Gastspiel in Bayreuth Baskets-Trainer Iisalo fordert eine Leistungssteigerung

Bonn · Vier Tage nach dem Sieg in Gießen sind die Telekom Baskets wieder gefordert: Die Mannschaft ist am Mittwoch zu Gast in Bayreuth. Dort sollen die Bonner konzentrierter auftreten als im letzten Spiel.

 Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo (Mitte) bleiben mit seinem Team nur wenige Tage Vorbereitungszeit auf das Spiel in Bayreuth.

Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo (Mitte) bleiben mit seinem Team nur wenige Tage Vorbereitungszeit auf das Spiel in Bayreuth.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Tuomas Iisalo wählte eine Bezeichnung, die von Trainern eher selten zu hören ist. Der Headcoach des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets sprach nach der Partie in Gießen am Samstagabend von einem „komischen Spiel“. „Es gab viele Läufe von beiden Mannschaften und die Situation um Coach Strobl“, sagt Iisalo nun, zwei Tage nach dem Spiel.

Sein Gießener Amtskollege hatte sich zu Beginn des letzten Viertels ein zweites Technisches Foul eingehandelt und den Halleninnenraum daraufhin verlassen müssen. „Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel kontrollieren konnten. Aber immer dann, wenn uns das gelungen ist, kam plötzlich ein Lauf von Gießen“, erläutert der Bonner Coach seine Aussage.

Zum Glück fiel aus Sicht der Baskets das Ergebnis nicht komisch aus, denn der favorisierte Tabellenzweite setzte sich mit 103:95 durch. Center Michael Kessens, mit dem persönlichen Rekord von 23 Punkten bester Bonner Scorer, sagte hinterher, dass man mit dem Sieg, aber nicht mit der Leistung zufrieden sein könne. Eine Einschätzung, die Iisalo teilt: „Wir sind alle der Meinung, dass wir besser spielen können und auch sollten. Das müssen wir schnell korrigieren, denn wir treffen am Mittwoch auf einen guten Gegner und haben nur wenig Zeit zur Vorbereitung.“

Vier Tage nach der Partie in Gießen sind die Baskets um 18 Uhr (Sport1 und MagentaSport) zu Gast bei Medi Bayreuth. Es ist das drittletzte Spiel für die Bonner in diesem Jahr, anschließend folgen noch die Heimspiele gegen den Mitteldeutschen BC am zweiten Weihnachtsfeiertag und gegen die Löwen Braunschweig am 29. Dezember (jeweils 20.30 Uhr).

Bei diesem üppigen Restprogramm fällt die Vorbereitung notgedrungen immer etwas kürzer aus. „Wir arbeiten spezifischer, weil wir keine Zeit für generelle Dinge haben. Alles steht im Kontext des Spiels gegen Bayreuth“, sagt Iisalo über die Trainingsinhalte. „Wir trainieren Situationen, die in diesem Spiel auf uns zukommen werden.“

Baskets-Trainer Iisalo erwartet verbessertes Bayreuther Team

Die Bayreuther um Trainer Raoul Korner bezeichnet Iisalo als „sehr erfahrene und talentierte Mannschaft“. Während die Baskets ihre Siegesserie am Wochenende auf sechs Erfolge ausbauten, mussten die Franken in Braunschweig eine deftige 62:99-Niederlage hinnehmen. Es war offensichtlich, dass dem Team das Spiel im Europe Cup beim russischen Club Parma Perm zwei Tage zuvor und die damit verbundene lange Reise noch in den Knochen steckten.

Iisalo misst dieser Niederlage deshalb keine große Bedeutung zu: „Wir erwarten am Mittwoch eine ganz andere Mannschaft.“ Eine, die wegen der Klatsche in Braunschweig besonders motiviert sein wird? „Das weiß ich nicht“, antwortet der Baskets-Cheftrainer und ergänzt: „Es ist für uns auch nicht wichtig, darüber nachzudenken. Wir bereiten uns immer auf einen Gegner in Top-Form vor.“

Sicher ist dagegen, dass Bayreuth nicht in Top-Besetzung antreten kann. Neben dem deutschen Nationalspieler Andreas Seiferth fehlt auch Janari Joesaar verletzt, der zuletzt an einer Herzbeutelentzündung erkrankte Cameron Wells stand gegen Braunschweig immerhin wieder auf dem Spielberichtsbogen.

Auch weil solches Verletzungspech jederzeit zuschlagen kann, haben die Bonner ihren Kader kürzlich noch mit Javontae Hawkins verstärkt. Der US-Amerikaner gab gegen Gießen sein Debüt, braucht nach rund eineinhalbjähriger Pause infolge eines Kreuzbandrisses aber noch einige Zeit, um wieder sein Top-Niveau zu erreichen. „Es wäre in der Sommer-Vorbereitung natürlich einfacher. Jetzt geht das alles ein bisschen schneller“, sagt Iisalo, der mit dem Neuzugang geduldig ist: „Wir sind ganz sicher, dass er uns im Laufe der Saison weiterhelfen wird. Er braucht noch ein bisschen Zeit, die Spiele werden ihm dabei helfen.“

Noch nicht wieder voll belastbar ist auch Saulius Kulvietis: Der Litauer hat Anfang November wegen einer Knieverletzung sein bisher letztes Spiel bestritten. „Es geht bei ihm in die richtige Richtung“, sagt Iisalo, der keine genaue Prognose bezüglich einer Rückkehr stellen kann. „Ich hoffe, dass er im Januar spielen kann – vielleicht früher, hoffentlich nicht später.“