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Sieg in der Champions League: Telekom Baskets hoffen weiter aufs Achtelfinale

Sieg in der Champions League : Telekom Baskets hoffen weiter aufs Achtelfinale

76:59 haben die Telekom Baskets Bonn am Abend im heimischen Telekom Dome gegen Aris Saloniki gewonnen. Damit erhalten sich die Bonner Basketballer die Chance aufs Weiterkommen in der Champions League.

Predrag Krunic blickte finster. Dazu hatte er keinen Grund. Als Yorman Polas Bartolo an ihm vorbeiging, hellte sich seine Miene auf. Der Trainer tätschelte den Kopf des Deutsch-Kubaners, der soeben den Ball gestohlen, ihn zum 72:54 krachend im Gästekorb untergebracht und Aris Saloniki zu einer letzten Auszeit gezwungen hatte.

Das Spiel war gewonnen, auch wenn noch zwei Minuten zu spielen waren. Mit einem 76:59 (29:19, 20:14, 13:13, 14:13) gegen die Griechen haben die Telekom Baskets Bonn die Chance aufs Weiterkommen in der Basketball-Champions-League erhalten.

„Ich bin stolz auf mein Team, weil wir das heute gegen ein gutes Team richtig gut gemacht haben. Das war stark in Defense und Offense, auch, weil wir früh einen Rhythmus gefunden haben“, freute sich Krunic. „Wir haben aggressiv verteidigt und den Ball gut bewegt, bis wir den besten Wurf hatten. Das waren die Schlüssel zum Sieg“, sagte sein Spieler Ron Curry.

Während die Belüftung noch das letzte Konfetti von „Bonn steht Kopp“ von der Hallendecke rieseln ließ, sorgten 200 Gästefans unter den insgesamt 4010 Zuschauern schon vor der Partie für griechische Basketballatmosphäre. Da waren Aris-Fahnen aus München, Stuttgart und Amsterdam zu sehen, Fans in Gelb und Schwarz, einige mit freiem Oberkörper – alle laut.

Viele von ihnen waren gekommen, um eine griechische Legende zu sehen: Panagiotis Giannakis, Weltrekordhalter für Länderspiele, der jetzt Trainer Salonikis ist. In 20 Jahren war er 351 Mal für die Hellenen aufgelaufen. Beeindruckend.

Von Beginn an tonangebend

Die Baskets interessierte das nicht. Josh Mayo, TJ DiLeo, Yorman Polas Bartolo, Julian Gamble und der für den verletzten Nemanja Djurisic in die Startformation gerückte Tomislav Zubcic benötigten nur ein kurzes Warm-Up, dann waren die Bonner im Spiel. Von Anfang an mit Präsenz und Intensität. Davon wiederum schienen die Griechen auf dem Feld beeindruckt.

Ron Curry eröffnete Viertel zwei per Dreier, ein unsportliches Foul von Omar Prewitt an Malcolm Hill brachte Giannakis schon in Rage. Als dann Konstantin Klein dem langen Griechen einen Rebound stibitzte und im Korb unterbrachte, hatte die Trainer-Ikone den Kaffee auf und nordete einen seiner Spieler derart deutlich ein, dass er dafür ein technisches Foul kassierte. Manchmal ein probates Mittel um das eigene Team aufzuwecken, aber es verpuffte. Auch, weil die Baskets sich durch nichts beirren ließen und ihren Plan weiterverfolgten.

Nachdem Malcolm Hill aus der Drehung zwei Punkte mit Sternchen eingesammelt hatte (13.), schickte sich Michalis Tsiarelis an, Gegenwehr zu leisten. Binnen zwei Minuten gingen fünf Punkte auf sein Konto, während die Bonner in drei Angriffen ohne Ausbeute blieben. Krunic nahm eine Auszeit.

Die Dreier fielen nicht mehr so zuverlässig wie zu Beginn, aber am Korb hatten die Baskets immer noch ihre Vorteile gegen eine nur zeitweise intensive griechische Verteidigung. Beim mächtigen Dunk zum 49:31 musste der Hallenwart um die Korbanlage fürchten. Tsiarelis antwortete noch einmal, aber der Vorsprung, mit dem Bonn in die Kabine ging, war deutlich (49:33).

Bonner Selbstbewusstsein

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit löste Polas Bartolo ein Gewühl unter dem Korb mit dem Pass zu Mayo an der Dreierlinie auf. Eine gute Idee: 52:33. Die Baskets ließen nicht nach. Als Julian Gamble ein Alley-oop-Anspiel von Mayo zum 57:37 verarbeitete, war Giannakis der Verzweiflung nah.

Die gelb-schwarze Tribüne feierte sich selbst, denn die Aussicht auf andere Feierlichkeiten bot sich nicht, zu souverän verteidigten die Baskets ihr Heimparkett. Die zweite Bonner Fünf konnte den 20-Punkte-Vorsprung nicht ganz halten, mit 62:46 ging es in den Schlussdurchgang.

Beim Stand von 68:51 dann eine Szene, die viel über das Bonner Selbstbewusstsein aussagte: Zubcic, an seinem Geburtstag mit 15 Punkten Topscorer, passte frei an der Dreierlinie zu Konstantin Klein, in der Hoffnung, der Kollege möge seinen Drei-Punkte-Wurf ebenfalls endlich finden. Die Aufbauhilfe gelang zwar nicht, aber sie zeigte, dass die Baskets ein sicheres Gefühl hatten.

Mit Recht: Mayo und Kollegen spielten die Partie konsequent zu Ende und erhielten so die Chance auf weitere europäische Auftritte nach dem Ende der Hauptrunde.

Telekom Baskets: Curry 6 Punkte/1 Dreier, Zubcic 15/4, Klein 3, Gamble 8, Jasinski 3/1, DiLeo 9/1, Breunig 2, Bartolo 9/1, Mayo 13/3, Hill 7, Frankl-Maus 1, Möller.

Saloniki: Maras 4, Bochoridis 10/2, Kalaitzakis 2, Flionis 4, Tsiarelis 10, Pouliantis, Christidis 6, Mourtos 1, Prewitt 8/2, Vasilopoulos 2, Douvier 8, Bell 4.