1. Sport
  2. Telekom Baskets

Knapper Sieg bei den Fraport Skyliners: Telekom Baskets gewinnen Nervenduell in Frankfurt mit 81:76

Knapper Sieg bei den Fraport Skyliners : Telekom Baskets gewinnen Nervenduell in Frankfurt mit 81:76

Dank starker Nerven im letzten Viertel haben die Telekom Baskets ihr Auswärtsspiel in Frankfurt mit 81:76 gewonnen. Am Dienstag steht bereits das nächste Spiel an.

Die Stimmung unter dem Frankfurter Hallendach war bestens: "Auswärtssiege sind schön", sangen die mitgereisten 300 Fans der Telekom Baskets Bonn nach dem 81:76 (14:14, 22:25, 17:17, 20:28) bei den Fraport Skyliners. Und sie verlangten gemeinsam mit dem Team lautstark nach Konstantin Klein, der noch beim TV-Interview auf dem Feld stand.

Nachdem das letzte Wort gesprochen war, sprang er in Windeseile zur Partygruppe. An alter Wirkungsstätte hatte er mit acht Punkten zum Sieg beigetragen. Die akustischen Liebesbekundungen der Fans waren die Gegenreaktion auf den Liebesentzug der Frankfurter, die Klein in der Enttäuschung über die verpasste Pokalqualifikation die spielentscheidende Szene übelnahmen.

Dabei war es Frankfurt-Coach Gordon Herbert gewesen, der seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies. Als Julian Gamble in der Schlussminute zum Bonner 77:71 traf, war die Partie im Grunde so gut wie gelaufen. Ein Offensivfoulpfiff gegen Mike Morrison, der den Ex-Frankfurter Klein unsanft auflaufen ließ, brachte den Frankfurter Coach derart auf, das er schimpfend aufs Feld lief, ein technisches Foul kassierte und auch gleich ein zweites erzeterte. Konsequenzen: zwei Freiwürfe plus Ballbesitz für Bonn und den Verweis aus der Halle für Herbert. Josh Mayo machte an der Freiwurflinie den Deckel drauf.

Erste Aufgabe erledigt

"Wir haben heute gut gearbeitet. Nach der langen Pause ohne Spiel war es zunächst nicht leicht, wieder in einen Rhythmus zu kommen", sagte Bonns Trainer Predrag und war zufrieden. "Wir haben gut verteidigt, sind im Angriff ruhig geblieben und haben gute Entscheidungen getroffen." Für Klein war wichtig, dass die Mannschaft geschlossen aufgetreten ist. "Am Ende haben wir zusammengehalten und uns den Arsch aufgerissen", drückte er es bei "Telekom Basketball" drastisch aus.

Die Baskets haben damit ihre erste Aufgabe auf dem Weg zur Pokalqualifikation mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und starken Nerven in der Schlussphase erledigt. Denn Krunics Mannschaft behielt im Duell mit dem direkten Konkurrenten die Oberhand. Um in der Pokaltabelle, aus der Top-4-Gastgeber ratiopharm Ulm herausgerechnet wird, unter die besten Sechs zu kommen, müssen die Bonner allerdings auch noch ihr letztes Hinrundenspiel am Donnerstag (19 Uhr, Telekom Dome) gegen Bremerhaven gewinnen. Zuvor steht eine weitere wichtige Partie auf dem Dienstplan der Baskets: Bei CEZ Nymburk will die Krunic-Truppe die Chance auf das Weiterkommen in der Champions League am Leben halten.

Gewohnte Startformation

Krunic vertraute auf seine gewohnte Startformation mit Josh Mayo, TJ DiLeo, Yorman Polas Bartolo, Nemanja Djurisic und Julian Gamble. Die Bonner trafen in Person von DiLeo und Polas Bartolo aus der Distanz, die Hausherren aus der Halbdistanz. Nach knapp vier Minuten stand es mit gut aufgelegten Offensivabteilungen 6:6, ehe sich Mike Morrison und Polas Bartolo den Korb erstmals aus der Nähe betrachteten.

Dann zeigten die Baskets, dass sie sich auch in der Defensive viel vorgenommen hatten und verteidigten die Angriffsuhr der Frankfurter herunter. Allerdings stockte die Offensive jetzt ein wenig, aus der Distanz gelang zunächst nichts mehr. Als Sean Huff viel zu frei einen Dreier zum 14:11 für die Frankfurter versenkte, ärgerte sich Klein ganz offensichtlich und nordete die Kollegen neu ein. Ein Dreier von Ron Curry, ein Angriff ohne Punkte für Frankfurt - und Tomislav Zubcic und Martin Breunig gaben sich ein "High Five" für die gelungene Verteidigungssequenz. Krunic hatte schon vor Ende des ersten Viertels seine komplette Mannschaft im Einsatz.

Einige leichtfertig vergebene Chancen

Im zweiten Viertel schlichen sich auf Bonner Seite wieder einige leichtfertig vergebene Chancen ein, sodass Frankfurt sich einen kleinen Vorsprung erarbeiten konnte (52:46, 27.). Als Malcolm Hill den Ball über Breunig hinweg ins Aus warf, vergrub Krunic das Gesicht in den Händen. Mit Ablauf der Uhr machte der Rookie seinen Fehler wieder gut und verkürzte auf 53:56. Mit den restlichen drei Sekunden konnten die Frankfurter nichts mehr anfangen. Mit drei Punkten Rückstand ging's ins letzte Viertel, in das Krunic die zweite Fünf starten ließ. Spannung war - wie so oft in dieser Saison - programmiert.

Nachdem Tai Webster für Frankfurt nach dem Seitenwechsel erhöht hatte, verkürzte Zubcic wieder, und Ron Curry konnte per Dreier erstmals in Hälfte zwei ausgleichen (58:58, 32.).

Auch Klein wollte an alter Wirkungsstätte keinesfalls abreißen lassen, traf von ganz weit draußen zum 63:63 (33.) und besorgte die Bonner Führung (66:64, 34.). Gordon Herbert bat seine Skyliners zur Besprechung. Klein und Curry trugen die Baskets offensiv, bis die Starter zurückkehrten. Bei den Hausherren schlichen sich jetzt leichte Fehler ein. Wieder flogen Pässe ins Aus, an der Freiwurflinie vergab Mike Morrison bei drei Punkten Rückstand seine Chancen (69:72, 38.), vorn bugsierte Hill den Ball artistisch in den Korb und verwertete den zugehörigen Freiwurf zum 75:69. English verkürzte noch einmal, Gamble verschaffte den Baskets einen Vorsprung außerhalb des nervenaufreibenden Bereichs, ehe Morrison Klein in der Feldmitte auf dem Skylinerslogo abräumte und Herbert seinem Team die kleine Restchance auf den Sieg nahm.

Die Statistik