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94:87 Sieg: Telekom Baskets gewinnen in der Verlängerung gegen Ulm

94:87 Sieg : Telekom Baskets gewinnen in der Verlängerung gegen Ulm

Die Telekom Baskets haben, angeführt vom starken Julian Gamble, mit 94:87 beim Tabellenneunten in Ulm gewonnen. Die Bonner sichern sich damit den fünften Tabellenplatz.

In der vergangenen Saison, als Ryan Thompson bei den Telekom Baskets spielte, entstand in Anerkennung seiner basketballerischen Qualitäten ein geflügeltes Wort: „Wenn Ryan Thompson zum Korb will, dann geht Ryan Thompson zum Korb.“ Seit Sonntag bedarf es einer kleinen Einschränkung: „Es sein denn, Yorman Polas Bartolo möchte das nicht.“

Null Punkte erlaubte der Bonner Verteidiger deluxe dem feinen Basketball-Allrounder, inzwischen in Diensten von ratiopharm Ulm, und zeigte zudem sein immer im Schatten der überragenden Defense-Qualitäten stehendes Talent in der Offensive. Gemeinsam mit Topscorer Julian Gamble (28 Punkte), den die Ulmer nie in den Griff bekamen, und TJ DiLeo, der den Ball schlau verteilte und mit elf Assists einen Karrierebestwert erzielte, führte der Deutsch-Kubaner die Baskets zum 94:87 (24:16, 18:25, 23:21, 18:21, 11:4)-Sieg bei ratiopharm Ulm und damit vom sechsten auf den fünften Tabellenplatz. Zwar bedurfte es fünf Extra-Minuten, doch in der Verlängerung gab die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic dann souverän dem nächsten Konkurrenten um die Playoffplätze das Nachsehen.

Charakter gezeigt

„Es war nicht einfach, heute hier zu gewinnen, aber mein Team hat sehr hart gekämpft, mit Emotionen gespielt und eine gute Verteidigung gezeigt“, sagte Krunic, der nach wie immer aktivem Coaching ein wenig abgekämpft wirkte. „Dazu haben wir im Angriff gute Entscheidungen getroffen. Dass es zur Verlängerung kommt, ist unser Fehler. Dennoch haben wir in der Verlängerung Charakter gezeigt und gewonnen. Das war ein wichtiger Sieg für uns.“

Baskets-Sportmanager Michael Wichterich war schon im Vorfeld sicher gewesen, dass seine Mannschaft nach der ärgerlichen Niederlage gegen Frankfurt ein gutes Spiel machen würde. Er sollte recht behalten. Wie eigentlich immer nach solchen unnötigen Patzern, besannen sich Josh Mayo und seine Kollegen auf ihre Stärken. Von Beginn an waren die Ulmer in der Verteidigung mit den passfreudigen Bonnern und dem überragenden Julian Gamble überfordert und fanden so auch im Vorwärtsgang nicht in ihren Rhythmus – auch, weil ihnen die Gäste-Defense kaum einfache Würfe gestattete. Nach sieben Minuten führten die Baskets bereits mit 22:8, Ulm-Trainer Thorsten Leibenath hatte seiner ersten Auszeit-Ansprache mit reichlich Dezibel Nachdruck verliehen. Was sich allerdings jetzt schon zeigte: Der sonst so zuverlässige Bonner Dreipunktewurf hatte einen launischen Tag.

Knappe Führung zur Halbzeit

Einige Bonner Fehlversuche aus der Distanz erlaubten den um das Playoff-Ticket kämpfenden Hausherren, sich zurück in die Partie zu beißen und diese bis zur Halbzeit wieder einigermaßen ausgeglichen zu gestalten. Bonn ging nur mit einer knappen Führung in die Kabine (42:41).

Auch nach dem Seitenwechsel waren es die Baskets, die besser ins Spiel kamen – und wieder bliesen die Mannen von Trainer Thorsten Leibenath zur Aufholjagd. Vor dem letzten Viertel betrug der Bonner Vorsprung drei Punkte (65:62). Im Schlussdurchgang lebten die Ulmer offensiv dann von der Produktivität Katin Reinhardts, der sein Team beinahe im Alleingang im Spiel hielt. Die Bonner blieben ihrer Team-Basketball-Anlage treu, suchten immer wieder Gamble. TJ DiLeo machte seinem Ruf als schlauer Ballverteiler Ehre – unter anderem mit herrlichen Alley-oop-Anspielen auf Gamble.

Ausgleich eine Minute vor Ende

Und dennoch gelang Isaac Fotu eine Minute vor Spielende der Ausgleich (78:78). In der Halle wurde es jetzt laut. Die Fanschar in Orange witterte eine Siegchance, doch die Baskets ließen sich nicht beeindrucken. Die Bonner Führung durch Polas Bartolo glich an der Freiwurflinie wieder Fotu aus (83:83). Die Baskets schafften es zwar, im letzten Angriff noch einen leidlich guten Wurf für Mayo zu kreieren, doch der beste Dreierschütze der Liga setzte den Ball auf den Ring. Es gab Nachschlag: Verlängerung.

Gleich die erste Aktion wurde zum Wegweiser in die Partie: DiLeo klaute im ersten Ulmer Angriff den Ball. Die Bonner hatten noch genug Energie für eine konzentrierte Leistung. Schnell zog das Krunic-Team auf 89:83 davon, ein Dreierversuch des ewigen Ulmers Per Günther kam schon mit einem Anflug von Verzweiflung daher. Dieses Mal kamen die Schwaben nicht mehr zurück.

Ulm: Reinhardt 22 Punkte/5 Dreier, Fotu 20/1; Günther 15/1, Babic 12/2, Akpinar 7/1, Benimon 7, Ohlbrecht 2, Harangody 2, Thompson, Ferner, Pape.

Telekom Baskets: Julian Gamble 28, Yorman Polas Bartolo 16/2, Josh Mayo 15/2, Tomislav Zubcic 12/1, Nemanja Djurisic 9, TJ DiLeo 8, Ron Curry 3/1, Malcolm Hill 2, Martin Breunig 1.

Trefferquote: Ulm 44% (28/46), Bonn 46% (31/68); Dreierquote: Ulm 56% (10/18); Bonn 25% (6/24); Freiwurfquote: Ulm 84% (21/25), Bonn 77% (26/34); Rebounds: Ulm 42 (33 defensiv/9 offensiv, Bester: Fotu 11), Bonn 38 (30/8, Bester: Gamble 9); Assists: Ulm 18 (Beste: Reinhardt und Günther je 5), Bonn 24 (Bester: DiLeo 11); Ballgewinne: Ulm 6, Bonn 10; Ballverluste: Ulm 15, Bonn 7; Fouls: Ulm 25 (Harangody 5), Bonn 23; Zuschauer: 6200.