nervenaufreibenden Spiel gespielt. In letzter Sekunde konnten die Bonner die Hamburger mit 100:98 schlagen.

Parker Jackson-Cartwright ist zurück. Und wie. Mit 36 Punkten, acht Assists und sieben Ballgewinnen hat der Spielmacher die Telekom Baskets zum Auftaktsieg in der Viertelfinalserie gegen die Hamburg Towers geführt. Matchwinner aber war nach einer engen Partie mit Verlängerung Javontae Hawkins, der den Gästen mit der Schlusssirene den Sieg entriss und per Dreier zum 100:98 traf. Das komplette Team raste auf den eiskalten Werfer zu und feierte in ohrenbetäubendem Lärm, während Trainer Tuomas Iisalo nach einem Boxhieb Richtung Hallendach zum Shakehands mit Hamburg-Trainer Pedro Calles ging.

„So sind die Playoffs“, sagte Hawkins nach der Partie ebenso cool, wie er zuvor geworfen hatte. „Wir brauchten diesen Wurf und ich habe ihn genommen.“ Sein Trainer war damit vollkommen einverstanden, zwar hatte er noch einmal zur finalen Besprechung gerufen, doch er war einverstanden damit, dass sein Team offenbar vom Plan abgewichen war: „Hawk hat die Freiheit und die Qualität, diesen Wurf zu nehmen.“ Und so hatte „dieser Wurf“ den Telekom Baskets einen 100:98 (17:23, 24:19, 26:24, 24:25, 9:7)-Sieg und einen gelungenen Start in die Playoffs beschert.

Nach zweieinhalb Jahren Pause

Schon vor der Partie war die Stimmung im mit 6000 Zuschauern ausverkauften Telekom Dome eine besondere. Nach zweieinhalb Jahren endlich wieder Playoffs in der Bonner Halle. Mit dem Abschluss auf Tabellenplatz zwei und den Wahlen von Tuomas Iisalo zum besten Trainer der Saison und Jackson-Cartwright zum MVP, dem besten Spieler, war dieser Einzug so verdient, wie er von den Bonner Fans nach zwei schwierigen Spielzeiten ersehnt war.

Ligachef Stefan Holz und der sportliche Leiter der BBL Jens Staudenmayer überreichten die beiden Awards. Den Spielern war schon anzusehen, dass es hier um mehr ging als ein einfaches Spiel. Die Hände applaudierten anständig für den Bonner MVP, die Füße trippelten nervös wie die von Rennpferden in der Startbox.

Die Hanseaten legten die Nervosität eher ab und kamen gut ins Spiel, während den Baskets defensiver Rhythmus und Wurfglück fehlten. Von Beginn an lagen sie in Führung, die Baskets bemühten sich mit lautstarker Unterstützung der 6000 Fans, die mit magenta-weißen Handtüchern wedelten, nicht abreißen zu lassen. 17:23, null von elf Dreiern, drei von sieben Freiwürfen – die Bilanz nach dem ersten Viertel verriet dennoch einiges über das Nervenkostüm der Bonner. Die Hanseaten waren cooler unterwegs.

Der Rückstand war überschaubar

Das Gute: Obwohl die Baskets reichlich Luft nach oben hatten und der Dreier noch gar nicht mitspielte, war der Rückstand überschaubar. Auch der Start ins zweite Viertel verlief holprig mit einem verpassten Dreier von Jeremy Morgan und einem Schrittfehler von Jackson-Cartwright. Dann war es der Bonner Spielmacher, der nach 13 vergeblichen Versuchen den ersten Bonner Dreier zum 22:25 (12.) traf.

Jetzt waren die Baskets im Spiel. Als Oleksandr Lypovyy bei zwei Punkten Rückstand ein Hamburger Rückspiel erzwang, sprang die Bonner Bank auf und ruderte wild mit den Armen. Die Zuschauer verstanden und schalteten einen Gang höher. Damit erzielte PJC die erste Bonner Führung (39:38, 19.), Justus Hollatz holte den Vorsprung mit dem Gang in die Kabine auf die Gästeseite zurück.

Es war eine Partie auf Augenhöhe, in der die Baskets nicht ihren besten Basketball spielten, aber über den Kampf und mit viel Engagement immer den Sieg im Blick behielten. Und wenn es nötig war, fielen dann auch die Drei-Punkte-Würfe.

Die Partie drohte zu kippen

Gegen Mitte des vierten Viertels drohte die Partie Richtung Hamburg zu kippen. Caleb Homesley traf mit seinem sechsten von acht Dreiern zum 81:76. Es waren noch fünf Minuten zu spielen und über der Halle lag für einen Moment ernüchterte Stille. Kortsar erhöhte auf 84:76, weil er beim erfolgreichen Korbleger gefoult wurde und auch von der Freiwurflinie aus traf.

Iisalo nahm eine Auszeit und stellte sein Team noch einmal ein. PJC und Hawkins gingen jetzt in der Offensive vorweg, die Defensive stand gut. Hawkins rettete die Baskets in die Verlängerung und traf die Hamburger am Ende der Overtime noch ein zweites Mal mitten ins Herz. Er hatte ein kleines Stückchen Platz und drückte aus der Distanz ab. Mehr als 12 000 Augen verfolgten den Ball, der durch den Ring sauste. Kurz darauf stürmten seine Teamkameraden wie wild auf ihn los, während die Hamburger schwer geschlagen das Parkett verließen.

Das nächste Spiel findet am Sonntag (15 Uhr) ebenfalls im Telekom Dome statt, ehe die Serie nach Hamburg wechselt. In der nächsten Runde würden die Baskets wieder mit Heimrecht auf den Sieger des Duells zwischen dem FC Bayern und den Niners Chemnitz treffen.