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Telekom Baskets Bonn: Telekom Baskets gewinnen gegen Ulm

Telekom Baskets Bonn : Telekom Baskets gewinnen gegen Ulm

Am Mittwochabend spielten die Telekom Baskets Bonn gegen Ulm. Dabei raubte Bowlin Ulm den Nerv und die Punkte. Die Telekom Baskets sind lange chancenlos, geben nie auf und schlagen Ulm am Ende.

Rebounds sagen etwas über den Willen einer Mannschaft, und Fans nehmen Einfluss auf Spiele. Das hat das zweite Saisonspiel der Telekom Basktes bewiesen. Bis zwei Minuten vor Schluss aufgrund einer lausigen Trefferquote nahezu chancenlos gegen souverän ihre Chancen am Brett nutzenden Ulmer, bogen die Baskets die Partie mit purem Willen noch um. Und mit Skyler Bowlin. Der einzige, der wirklich seine Wurfhand mit zum Spiel gebracht hatte, war es dann auch, der in den Schlusssekunden mit seinem achten Dreier die Partie entschied. 76:73 (22:26, 15:19, 14:15, 25:13). Der Telekom Dome stand Kopf.

„Wir haben unser Spiel gespielt und einfach immer weitergemacht“, sagte Bowlin bescheiden nach der Partie und seiner ersten Humba in eigener Halle. Trainer Tuomas Iisalo strahlte: „Ich weiß nicht, wie wir das noch gewonnen haben. Was für eine Energie in dieser Halle. Ich bin unglaublich stolz auf mein Team“, sagte er. „Es hat sich – wie in jedem Training – gezeigt, welche mentale Stärke wir haben.“ Und darauf dürfen sich die Baskets-Fans freuen: Diese Mannschaft, so macht es den Eindruck, gibt nie auf.

Die erste kleine Katastrophe ereignete sich schon vor der Partei. Die Homepage des Ticketportals war von neun bis 17 Uhr down, und so mussten sich die Fans, die noch eine Karte für das erste Spiel, das beide Teams schon zu einem potenziellen Highlightspiel befördert hatten, in Geduld üben. Dennoch waren es 3200, die die Rückkehr der Bundesliga mit Zuschauern auf dem Hardtberg miterlebten. „Mehr als 50 Prozent Auslastung sind ein Spitzenwert“, ordnete Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich ein.

Und diese 3200 bekamen geboten, worauf sie so lange verzichtet hatten. Ulm bestätigte von Beginn an den Eindruck, den es beim Sieg in München gemacht hatte. Diese Mannschaft hat Qualität. Iisalo musste nachjustieren. Doch eine bessere Trefferquote konnte er auch mit einer Auszeit nicht kreieren.

Es blieb dabei: Die Ulmer saßen einigermaßen fest im Sattel, und die Baskets agierten etwas ideenlos und dazu mit wenig Fortune im Abschluss. Der Hoffnungsschimmer hieß Bowlin, doch der Rückstand wuchs weiter an. Während Bonn nach 17 Minuten nur zwei von 18 Dreiern getroffen hatte, schraubte Philipp Herkenhoff den Ulmer Vorsprung aus der Distanz in so langsam bedenkliche Höhen (25:41).

Jetzt kamen die Fans ins Spiel und unterstützen ihr Team. Zudem mischten die Hausherren eine ordentliche Portion Gift in ihre Verteidigung und arbeiteten sich so Stück für Stück wieder heran. Ulm-Spielmacher Semaj Christon hatte zunehmend Probleme, den Ball gegen die galligen Bonner ins Spiel zu bringen. Und so gingen die letzten beiden Minuten der ersten Hälfte eindeutig an die Bonner mit einem 7:0-Lauf den Bowlin mit dem Pausenbuzzer zum 37:45 abschloss.

Was die Zahlen zur Pause verrieten, war keine Überraschung: Nur eine bessere Trefferquote würde den Baskets eine Chance auf den zweiten Saisonsieg verschaffen. Obwohl gefühlt weiterhin nur Bowlin traf, blieben die Baskets dank starker defensiver Sequenzen im Spiel und hielten den Rückstand unter der Zehn-Punkte-Grenze. Mit 51:60 ging es ins Schlussviertel – und mit etwas mehr Glück im Abschluss war durchaus noch etwas möglich. Die Körpersprache der Baskets war jedenfalls weit entfernt von Selbstzweifel.

Anders die Ulmer: Sie sahen jetzt ihre Felle davonschwimmen, hatten verpasst, den Sack zuzumachen. Semaj Christon schubste genervt Bowlin von sich, kassierte das Offensivfoul, und die Halle legte noch ein wenig Lautstärke drauf. Jetzt begann die Phase der Baskets. Jackson-Cartwright traf per Dreier zum 65:71 (38.). Und ein paar Ulmer Ballverluste später war es Bowlin – wer sonst? –, der mit seinem siebten Dreier zum 71:71 ausglich. Christon brachte die Gäste noch einmal in Front, doch Justin Gorham verarbeitete den 32. Offensivrebound – ein Wahnsinnswert – zum abermaligen Ausgleich. Es war nur konsequent, dass Bowlin, der überraschend viel Platz hatte, erneut zum Dreier ansetzte. 3200 und ein paar mehr Augenpaare verfolgten den Ball, der ohne Ringeberührung durchs Netz rauschte.

Man verstand sein eigenes Wort kaum noch, der letzte Ulmer Versuch geriet deutlich zu kurz und eine Magenta-Spielertraube stürzte sich auf Bowlin.

Statistik

Telekom Baskets: Tyson Ward, Justin Gorham 10 Punkte/12 Rebounds, Karsten Tadda, Saulius Kulvietis 5, Skyler Bowlin 27/8 Dreier, Jeremy Morgan 7/1, Leon Kratzer 9, Tim Hasbargen 2, Parker Jackson-Cartwright 16/1.